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3. Liga

QUADRAT 1 1 für Hochformate 7

Dieses Inter­view erschien erst­mals in Aus­gabe 226. Hier im Shop erhält­lich.

Torsten Frings, Meppen und ich – das passt“, haben Sie bei Ihrer Vor­stel­lung gesagt. Ein unge­wöhn­li­cher Satz für einen 79-fachen Natio­nal­spieler.
Ich brauche nicht viel, um glück­lich zu sein. Als ich in Darm­stadt gear­beitet habe, hat jeder geschimpft, dass die Ver­hält­nisse nicht bun­des­li­ga­reif seien. Für mich hat das den Charme aus­ge­macht. Um Fuß­ball zu spielen, braucht’s einen Rasen. Alles andere kommt danach.

Es heißt, Sie hätten die Ver­ant­wort­li­chen bei einem per­sön­li­chen Gespräch von sich über­zeugt.
Ich bin wohl das, was Meppen gesucht hat. Das erste Treffen war bei mir zu Hause, dann haben wir uns ein wei­teres Mal getroffen und das Ding fest­ge­macht.

Wie haben Sie sich auf das Gespräch vor­be­reitet?
Gar nicht.

Ver­spürten Sie keinen Druck wie bei einer Bewer­bung?
Aber des­halb würde ich mich ja nicht ver­stellen und irgend­welche Power­point-Prä­sen­ta­tionen vor­be­reiten. Das ist nicht mein Stil. Dass ich Sport­vor­stand Heiner Beck­mann und Geschäfts­führer Ronny Maul zu mir nach Hause ein­ge­laden habe, zeigt ja auch, dass ich ein boden­stän­diger Mann bin. Die Haustür für andere zu öffnen, ist für mich ein Ver­trau­ens­be­weis. Als Bun­des­li­ga­profi habe ich mich einige Male auf Auto­bahn­rast­stätten getroffen, mit Sport­di­rek­toren, die mir gesagt haben, sie hätten Inter­esse an mir – hat mir nicht gefallen.

Kein Inter­view über den SV Meppen ohne Bezug zum Toni-Schu­ma­cher-Zitat: Ich spiel’ doch nicht in Meppen.“ Was haben Sie für einen Ein­druck vom Verein?
Das ist ein boden­stän­diger Klub, hier werden keine Faxen gemacht. Wir haben vier Stunden zusam­men­ge­sessen, danach habe ich zu meiner Frau gesagt: Das könnte passen.“ Als Nächstes habe ich im Internet mal nach­ge­sehen, welche Woh­nungen in der Stadt frei sind.

Aktuell sind es vier.
Meine Woh­nung ist ja nicht mehr gelistet. (Lacht.) Ich wohne 500 Meter vom Sta­dion ent­fernt, passt gut. Heute Abend kommen die letzten Kisten.

Als Torsten Frings am Tag des Inter­views vor­fährt, ver­lässt er den Wagen und geht schnellen Schrittes Rich­tung Kabine. Kurze Begrü­ßung zweier Co-Trainer, dann nichts wie rein. Der ritua­li­sierte Habitus eines Profis, der sich viel­leicht noch immer ver­folgt fühlt. Ein paar Minuten später schaut er aus einem Fenster der Geschäfts­stelle hin­unter, er ist nur kurz zu sehen, winkt und ruft: Hey, das Inter­view – lasst uns das mal im Sta­dion machen. Ich will heut nicht raus.“ Dort ange­kommen, setzt sich der Trainer auf die breiten Beton­stufen der Steh­tri­büne. Er über­legt vor jeder Ant­wort, wägt ab. Ihm sind Ein­zel­heiten sehr wichtig. Irgend­wann, im Laufe des Inter­views, streckt er die Beine aus und lehnt seine Arme auf die Hin­ter­stufe.

Es heißt, sie hätten bis vor wenigen Tagen noch gar keinen Ver­trag unter­schrieben.
Der Finanz­vor­stand war noch im Urlaub, das war mir aber auch nicht wichtig. Der Vor­stand und ich hatten ja unsere Zusam­men­ar­beit bereits per Hand­schlag besie­gelt.

Ist Ihnen das Geld egal?
Geld ist mir nicht egal, steht aber für mich auch nicht an erster Stelle. Ich meine damit: Wir haben uns nach dem zweiten Treffen die Hand gegeben und damit war es klar. Ab diesem Moment begann für mich die Arbeit als Trainer des SV Meppen. Ich würde mir eher die Hand abha­cken, als dass ich ver­trags­brü­chig werde.