1. Der Gum­mi­penis Gottes
Diego Mara­donas Skandal­liste ist mitt­ler­weile unend­lich lang, da wun­dert es kaum, dass der wohl beste Fuß­baller aller Zeite auch beim The­men­kom­plex Urin“ einen Bei­trag bei­steuern kann. Um bei Doping­kon­trollen nicht negativ auf­zu­fallen, soll sich El Diez in seiner Zeit beim SSC Neapel regel­mäßig vor dem Gang auf die WADA-Toi­lette einen fal­schen Penis umge­schnallt haben, der sei­ner­seits mit Frem­durin gefüllt war. Er war eben schon immer ein krea­tiver Frei­geist.

2. Ach­tung, wütender Kahn
Jenen Tag im März 2007 wird Uefa-Kon­trol­leur Franz Krössl­huber wohl nie ver­gessen. Weil der eif­rige Pipi­tester Bayern-Keeper Oliver Kahn nach dem Ach­tel­final-Rück­spiel gegen Real Madrid auf­for­derte, die Uri­n­ab­gabe zu wie­der­holen, weil Kahn seinen Becher nicht vor den Augen eines Offi­zi­ellen gefüllt haben soll, reagierte der Titan, nun ja, unge­halten und warf den rand­vollen Becher quer durch den Raum in die Toi­lette. Dabei besu­delte er unter anderem die Unter­lagen des Kon­trol­leurs, der jedoch post­wen­dend Ent­war­nung gab: Zum Glück hatte ich die For­mu­lare in dop­pelter Aus­fer­ti­gung dabei.“ Zum Glück.

3. Der beson­dere Saft
Es ist Zeit für ein Geständnis: Carmen Thomas hat unser Leben ver­än­dert. Die Erfin­derin der FC Schalke 05 schrieb näm­lich einst einen echten Best­seller, in dem sie berichtet, dass Astro­nauten der ISS ihren Urin trinken, Roboter-Inge­nieure der Uni­ver­sität in Bristol Handy-Strom aus Urin erzeugen, nige­ria­ni­sche Schü­le­rinnen einen Urin-Gene­rator zum Betreiben von Glüh­birnen gebaut haben, die Uni­ver­sität Ber­kley für Urin-betrie­bene Bat­te­rien eine Aus­zeich­nung erhielt und chi­ne­si­sche Nano-Tech­no­logen bei der BBC mit einem wis­sen­schaft­li­chen Artikel zitiert werden, der vom erfolg­rei­chen Zähne-Züchten aus Urin berichtet. Der Titel des Buchs Ein ganz beson­derer Saft – Urin“. Kein Witz.

4. Fuß­ball­fans sind keine Ver­bre­cher
Aber dafür manchmal richtig däm­lich. Wie etwa der Anhänger des 1. FC Köln, dem es offenbar nicht genügte den Fans des FC Schalke 04 90 Minuten Tod, Hass und Belei­di­gungen an den Hals zu wün­schen. Nein, der Fan uri­nierte in seinen leeren Bier­be­cher und warf das lau­warme Geschoss in den Schalker Fan­block. Die Köl­ni­sche Rund­schau“ berich­tete im Anschluss, dass nicht nur Schalker, son­dern offenbar auch Anhänger des 1. FC Köln selbst von den Urin­bomben getroffen wurden. Wie ange­pisst die Opfer im Anschluss tat­säch­lich waren, ist jedoch nicht bekannt.

5. Pipi an der Wand
Es sieht aus, als hätte er Urin mit einem Glas an die Wand geschüttet, dann mit Farbe drüber gepin­selt. Uns traf fast der Schlag, als wir in die Woh­nung kamen. Es stank bes­tia­lisch“, sagte der ehe­ma­lige Ver­mieter Mo Idrissou, Angreifer des 1. FC Kai­sers­lau­tern. Und schon ging unser Kopf­kino los. Wir sahen, wie der Stürmer seine Sachen zum Umzug fein säu­ber­lich in den Karton sor­tierte, danach noch einmal feucht durch die Ecken wischte und zum Abschluss seiner Blase ganz genüss­lich freien Lauf ließ. Alles Mum­pitz, behauptet zumin­dest Idris­sous Anwalt Michael Blöckler: Ich war selbst in der Woh­nung, habe die Abnahme gemacht und kann die Urin-Vor­würfe des­halb nur mit Ver­wun­de­rung zur Kenntnis nehmen.“ Und weiter: Wie man aus einem Grau­schleier, der an einer weissen Wand zu sehen ist, solche Vor­würfe und Rück­schlüsse kon­stru­ieren kann, ist für mich nicht nach­voll­ziehbar.“ Für uns auch nicht.

