Seite 2: Interesse von Bayern und Dortmund

Pal Dardai, Ihr Trainer, hat am Wochen­ende gesagt, dass Sie inzwi­schen fast feh­ler­frei spielen, nachdem Sie in der Ver­gan­gen­heit gele­gent­lich Lehr­geld hätten zahlen müssen. 
Das habe ich gar nicht mit­be­kommen. Natür­lich ist es schön, wenn er so etwas sagt. Für junge Spieler ist es normal, dass sie Fehler machen. Aber alte Spieler machen auch Fehler. Selbst Toni Kroos hat wahr­schein­lich schon zweimal den glei­chen Fehl­pass gespielt. Nur redet da nie­mand mehr von Lehr­geld. Da sind es ein­fach Fehler. Fehler sind Teil des Fuß­balls. Aus Feh­lern lernt man. Wichtig ist, wie man mit ihnen umgeht – und wie man sie wieder aus­bü­gelt. 

Wie gehen Sie damit um? 
Der Trainer hat doch gesagt, ich mache zur­zeit keine Fehler (lacht). Nein, Spaß. Man darf sich von einem Fehler nicht beein­flussen lassen, muss das ein­fach aus­blenden. So wie bei meinem Eigentor gegen Mainz. Sobald der Fehler pas­siert ist, ist es in gewisser Weise egal – weil du ihn sowieso nicht mehr rück­gängig machen kannst. Das muss man gerade als junger Spieler erst lernen. Viele sind nach einem Fehler über­mo­ti­viert. Sie wollen es unbe­dingt wieder gut machen, machen und tun alles – und gehen dann viel­leicht auch Wege, die nicht so gut sind, weil sie dem Gegner Räume eröffnen. Man muss ein­fach ruhig bleiben. 

Haben Sie das auch erlebt?
Ja, natür­lich. Da muss jeder jün­gere Spieler mal durch. Aber mir geht es gerade ein biss­chen viel um Fehler. Jeder Fehler hat mich dahin gebracht, wo ich jetzt bin. Genauso jede gute Aktion, jede ent­schei­dende Aktion, jedes Tor. Das gehört zu mir. Alles ist gut.

Reden wir über die Aner­ken­nung, die Sie gerade erhalten: die Nomi­nie­rung für die Natio­nal­mann­schaft, das angeb­liche Inter­esse großer Ver­eine, erst Bayern, jetzt Dort­mund. Was macht das mit Ihnen?
Gar nichts. Was irgend­wann pas­siert, lasse ich ein­fach auf mich zukommen. Im Moment gilt mein Fokus allein Hertha.