Herr Höfler, haben Sie sich jemals zum Klas­sen­spre­cher wählen lassen?
(Lacht.) Nein! Warum die Frage?

Sie wirken wie jemand, der gerne Ver­ant­wor­tung über­nimmt.
Ja, stimmt, aber in der Schule war das nicht der Fall. Das bezieht sich vor allem auf den Fuß­ball, da über­nehme ich in meinem Alter und in meiner Rolle als Sechser auto­ma­tisch Ver­ant­wor­tung.

Und doch tragen sie Ver­ant­wor­tung auch über den Platz hinaus. Sie enga­gieren sich unter anderem gegen sexu­ellen Miss­brauch von Kin­dern. Warum?
Ich habe mit meiner Frau in den letzten Jahren schon immer mal wieder Spenden getä­tigt. Irgend­wann haben wir uns hier in Frei­burg so ver­wur­zelt gefühlt, dass wir uns gefragt haben, ob wir nicht ein regio­nales Pro­jekt unter­stützen können. Im Sommer haben wir hier in Frei­burg viel über sexu­ellen Miss­brauch gespro­chen. Da wurde uns klar, dass wir genau hier helfen wollen.

Sie spielen auf den Miss­brauchs­skandal um einen Fuß­ball-Jugend­trainer aus Frei­burg an, der im Juli wegen jah­re­langer sexu­eller Über­griffe und dem Besitz von Kin­der­por­no­grafie ver­ur­teilt wurde.
Es ist ja so: Viel zu oft ver­schließen die Men­schen die Augen und sagt: Bei uns gibt es so etwas nicht!“ Aber das ist nicht der Fall. Das kann überall vor­kommen, hier in Frei­burg oder an der Nordsee.

Seit diesem Sommer sind Sie nun Gesicht der Kam­pagne Melde dich“ von Verein Wen­de­punkt gegen sexu­ellen Miss­brauch von Kin­dern. Wie kam es dazu?
Wir haben vier Kinder, die sehr wohl­be­hütet auf­wachsen. Mit­zu­be­kommen, dass viele andere Kinder Opfer von sexu­eller Gewalt werden, war für uns dann der Aus­löser etwas dagegen unter­nehmen zu wollen.

Wie ver­mit­teln Sie Ihren eigenen Kin­dern die Inhalte Ihres Enga­ge­ments?
Das ist ein ganz schmaler Grat: Den Kin­dern keine Angst zu machen, aber die rich­tigen Werte zu ver­mit­teln. Das Wich­tigste ist, dass sie begreifen, dass ihr Körper ihnen gehört. Und dass sie nie­mand anderes anfassen darf.