Seite 3: „So ist Favre als Typ“

Sie gehen also davon aus, dass Sie auch beim BVB Stamm­spieler sein werden.
Ich will zumin­dest in jedem Spiel spielen – das ist mein Anspruch. Ich gehe nicht nach Dort­mund, um mich da nur auf die Bank zu setzen.

Wissen Sie eigent­lich, wie viele Feld­spieler aus dem aktu­ellen Kader der Natio­nal­mann­schaft älter sind als Sie?
So viele sind es, glaube ich, nicht mehr. Sechs? Oder fünf?

Vier.
Echt? Das ist krass.

Älter sind nur Marco Reus, Ilkay Gün­dogan sowie Jonas Hector und Marcel Hals­ten­berg, mit denen Sie um die Posi­tion des Links­ver­tei­di­gers kon­kur­rieren. Wo sehen Sie sich in diesem Kon­kur­renz­kampf?
Schwer zu sagen. Wenn ich in der Natio­nal­mann­schaft gespielt habe, habe ich es ganz gut gemacht, finde ich. Inso­fern hoffe ich, dass ich auch wei­terhin meine Ein­sätze bekomme. Aber das liegt nicht nur in meiner Macht. Auch Jonas und Marcel sind zwei sehr, sehr gute Spieler für diese Posi­tion.

Was erhoffen Sie sich von Ihrem Dort­munder Trainer Lucien Favre?
Ich hoffe auf sein Ver­trauen – und dass ich regel­mäßig spielen darf. Er trai­niert eine Mann­schaft mit großer indi­vi­du­eller Qua­lität und Krea­ti­vität. Ich bin gespannt, was er uns mit auf den Weg gibt. Aus Glad­ba­cher Zeiten kenne ich ihn bereits.

Sie haben ihn auch schon bei Hertha BSC in Berlin erlebt.
Aber nur am Rande. Ich habe in der B‑Jugend gespielt, als ich erfahren habe, dass ich in der Saison darauf Profi werden soll. Zu diesem Zeit­punkt war Lucien Favre noch Trainer, ein paar Wochen später musste er gehen.

Haben Sie ein biss­chen das Gefühl, mit Favre noch nicht fertig zu sein?
Inwie­fern?

Sie sind 2015 auch sei­net­wegen zu Borussia Mön­chen­glad­bach gewech­selt. Dann mussten Sie bis zum fünften Spieltag auf Ihren ersten Ein­satz unter ihm warten, sind 20 Minuten vor Schluss ein­ge­wech­selt worden – und am nächsten Tag hat Favre seinen Rück­tritt ein­ge­reicht.
Lucien Favre hat lange in Glad­bach gear­beitet und dort eine erfolg­reiche Zeit geprägt. Natür­lich waren wir alle geschockt, als wir von seinem Abschied erfahren haben. Aber wir hatten damals sechs Spiele hin­ter­ein­ander ver­loren. So ist Fuß­ball. Und so ist Favre als Typ. Er hat gesagt, dass er sich nicht mehr als der rich­tige Trainer für die Truppe emp­funden hatte. Das muss man dann akzep­tieren. Aber ich hoffe, dass für mich jetzt noch ein paar Spiele unter ihm dazu­kommen. Lucien Favre kennt mich, ich kenne ihn. Das kann ganz gut funk­tio­nieren.