Es ist nur ein Gerücht. Und es wird hof­fent­lich auf immer ein Gerücht bleiben. Nach Infor­ma­tionen des Guar­dian denkt der FC Liver­pool dar­über nach, die Namens­rechte am Anfield zu ver­kaufen. Klub­be­sitzer John W. Henry wurde gemeinsam mit dem ehe­ma­ligen Vor­stands­vor­sit­zenden Rick Parry bei einem Spiel des Klubs Al Wasl in Dubai gesichtet. Dubai gleich Scheichs gleich sehr viel Geld. Gleich: Ver­sucht Henry etwa für einen Haufen Kohle die Namens­rechte am viel­leicht legen­därsten Sta­dion der Welt zu ver­hö­kern?

This is National Bank of Abu Dhabi?

Anfield. Das ist Mythos, Geschichte und Fas­zi­na­tion. This is Anfield“ steht auf einem Schild im Spie­ler­tunnel. Trai­ne­rikone Bill Shankly hatte das Teil einst anbringen lassen. Als Zei­chen für alle Gegner: Hier gibt es für euch nichts zu holen. Hier regieren wir. Denn das ist Anfield.

This ist Emi­rates? This is National Bank of Abu Dhabi? This is TAQA? Was bedeutet eigent­lich Lasst die Finger davon, sonst fangt ihr euch eine“ auf ara­bisch?

Der Ver­kauf des Sta­di­on­na­mens ist eine der schlimmsten Aus­wüchse des kom­mer­zia­li­sierten Fuß­balls. Kleis­tert das gesamte Sta­dion mit Anzeigen zu, lasst den Sta­di­on­spre­cher bei jedem Ein­wurf zum Markt­schreier mutieren oder druckt die Spon­soren quer über die Spie­ler­namen. Aber lasst die Finger von den Sta­di­on­namen! Gut, der Sün­den­fall hat auch hier­zu­lande längst Ein­kehr gehalten. Aber muss man das akzep­tieren? Fragt sich auch, ob jemals einer der Spon­soren sein Image auf­po­lieren konnte, indem er die Heimat der Fans ein­fach umtaufte. Imtech-Arena statt Volks­park­sta­dion? Com­merz­bank-Arena statt Wald­sta­dion? Eigent­lich sollten für diese Ver­bre­chen an der Fan­kultur bis heute regel­mäßig Mahn­wa­chen vor den Arenen“ gehalten werden.