11FREUNDE am Morgen

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Das große Auf­räumen. Sein Rück­tritt war viel­fach gefor­dert worden, nun gibt Fritz Keller auf. Der DFB-Prä­si­dent wird sein Amt als DFB-Prä­si­dent am Montag nach der Ver­hand­lung vor dem DFB-Sport­ge­richt auf­geben, aus eigener freier Ent­schei­dung in Ver­ant­wor­tung des Amtes als Prä­si­dent“. Eine euphe­mis­ti­sche For­mu­lie­rung ange­sichts des Drucks, unter dem Keller seit Wochen stand. Immerhin kann sich Keller trösten, er hat seine Wider­sa­cher mit in den Abgrund gerissen. So wird Gene­ral­se­kretär Fried­rich Cur­tius nach einer Ver­stän­di­gung über eine Auf­he­bung seines Arbeits­ver­trags“ den Fuß­ball­bund ver­lassen. Und Vize Rainer Koch, der wich­tigste Gegen­spieler Kel­lers im Prä­si­dium, wird beim nächsten DFB-Bun­destag nicht mehr für das Amt des ersten Vize­prä­si­denten Ama­teure kan­di­dieren.

Ein über­fäl­liges Groß­rei­ne­ma­chen, das natür­lich die Frage nach den Nach­fol­gern auf­wirft. Ein Lan­des­fürst aus den Regio­nal­ver­bänden? Rudi Völler als inte­gra­tiver Früh­stücks­di­rektor? Ein aktiver Manager aus der Bun­des­liga? Klar scheint schon jetzt: um einen pas­senden Kan­di­daten zu finden, wird das Prä­si­den­tenamt wieder mit der Macht­fülle der Amts­in­haber vor Fritz Keller aus­ge­stattet werden müssen. Den Grüß­au­gust zu geben, dafür dürften sich alle Kan­di­daten zu schade sein. Bis auf Sylvia Schenk viel­leicht.

Zitat des Tages

Auf Kiel können wir nicht mehr hoffen!“

Horst Hrubesch wirft einen realistischen Blick auf die Zweitligatabelle und wünscht nur noch dem Drittplatzierten Greuther Fürth eine kleine Schwächeperiode
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Zu eisern

In einer gemein­samen Recherche von Buz­z­feed und der Mär­ki­schen All­ge­meinen Zei­tung werden schwere Vor­würfe gegen das Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trum des Bun­des­li­gisten 1. FC Union Berlin erhoben. So soll der Anteil der Migranten unter den Jugend­spie­lern unter der Ägide des neuen Chef­trai­ners André Hof­schneider von 40 auf 10 Pro­zent gesunken sein. Außerdem wird ein erra­ti­scher Aus­wahl­pro­zess, ein despek­tier­li­cher Umgangston und ein gesund­heits­schäd­li­cher Druck auf die Nach­wuchs­ki­cker beklagt. Was dabei noch mehr befremdet als die meisten der Vor­würfe, die in dieser oder ähn­li­cher Art sicher vielen Nach­wuchs­leis­tungs­zen­tren zu machen wären, ist die pam­pige Art, mit der der Klub nahezu sämt­liche Vor­würfe rigoros zurück­weist, den Fra­gen­ka­talog der Jour­na­listen vorab ver­öf­fent­licht und die Anschul­di­gungen als anonymes Gerede klein­redet. Es ist nicht das erste Mal, dass der Klub derart reagiert – und er tut sich damit keinen Gefallen.

Großer Bahnhof

Erst Vize­meis­ter­schaft, dann Abschied. Nach einem 2:1‑Sieg gegen Khimki ist Dome­nico Tedesco bei Spartak Moskau mit Pomp und vielen Geschenken ver­ab­schiedet worden. Erst gab es groß­for­ma­tige Bilder, dann Gesänge und Sprech­chöre, dann mar­schierte der deut­sche Coach durch ein Spa­lier und drehte schließ­lich auch noch eine Ehren­runde vor 10000 Anhän­gern. Was Tedesco sicht­lich rührte. Aber er muss jetzt auch nach vorne schauen – Schalke braucht ihn jetzt.

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Kopf­ver­let­zungen

End­lich han­delt die FIFA. Zu den Aus­wir­kungen von Kopf­ver­let­zungen im Sport gibt es viele Stu­dien. Als Para­de­bei­spiel gilt dabei Ame­rican Foot­ball. 2017 stellte eine Studie bei 99 Pro­zent der unter­suchten NFL-Spieler die dege­ne­ra­tive neu­ro­lo­gi­sche CTE-Erkran­­kung fest. Im Fuß­ball zeigt eine Studie von 2019, dass die Wahr­schein­lich­keit, an Demenz zu erkranken, bei Spie­lern dreimal höher ist als im​„Nor­mal­fall“. Auch Per­sön­lich­keits­ver­än­de­rungen, Sprech­stö­rungen und Depres­sionen zählen zu den lang­fris­tigen Folgen. Das ist bedingt durch schnelle Bewe­gungen an sich, wird geför­dert von vielen Kopf­bällen und auf die Spitze getrieben durch hef­tige Zusam­men­stöße – wie zuletzt bei Her­thas Maxi­mi­lian Mit­tel­städt. Am Don­nerstag erklärte nun Andrew Massey, medi­zi­ni­scher Direktor der FIFA, dass bei allen FIFA-Wet­t­­be­­werben sowohl Video­auf­nahmen für die Tea­m­ärzte als auch externe soge­nannte​„con­cus­sion spotter“, also​„Gehirn­­er­­schü­t­­te­­rungs-Beob­­achter“, ein­ge­setzt werden sollen. Diese sollen auf den Rängen Platz nehmen, um so einen bes­seren Über­blick zu haben und Hin­weise auf eine etwaige Kopf­ver­let­zung leichter erkennen zu können.

End­lich! Thomas Müller (67) kommt zurück in die Natio­nalelf. Das wurde ges­tern bekannt. Fehlen eigent­lich nur noch Jerome Boateng (56), Mats Hum­mels (76) und Per Mer­te­sa­cker (87), dann sollte der große Umbruch noch vor der EM abge­schlossen sein.

Einen guten Mitt­woch wünscht

Philipp Köster