Seite 2: Kurioser Sieg gegen den Tabellenführer

Wie muss man sich das in der Kabine vor­stellen: Hasten Sie nach dem Trai­ning von Mainz direkt zur Vor­stands­sit­zung vom FV Wehr?
Es gibt nur fünf bis sechs Vor­stands­sit­zungen, die alle unter der Woche statt­finden. Ich fahre nur eine Stunde und 15 Minuten zum Verein, von daher ist das alles kein Pro­blem. Einige meiner Mit­spieler wissen schon, was ich mache. Schließ­lich schaue ich bei Aus­wärts­fahrten auch immer direkt auf die fuss​ball​.de-App, um zu sehen, wie der FV Wehr gespielt hat.

Gibt es in Wehr die typi­schen Uni­kate des Ama­teur­fuß­balls?
Ja, wir haben einen Kas­sierer, der in der zweiten Halb­zeit das Ein­tritts­geld ein­sam­melt. Er ist seit 30 Jahren dabei und war schon beim FV, als ich noch in der Jugend gekickt habe.

Gibt es noch etwas, was Sie am Ama­teur­fuß­ball beson­ders schätzen?
Es macht ein­fach Spaß, da zuzu­schauen, weil sich immer wieder kuriose Szenen abspielen. In der Hin­runde bei­spiels­weise hatten wir ein Spiel gegen den Tabel­len­führer und lagen mit 1:0 in Füh­rung. Dann spielte deren Stürmer unseren Tor­wart aus und stand allein vor dem Tor. Er schoss und traf die Glas­was­ser­fla­sche unseres Tor­warts, die hinter der Linie stand. Der Ball sprang raus und der Schieds­richter ließ wei­ter­spielen. Ihm war da die Sicht ver­sperrt worden. Was soll ich sagen, wir gewannen mit 1:0! Solche Geschichten gibt es auch ein­fach nur in der Kreis­liga.