Deutsch­land 1938
Da hatten sich die Nazis solche Mühe gegeben und recht­zeitig vor der WM in Frank­reich noch den Anschluss Öster­reichs durch­ge­setzt und dann das: Mit fünf Spie­lern aus der ehe­ma­ligen öster­rei­chi­schen Wun­derelf“ unterlag die Mann­schaft Außen­seiter Schweiz in der ersten Runde (hier: Ach­tel­fi­nale). Beim 1:1 im ersten Spiel flogen den Fuß­bal­lern Eier und Tomaten von wütenden Pari­sern um die Ohren, im Wie­der­ho­lungs­spiel die Tore. End­stand: 2:4.

Eng­land 1950
Can’t we play them again tomorrow?“, ächzte der Eng­länder Wilf Man­nion nach der 0:1‑Pleite des Mut­ter­landes gegen die USA. Als das Ergebnis am nächsten Tag in der Heimat bekannt wurde, machte sich ungläu­biges Ent­setzen breit. Held der Partie: Tor­schütze Joe Gaet­jens, ein deutsch­stäm­miger Hai­tianer, der erst nach der WM seinen US-Pass erhielt. 

Ita­lien 1954
12:1 Ecken, ein kurz vor dem Schluss­pfiff nicht gege­benes Tor wegen angeb­li­cher Abseits­stel­lung und trotzdem 1:2 gegen die Schweiz ver­loren – die Bilder des erzürnten unga­ri­schen Erfolgs­trai­ners Lajos Czeizler gingen nach der über­ra­schenden Nie­der­lage der favo­ri­sierten Ita­liener um die Welt. Noch schlimmer: Im Ent­schei­dungs­spiel setzte es – eben­falls gegen die Schweiz – gar eine 1:4‑Klatsche. Czeizler schmiss anschlie­ßend hin.

Argen­ti­nien 1958
Das war eine Lehr­stunde in gutem euro­päi­schen Fuß­ball“, erklärte Argen­ti­niens Trai­ner­le­gende Guil­lermo Stá­bile nach der schmerz­haften 1:6‑Vorrundenpleite seiner Mann­schaft gegen die Tsche­cho­slo­wakei – und trat anschlie­ßend zurück.

Ita­lien 1962
Raub!“ zürnte nach dem viel­leicht bru­talsten Spiel der WM-Geschichte der Cor­riere dello Sport“. Das 0:2 der Ita­liener gegen Gast­geber Chile bedeu­tete das Vor­run­denaus für den Favo­riten. Mit Fuß­ball hatte diese Partie indes nicht viel zu tun: Gleich mehr­fach ver­wi­ckelten sich Spieler beider Mann­schaften in Faust­kämpfe, einmal musste gar die Polizei die prü­gelnden Kicker trennen.

Bra­si­lien 1966
Wie stoppt man Bra­si­lien? Indem man Pelé halb tot tritt. So wie Por­tugal im Grup­pen­spiel gegen den amtie­renden Welt­meister bei der WM 1966. Die Über­ra­schungs­mann­schaft um Eusébio schei­terte anschlie­ßend erst im Halb­fi­nale.

Deutsch­land 1978
Sparen wir uns wei­tere Worte und lau­schen noch einmal der öster­rei­chi­schen Radio­le­gende Edy Finger: Und jetzt kann sich Sara noch einen aus­sichtslos schei­nenden Ball her­ein­holen. Es gibt Bei­fall für ihn. Da kommt Krankl in den Straf­raum – Schuss. Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor! I wer’ nar­risch!“

Sowjet­union 1990 
Als Geheim­fa­vorit auf den Titel ange­treten, musste die sowje­ti­sche Aus­wahl 1990 schon nach der Grup­pen­phase zurück ins zer­brö­ckelnde Rie­sen­reich. Nie­der­lagen gegen Rumä­nien und Argen­ti­nien besie­gelten das Aus. Trainer Walerij Loba­nowski sorgte anschlie­ßend für eine Sen­sation – indem er seine Lippen bewegte: Die größte Pleite meiner Lauf­bahn!“

Frank­reich 2002
Das muss den Fran­zosen erst mal einer nach­ma­chen: Als amtie­render Welt­meister in der Grup­pen­phase mit null Toren und nur einem Punkt aus­scheiden. Dazu mit Thierry Henry bereits im zweiten Spiel den besten Mann durch einen Platz­ver­weis ver­lieren. Kom­mentar von Bixente Liz­a­razu: Wir ver­stehen über­haupt nicht, was pas­siert ist.“ 

Frank­reich 2010
Nie­der­lagen gegen Mexiko und Südaf­rika. Ein Stürmer (Nicolas Anelka), der seinen Trainer (Ray­mond Domenech) als dre­ckigen Huren­sohn“ beschimpft, ein Trai­nings­boy­kott inklu­sive Bei­­nahe-Hand­greif­lich­keiten zwi­schen Kapitän (Patrice Evra) und Co-Trainer (Robert Duverne) – die fran­zö­si­sche Natio­nal­mann­schaft über­traf sich bei der WM 2010 selbst. Sogar Staats­prä­si­dent Nicolas Sar­kozy mel­dete sich zu Wort: Die­je­nigen, die dafür verant­wortlich sind, müssen gehen!“