Gojko Kacar
Gojko Kacar stand beim HSV zeit­weise der­artig im Abseits, dass er die Spiele nicht mal mehr im Sta­dion ver­folgen durfte, weil die Lini­en­richter sonst reflex­haft mit der Fahne gewe­delt hätten. In dieser Saison aber legte Kacar ein Come­back hin, bei dem selbst Rocky aner­ken­nend in die Rin­gecke gespuckt hätte. Bereits zum zweiten Mal in Folge wurde Ham­burgs Mit­tel­feld­mann nun zum Match­winner, indem er in letzter Sekunde ein­netzte. Noch so ein Last-Minute-Treffer, und Ham­burger Rei­se­büros fangen an, mit Gojko-Kacar-Ange­boten zu werben.

Bruno Lab­badia
Gibt es etwas Schö­neres, als Ex-Bun­des­li­ga­stür­mern und nun ‑Trai­nern beim Tor­jubel zuzu­sehen? Falls ja, wollen wir es eigent­lich gar nicht wissen. Wie Bruno Lab­badia bei Kacars rein­ge­würgtem Aus­gleichs­treffer eifrig mit­köp­felte, als könne er als ehe­ma­liger Straf­raum­fuchs dem Ball höchst­selbst den ent­schei­denden Tick mit­geben, war für sich schon ein Kunst­werk. Der anschlie­ßende Sprint auf den Platz war dann schließ­lich eine wun­der­schöne Zeit­reise durch 50 Jahre Bun­des­liga-Jubel: Die Kuntz-Säge, der Müller-Hopser – es hätte nicht ver­wun­dert, wenn Lab­badia auch noch zum Klose-Salto ange­setzt hätte und dann per Diver vor die Fan­kurve gerutscht wäre, um dort die St. Pauli-Raupe zu initi­ieren.

Pepe Reina
Bei der Recher­che­reise zu seinem Buch­pro­jekt Auf 18 Ersatz­bänken durch Deutsch­land“ wurde Mün­chens spa­ni­sche Couch­po­tatoe und Teil­zeit-Tor­wart Pepe Reina unver­hofft zum Man of the Match gegen Augs­burg. Gegen den FCA durfte Reina sein drittes Bun­des­li­ga­spiel für die Bayern bestreiten, nach nur 13 Minuten räumte Reina FCA-Stürmer Boba­dilla so resolut ab, dass die Polizei Mün­chen-Frött­man­ning das Foul als Auf­fahr­un­fall zweier Fünf­tonner unter Ver­kehrs­de­likte“ ein­ge­stuft hat. Die gute Nach­richt: Nach dem Platz­ver­weis konnte sich Reina end­lich wieder auf seine geliebte Bank setzen, sein Sitz­fleisch hatte bereits über Heimweh geklagt.

Raul Boba­dilla
Augs­burgs Raul Boba­dilla ist ein Stürmer nach unserem Geschmack. Lit­fass­säu­len­dicke Ober­schenkel, ein Lauf­stil, bei dem der Leo­pard-2-Panzer der Bun­des­wehr aner­ken­nend mit der Glatt­rohr­ka­none nicken würde, und wenn er dann auch noch gemeinsam mit seinem Essener Klon Sascha Möl­ders durch die Straf­räume pla­niert, schlagen unsere ver­fet­teten Herzen äch­zend ein wenig höher. Dass Boba­dilla aber nicht nur dazu da ist, Gegen­spieler mit Häma­tomen zu ver­sorgen, son­dern dass er auch noch wirk­lich pas­sabel kicken kann, zeigte sein Tor zum 1:0 gegen die Bayern. Eine Her­ein­gabe von Pierre-Emile Höjb­jerg ver­wer­tete der Argen­ti­nier mit der Hacke zur Füh­rung. Nach Recher­chen einer 11FREUNDE-Exper­ten­ko­mis­sion ist er der erste Spieler mit der Statur von André the Giant, der ein Tor per Hacke erzielte.

Thomas Gott­schalk
Wir können gar nicht zählen, wie viele Beschwer­de­briefe wir bereits an diese kor­rupte Aca­demy geschrieben haben, damit Thomas Gott­schalk end­lich den ver­dienten Oscar für sein Lebens­werk erhält. Wer hat denn der deut­schen, ach was, der inter­na­tio­nalen Komödie so Klas­siker wie Die Super­nasen“ oder Zwei Nasen tanken super“ geschenkt und sie damit über­haupt erst dahin­ge­bracht, wo sie heute ist? Eben. Aber auch hier gilt: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Dem­entspre­chend über­rascht waren wir, als unser Tommy seine Super­nase am Wochen­ende ins The­men­ge­biet Fuß­ball steckte. Guar­diola nach Heynckes, das sei unge­fähr so wie Markus Lanz nach mir“, trö­tete Gott­schalk durch die Medien, frei von jeg­li­cher Fach­kenntnis oder Beschei­den­heit. Unser Tipp: Wahr­schein­lich hat ihm seine Nase einen nüch­ternen Blick auf die Dinge ver­stellt.