Wolf­gang Sidka, haben Sie sich in Berlin schon mit Alex­ander Nouri getroffen?
Nein.

Wann haben Sie ihn zuletzt gespro­chen?
Als er Trainer beim VfB Olden­burg war. Da saß ich mal für Sport1 als Co-Kom­men­tator beim Spiel Olden­burg gegen Meppen am Mikrofon. Vorher hatte ich mich mit Alex getroffen, um ein paar Infor­ma­tionen über die aktu­elle Mann­schaft des VfB ein­zu­holen. Da war er sehr offen.

Nouri hat erzählt, Sie hätten ihn als Trainer bei Werder Bremen zu den Profis geholt. Deckt sich das mit Ihrer Erin­ne­rung?
Ich bin mir ziem­lich sicher, dass er ein Spiel unter mir gemacht hat.

Er sagt, im UI-Cup.
Ja, das stimmt. Es war damals ein wich­tiges Spiel, um noch in den Europa-Cup zu kommen. Wir hatten damals …

… zur Saison 1998/99 …
… einige junge Spieler im Kader. Nicht nur Alex, auch Timo Schultz war dabei, der aktuell U‑19-Trainer bei St. Pauli ist, Chris­toph Dabrowski, auch Razundara Tji­kuzu. Es gab von der Ver­eins­füh­rung Vor­gaben, viele Nach­wuchs­spieler mit trai­nieren zu lassen. Aber dann stehen Sie als Trainer da, haben 33 Spieler im Kader und können gar kein effi­zi­entes Trai­ning mehr machen. Damit ist nie­mandem geholfen.

Den will ich hier nie wieder sehen“

Ist Ihnen Nouri als beson­deres Talent auf­ge­fallen?
Er war ein guter Tech­niker, aber noch unglaub­lich jung, erst 18 oder 19 Jahre alt. Soll ich Ihnen mal erzählen, wie das bei mir in diesem Alter war?

Gern!
Als ich bei Hertha die ersten Male mit der Bun­des­liga-Mann­schaft mit­trai­nieren durfte, haben mich die Profis regel­recht durch die Luft gehauen. Du musst schneller spielen“, haben sie gesagt. Wie denn?“, habe ich gefragt. Wenn ich den Ball annehme, ist er doch schon wieder weg.“ – Du musst halt vorher wissen, wo du hin­spielen willst.“ Ich habe den Ball gestoppt und dann erst geguckt, aber da war es schon zu spät. Mit 17 bin ich bei einem Freund­schafts­spiel gegen Hessen Kassel beim Stand von 2:1 für Erwin Her­man­dung ein­ge­wech­selt worden. 20 Minuten später lagen wir 2:3 zurück. Ich musste runter, und Her­man­dung kam wieder für mich aufs Feld. Unser Trainer Fifi Krons­bein hat danach über mich gesagt: Den will ich hier nie wieder sehen.“