6. Dumme Frage, große Ant­wort
Timing, Humor, Pointe: Bei diesem legen­dären Dialog zwi­schen einem Fern­seh­re­porter und Manuel Neuer stimmt ein­fach alles.

7. Die Anti-Pinkel-Bri­gade
Diese Schlag­zeile ließ Fuß­ball­fans welt­weit betroffen zurück: Fuß­ball­fans pin­keln ihr Sta­dion kaputt“. Das Opfer: das legen­däre Mara­cana. Die Gewohn­heit der Fans, die Wände des Sta­dions als Toi­letten zu miss­brau­chen, zer­störe den Beton des einst größten Fuß­ball­sta­dions der Welt, berich­tete im Jahr 2000 die O Dia“ und schätzte den Schaden des Wild­pin­kels auf umge­rechnet 30 Mil­lionen Euro. Aber nicht nur jene Sta­di­on­teile, die von den eher armen Fans benutzt werden, sind völlig zer­stört“, berich­tete ein Archi­tekt. Auch Wände an den Auf­zügen, die nur von Spie­lern, Funk­tio­nären und Fans der Son­derblöcke benutzt werden, seien Opfer des Urins geworden. In der Folge wurde eine Anti-Pinkel-Bri­gade“ im Sta­dion ein­ge­setzt. Acht Mit­ar­beiter sollten die Fans dazu auf­for­dern, die 60 Toi­letten im Rund zu benutzen. Weil das alles nicht half, nahm sich die Fifa des Pro­blems an und ließ den eins­tigen Fuß­ball­tempel so kos­ten­in­tensiv umbauen, dass sich heute sowieso kein nor­maler Men­sche mehr eine Karte für das Mara­cana leisten kann.

8. Prince mit Fluppe
Weil es beim Doping­test nach dem Spiel gegen Bayer Lever­kusen nicht so richtig laufen wollte, machte es sich Schalkes Kevin-Prince Boateng im Sani­tär­be­reich des Sta­dions ein­fach mal gemüt­lich, öff­nete sich ein Bier und rauchte ein Ziga­rett­chen. Kein Pro­blem, fand auch Schalke-Manager Horst Heldt und gab zu Pro­to­koll: Jeder weiß doch: Bier treibt. Das trinken fast alle Sportler nach Wett­kämpfen, damit sie schneller mit der Doping­kon­trolle fertig werden.“ Zum Pro­blem wurde das Fei­er­abend­pils aller­dings, als ein Foto des rau­chenden Prinzen im Bou­le­vard auf­tauchte, wor­aufhin Heldt mit juris­ti­schen Kon­se­quenzen für den Hobby-Foto­grafen drohte.

9. Das gött­liche Schwänz­chen
Der Aus­spruch Ich hatte es im Urin“ bekam nach dem WM-Finale 1994 zwi­schen Ita­lien und Bul­ga­rien end­lich ein Gesicht: Roberto Baggio. Gerade hat der Mann mit dem Spitz­namen Das gött­liche Schwänz­chen“ sein Land mit zwei Toren ins Finale geschossen, als er zu Boden sank, den Rasen küsste und bit­ter­lich weinte. Von den Kol­legen vor Erschöp­fung in die Kabine getragen, saß Baggio zwei Stunden ohne Regung da, konnte sich nicht mal mehr alleine die Schuhe auf­binden, also wurde er anschlie­ßend unge­duscht ins Hotel gebracht. Dort sagte er war­tenden Jour­na­listen: In der Nacht vor dem Spiel hatte sich mein Magen gemeldet. Dünner Stuhl, ver­mehrter Urin. Es war die Angst, die raus mußte. Die Angst vor dem Ver­sagen.“ Und, oh Wunder, nur vier Tage sollte sein Urin Recht behalten: Baggio schoss den ent­schei­denden Elf­meter im Finale in den strah­lend blauen Himmel von Los Angeles und machte so Bra­si­lien zum Welt­meister.

10. An die Palme
Carsten Pröpper vom FC St. Pauli sah im Trai­nings­lager im spa­ni­schen Chi­c­lana keinen Grund, zur Ver­rich­tung der Not­durft die Her­ren­toi­lette auf­zu­su­chen und bewäs­serte kur­zer­hand die Palme im Hotel­foyer. Und wer weiß, viel­leicht hat Kevin Groß­kreutz an den Spiel­ma­cher vom Keiz gedacht, als er sich nach dem ver­lo­renen Pokal­fi­nale in Berlin an eine Säule im Hotel­emp­fang stellt und seine natür­li­chen Bedürf­nissen ein­fach mal freien Lauf ließ.