Wayne Rooney, der alte Spaß­vogel, hatte es mal wieder geschafft, die Öffent­lich­keit mit einer lus­tigen Anek­dote zu erhei­tern. Der eng­li­sche Fuß­ball-Natio­nal­spieler – bekannt als großer Auto­narr – steu­erte im Herbst 2009 eines seiner fahr­baren Schmuck­stücke, einen 299-PS-starken Range Rover Sport 8, ziel­strebig an eine Zapf­säule im Klein­städt­chen Cheshire und tankte fleißig nach.



Dumm nur, dass der Angreifer von Man­chester United sein Vehikel mit Benzin auf­füllte – die Kiste benö­tigt übli­cher­weise Diesel. Minuten später sackte der Motor von Roo­neys Edel­ka­rosse auf der Auto­bahn weg, der Kurz­aus­flug mit seiner Gattin Col­leen endete auf dem Sei­ten­streifen. 7000 Euro und jede Menge Spott hat diese Aktion den 22-Jäh­rigen gekostet, doch muss sich der Hobby-Tank­wart dessen nicht schämen. Die Geschichte der Pro­fi­fuß­baller war immer auch schon ver­knüpft mit kuriosen, skur­rilen und bis­weilen tra­gi­schen Auto-Anek­doten.

24.000 Euro Strafe für David Odonkor

Wesent­lich tiefer in die Por­to­kasse greifen musste Ex-Natio­nal­spieler David Odonkor. Der pfeil­schnelle Außen­stürmer wurde zu 24.000 Euro Strafe ver­don­nert, weil er einen geleasten BMW 325 bereits nach drei Monaten wieder beim Händler abge­geben hatte – und die ver­trag­lich ver­ein­barte Lea­sing­zeit von zwei­ein­halb Jahren damit gekonnt über­sehen hatte. Noch erqui­ckender sind die Gerüchte aus Odon­kors Anfangs­zeit bei seinem neuem Verein Betis Sevilla. Gut­herzig und womög­lich ver­lieh der Ex-Borusse die Auto­schlüssel seiner Lea­sing­wagen an gute“ Bekannte. Odonkor, so schmun­zelt man, habe noch nicht einmal die Nach­namen der Auto­freunde gekannt. Wenige Wochen später fand die Polizei seinen aus­ge­schlach­teten Wagen in Ost­eu­ropa.


Unschönes erlebte auch Thomas Brdaric bei einem Ver­kehrs­un­fall in der Han­no­ve­raner Innen­stadt. Der ehe­ma­lige 96-Stürmer hatte sich mit seinem PS-starken Unter­satz zu einem sport­lich schwung­vollen Rennen mit einem anderen Ver­kehrs­teil­nehmer ent­schieden – mit dis­ku­ta­blem Ergebnis: Beide Wagen kol­li­dierten, die Polizei musste gerufen werden. Brdaric blieb gelassen und läu­tete selbst­be­wusst bei seiner Stamm­kneipe durch: Der War­tende ließ sich eine Fanta frei Haus lie­fern. Ob sein Renn­kol­lege eben­falls eine Kanne Sprudel bekam, ist nicht über­lie­fert.

Das ist eine Scheiß-Kiste!“


Einer ist immer der Doofe. Dachte sich ver­mut­lich Günter Netzer und ver­hö­kerte seinen maroden Jaguar E‑Type an den Berufs­kol­legen Franz Becken­bauer. Der ließ freu­de­strah­lend 10.000 DM auf das Konto von Fuhr­park-Besitzer Netzer über­weisen, nur um wenige Wochen später gegen­über der neu­gie­rigen Auto-Bild zu stän­kern: Das ist eine Scheiß-Kiste!“ Des Kai­sers neuer Flitzer bewies sich näm­lich als nicht unbe­dingt fahr­taug­lich: die Zün­dung streikte in fröh­li­cher Regel­mä­ßig­keit. und das edle Dach des Briten war rost­durch­fressen. Becken­bauer tat das einzig Rich­tige – und ver­schleu­derte den Wagen an Wolf­gang Overath. Der Kölner Mit­tel­feld­vir­tuose gilt bis heute als treuer Jaguar-Fahrer.

Auf immer und ewig mit dem vier­räd­rigen Spiel­zeug ver­bunden ist Mau­rizio Gau­dino. Der Edel­tech­niker lief Anfang der 90er Jahre zur abso­luten Höchst­form auf und erspielte sich in Diensten von Ein­tracht Frank­furt einen Platz in der deut­schen Natio­nal­mann­schaft. Ertrag­reiche Jahre. Doch ein kleiner Neben­ver­dienst, wer sagt da Nein? Dachte sich jeden­falls Gau­dino und inves­tierte eifrig in Luxus­ka­rossen. Nicht ganz legal, wie sich spä­tes­tens am 14. Dezember 1994 her­aus­stellen sollte. Gau­dino war in Thomas Gott­schalks Late Night Show“ geladen und plau­derte auf dessen Sofa lässig aus dem Näh­käst­chen. Als Gau­dino das Studio ver­ließ, glaubte er sich zunächst von der Ver­ste­cken Kamera“ ver­al­bert: Poli­zei­be­amte nahmen den Fuß­baller in Emp­fang.

Gau­dino wird bei Gott­schalk ver­haftet: Es bestand nie Flucht­ge­fahr!“

Wegen ver­suchten Ver­si­che­rungs­be­truges im Zusam­men­hang mit Auto­schie­be­reien wurde Gau­dino ange­klagt. Dabei sollen Luxus­autos zu Unrecht als gestohlen gemeldet und die Ver­si­che­rungs­summen in Höhe von fast 200.000 Mark abkas­siert worden sein. Ihm drohte eine zwei­jäh­rige Frei­heits­strafe – er kam mit einem Buß­geld von 180.000 DM davon. Der läs­sige Kom­mentar von Gast­geber Gott­schalk: Der übliche Weg ist es ja, erst ver­haftet zu werden und dann in eine Talk-Show zu gehen. Dass das jetzt anders­herum abläuft, ist mir auch neu.“

Gau­dino him­self zeigte sich über seine kon­se­quente Ver­haf­tung wesent­lich irri­tierter: Ein Witz, es bestand ja nie Flucht­ge­fahr. Meine Frau war hoch­schwanger, und ich war bei Ein­tracht Frank­furt ange­stellt. Wohin sollte ich flüchten? Die holten mich mit acht Beamten aus der Late Night Show ab, in der ich noch mit Kati Witt auf Inli­nern Tango getanzt habe.“