Da sind eine Reihe von Mel­dungen, die den Fuß­ball zuletzt in seinen Grund­festen erschüt­tert haben. Ers­tens: Eng­land ist nicht bei der EM dabei. Zwei­tens: Schott­land ist nicht bei der EM dabei. Drit­tens: Finn­land ist nicht bei der EM dabei. Vier­tens: Ita­lien ist bei der EM dabei. Fünf­tens: Der Liga­pokal wird abge­schafft. Aber das alles ist nichts gegen­über der schreck­li­chen Nach­richt, die uns aus Ost­west­falen zu Ohren kommt: Bei Arminia Bie­le­feld gibt es einen Maul­wurf.

Was ist pas­siert? Irgend­wann neu­lich über­sandte Ver­eins­prä­si­dent Hans-Her­mann Schwick ein Fax an die acht Mit­glieder des Auf­sichts­rates, in denen allerlei Interna ver­schrift­licht waren. Nichts wirk­lich Auf­re­gendes, nur der übliche Kram, mit dem sich Auf­sichts­rats­mit­glieder so her­um­zu­schlagen haben. Der Sport­di­rektor will mehr Geld, der Finanz­ma­nager will nicht weniger Geld als der Sport­di­rektor, und beide wollen nicht weniger als der Trainer, und sei es, weil sie, im Gegen­satz zum Übungs­leiter, immer brav Taxi fahren statt mit dem eigenen Auto, wenn sie ange­schi­ckert sind, und das geht ja auch alles ins Geld. Die Moneten sind aber jetzt nicht das Thema in Bie­le­feld. Das Thema ist das Fax, das auf omi­nöse Weise den Weg in die Redak­tion einer wöchent­lich erschei­nenden Sport­il­lus­trierten gefunden hat, und von dort, huch, direkt den Weg in die Illus­trierte selber. Seitdem wähnt sich die ganze Stadt wie in einem Roman mit Miss Marple, einem klas­si­schen Rät­sel­krimi mit tau­send Ver­däch­tigen. Wer war der Infor­mant, der im Schutze der Dun­kel­heit das geheime Papier hin­terzog? Ein Auf­sichts­rats­mit­glied, ein Vor­ständler gar? Oder doch nur ein gemeiner Strauch­dieb, der in einem unbe­auf­sich­tigten Moment bei einem der Adres­saten das Fax ent­wen­dete, kopierte und wieder an seinen Platz legte?

Alles ist mög­lich, nichts undenkbar und das Gemein­wesen am Teu­to­burger Wald wird erfüllt von einem Klima des Miss­trauens. Bür­ger­wehren patrouil­lieren, Eltern lassen ihre Kinder nicht mehr auf der Straße spielen. Dreh’ dich nicht um, der Fax­dieb geht um. Dabei wäre das alles leicht zu ver­hin­dern gewesen, wenn, ja wenn man auch bei Arminia schon mal etwas von modernen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­formen gehört hätte. Auf die Frage, ob er selbst in der Ange­le­gen­heit einen Fehler gemacht hätte, sprach Prä­si­dent Schwick den bemer­kens­werten Satz: Faxe wird es immer geben, wir leben nun mal im Zeit­alter der Faxe.“ Im Klub sam­meln sie jetzt für Schwick, für ein altes Modem zu Weih­nachten.