Ced­rick Makiadi, in der Win­ter­pause war Frei­burg abge­schrieben, nun kann das Team vor­zeitig den Klas­sen­er­halt sichern. Was ist pas­siert?
Ced­rick Makiadi: Ein sehr wich­tiger Aspekt war mit Sicher­heit, dass Chris­tian Streich als Trainer über­nommen hat. Er ist jemand, der sich hier in Frei­burg und der Region bes­tens aus­kennt und in der Frei­burger Fuß­ball­schule tätig war. Chris­tian Streich hat fri­schen Wind rein­ge­bracht, bei ihm erhält jeder Spieler seine Chance, egal ob alt oder jung. So ent­stand ein Kon­kur­renz­kampf, von dem wir alle pro­fi­tieren.

Chris­tian Streich ist ein unge­wöhn­li­cher Trainer, es kommt vor, dass er das Auf­wärm­pro­gramm mit­macht. Was haben Sie gedacht, als Sie ihn das erste Mal gesehen haben?
Ced­rick Makiadi: Man muss dazu sagen, dass er schon zur Zeit, als Robin Dutt hier Trainer war, als Co-Trainer die Trai­nings­in­halte mit­ge­staltet hat. Wir Spieler haben seit vier Jahren Kon­takt zu ihm. Mit Sicher­heit ist es in der Bun­des­liga nicht all­täg­lich, dass sich der Trainer vor dem Spiel warm­macht. Aber das zeigt, dass er das Spiel mit­lebt und sich vor­be­reitet. Das Ganze ist keine Show, so ist Chris­tian Streich und so war er auch als Jugend­trainer.

Wäre unter ihm die Hin­runde für den SC besser ver­laufen?
Ced­rick Makiadi: Das weiß man nicht. Es hätte auch alles ganz anders kommen können, wenn er bereits im ver­gan­genen Sommer ange­fangen hätte. Viel­leicht war die Win­ter­pause genau der rich­tige Zeit­punkt. Wir waren Letzter und hatten nichts mehr zu ver­lieren. Dann kam Chris­tian Streich, er hat uns das nötige Selbst­ver­trauen zurück gegeben und jeden Ein­zelnen stark gemacht. Ich habe bereits im Trai­nings­lager das Gefühl bekommen: Für uns ist noch einiges mög­lich.

Was macht Frei­burg besser als andere Teams im Abstiegs­kampf?
Ced­rick Makiadi: Wir haben den Kopf frei, ein­fach weil wir nichts mehr zu ver­lieren hatten. Und nach dem ersten Spiel in der Rück­runde gegen Augs­burg war der Glaube wieder da. Die jungen Spieler lassen sich nicht ver­rückt machen. Und wir haben den Vor­teil, dass hier der mediale Druck nicht so hoch ist wie anderswo. Wir können auch in schwie­rigen Phasen in Ruhe arbeiten.

Vor der Win­ter­pause kün­digte der Verein einigen Spie­lern, der Trainer wurde ent­lassen. So etwas kannte man gar nicht aus Frei­burg.
Ced­rick Makiadi: Es ist richtig, dass bei uns in der Mann­schaft nicht alles in Ord­nung war. Man kann auch nicht sagen, dass wir vor Spiel­freude gestrotzt hätten. Da fehlte uns ein­fach auch der Glaube an uns selbst. Der Verein sah sich dann gezwungen, zu reagieren. Heute muss man sagen: Es war nicht so ver­kehrt. Für mich ist es natür­lich schwierig, weil ich mich mit den Spie­lern, die weg gingen, gut ver­standen habe. Mit einigen stehe ich heute noch in Kon­takt. Doch der Verein ist es, der die Ent­schei­dungen trifft. Wir Spieler müssen nach Vorne schauen. So ist das Geschäft.

Hatten die per­so­nellen Ent­schei­dungen auch Ein­fluss auf Ihre Rolle im Team?
Ced­rick Makiadi: Ja, defi­nitiv. Spieler wie Pap­piss Cisse oder Heiko But­scher waren die­je­nigen, die die Ver­ant­wor­tung getragen haben. Es kamen viele Spieler aus der A‑Jugend neu dazu, da war ich gefor­dert als jemand, der schon lange dabei ist. Ich gebe den jungen Spie­lern viele Rat­schläge, doch wichtig ist, dass ich auf dem Platz voran gehe. Ich will das Zei­chen setzen: Kommt, wir packen es zusammen an. Die anderen müssen wissen, dass ich nicht nur die Binde spa­zieren trage, son­dern die Rolle ver­in­ner­licht habe.

Sie blühen in der Rück­runde auf, haben bereits vier Tore geschossen.
Ced­rick Makiadi: Ich spiele seit Beginn der Rück­runde kon­stant. In den ver­gan­genen Jahren habe ich auch gute Spiele für Frei­burg gemacht, doch das Niveau nicht gehalten. Das war alles sehr schwan­kend bei mir. Momentan bin ich ganz zufrieden, muss aber noch weiter an mir arbeiten.

Sie haben noch einen Ver­trag bis 2014. Wie sehen denn die wei­teren Ziele mit dem SC aus?
Ced­rick Makiadi: Wir müssen erst einmal den Klas­sen­er­halt schaffen. Wenn der unter Dach und Fach ist, haben wir eine echte Mam­mut­auf­gabe bewäl­tigt. Was danach kommt, werden wir dann sehen.