Eine gute Vor­be­rei­tung und eine per­fekte Orga­ni­sa­tion sind bei einer Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft das Wich­tigste. Wer wüsste das besser als wir Deut­sche? Schon schwie­riger ist aber die Frage zu beant­worten, was genau eine gute Vor­be­rei­tung ist. Denn sie kann auch schnell ein wenig zu per­fekt geraten.

Im Vor­feld der WM 1970 in Mexiko hatten gerade die euro­päi­schen Mann­schaften großen Bammel – und zwar vor der Höhen­luft im Gast­ge­ber­land. Eine berech­tigte Sorge, wenn man bedenkt, dass zum Bei­spiel Mexico City 2310 Meter über dem Mee­res­spiegel liegt. (Zum Ver­gleich: Berlin liegt auf 34 Metern.) 

Trotzdem hielten nur wenige Mann­schaften ein spe­zi­elles Höhen­trai­ning für not­wendig. (West-) Deutsch­land unter­nahm im Winter 1968 eine Süd­ame­ri­ka­reise mit Gast­spielen in Bra­si­lien, Chile und eben Mexiko, aber da war die Elf noch gar nicht qua­li­fi­ziert und die WM noch 18 Monate ent­fernt.

Es wurde eng in Süd­ame­rika 

Direkt vor dem Tur­nier spielte die DFB-Aus­wahl lieber in Stutt­gart, Berlin und Han­nover gegen Rumänen, Iren und Jugo­slawen. Inter­es­san­ter­weise machten es die Ita­liener ähn­lich: Sie flogen mehr als andert­halb Jahre vor der WM zu zwei Par­tien nach Mexiko. Als das Tur­nier dann anstand, begnügten sie sich mit Spielen in Madrid und Lis­sabon, um auf Touren zu kommen. 

Viel pro­fes­sio­neller gingen einige andere euro­päi­sche Länder die Sache an, sodass es knapp drei Monate vor Tur­nier­be­ginn ziem­lich eng in Süd­ame­rika wurde. Gast­geber Mexiko berei­tete sich näm­lich so gründ­lich auf sein Tur­nier vor, dass die Elf in den vier Wochen vom 15. Februar bis zum 18. März nicht weniger als neun Par­tien absol­vierte, meis­tens gegen Euro­päer, die sich an die Gege­ben­heiten gewöhnen wollten.