Ein­tracht Frank­furt, 1970/71 (Platz 15)

Nach einer mise­ra­blen Hin­runde mit nur neun geschos­senen Toren und 11:23 Punkten, gelang der Ein­tracht in der zweiten Sai­son­hälfte ins­be­son­dere in den Heim­spielen das Ruder her­um­zu­reißen. Bis auf ein Unent­schieden wurden bis zum letzten Spieltag alle Spiele gewonnen. Den­noch ging es am 34. Spieltag im Spiel gegen Mön­chen­glad­bach, die im Fern­duell mit den Bayern um die Meis­ter­schaft kämpften, noch gegen den Abstieg. 72.000 Zuschauer sahen in Frank­furt eine 1:4‑Niederlage gegen die Borussia, die dadurch Meister wurde. Glad­ba­cher Fans stürmten den Platz und fei­erten die Meis­ter­schaft, wäh­rend das Sta­dion fie­ber­haft auf die Ergeb­nisse der Abstiegs­kon­kur­renten Offen­bach und Braun­schweig war­tete. Nach einigen Minuten mel­dete sich der Sta­di­on­spre­cher mit fol­genden Worten: Wir gra­tu­lieren den Glad­ba­chern zur Deut­schen Meis­ter­schaft. Aber bitte schonen sie den Rasen — die Ein­tracht braucht ihn noch für die nächste BUN­DES­LIGA-Saison!“

MSV Duis­burg, 1973/74 (Platz 15)

Man kann von einem Wunder spre­chen, wenn von Duis­burgs Nicht-Abstieg 1973/74 die Rede ist. Genauer gesagt von Klaus Cäsar“ Wunder. Der Stürmer war mit acht Sai­son­toren bester Schütze seiner Mann­schaft und stellte damit sicher, dass Duis­burg das ret­tende Ufer erreichte. Ent­schei­dend war der starke Schluss­spurt. Nach 29 Spiel­tagen war der MSV immer noch Tabel­len­schluss­licht, doch vier Siege aus den letzten fünf Spielen ret­teten die Zebras. Nur Cäsar“ Wunder konnte nicht gehalten werden und wech­selte zum FC Bayern Mün­chen.

Arminia Bie­le­feld, 1980/81 (Platz 15)

Auf­steiger Arminia Bie­le­feld wollte sich mit Hilfe des Rou­ti­niers Uwe Klie­mann in der Bun­des­liga behaupten. Doch der 31-Jäh­rige, der für eine halbe Mil­lion D‑Mark vom Absteiger Hertha BSC nach Ost­west­falen gekommen war, bestritt auf­grund von Knie­pro­blemen kein ein­ziges Spiel. Der in Berlin Funk­turm“ genannte Abwehr­recke fehlte der Mann­schaft die ganze Saison. Doch auch ohne ihn endete alles glimpf­lich. Bie­le­feld ret­tete sich am letzten Spieltag trotz einer Nie­der­lage gegen Kai­sers­lau­tern, weil Abstiegs­kon­kur­rent 1860 in Karls­ruhe mit 2:7 unter­ging. Und die 500.000 Mark für Klie­mann gab es von einer Ver­si­che­rung zurück.

Bayer Lever­kusen,
1982/83 (Platz 11)

Bis heute hält Lever­kusen den Rekord. Nie­mals konnte sich eine Mann­schaft, die zur Halb­serie ganz unten stand, am Ende höher pos­tieren als die Werkself in der Saison 1982/83. Vor allem ein starker Schluss­spurt mit vier Siegen aus den letzten sechs Spielen war für das Errei­chen des elften Platzes ver­ant­wort­lich. Doch der Weg auf die Erfolgs­spur gestal­tete sich für Lever­kusen schwierig. Am 28. Spieltag führte die Mann­schaft nach nur 17 Minuten mit 3:0 bei Borussia Dort­mund, brauchte aller­dings in der zweiten Hälfte auch nur 18 Minuten, um sich den Aus­gleich zu fangen.

For­tuna Düs­sel­dorf, 1985/86 (Platz 14)

Als Düs­sel­dorf am 23. Spieltag Bayer Lever­kusen mit 2:1 schlug, schrieb der kicker“: Die For­tuna ist auf dem besten Weg, sich an den eigenen Haaren aus dem Abstiegs­sumpf zu ziehen. 5:1 Punkte in der Folge sind der Lohn für ehr­heb­lich ver­bes­sertes Enga­ge­ment, außer­ge­wöhn­liche Dis­zi­plin und gute Moral.“ Mit diesen Tugenden gelang der Mann­schaft drei Spiel­tage später auch noch ein ein 3:2‑Triumph in Mün­chen. Warum es am Ende den­noch knapp wurde, zeigte der fol­gende Spieltag. Düs­sel­dorf ging zu Hause mit 0:7 gegen den VfB Stutt­gart unter, fünf Tore erzielte dabei allein Jürgen Klins­mann.

Waldhof Mann­heim, 1988/89 (Platz 12)

1988/89 — die Bun­des­liga war in der Krise. Nur 1971/72, in der Saison nach dem Bestechungs­skandal, kamen weniger Zuschauer (88÷89: 18808, 71/72: 18730). Viele Ver­eine gerieten in finan­zi­elle Schief­lage, den­noch wurden Ablö­se­summen und Gehälter in bis dahin unge­ahntem Aus­maße bezahlt. Für den Iden­ti­fi­ka­ti­ons­ver­lust stand bei­spiel­haft Waldhof Mann­heim. Der Klub ver­kaufte in den beiden Jahren zuvor unter anderem seine Spieler Uwe Rahn, Jörg Neun, Mau­rizio Gau­dino, Fritz Walter und Jürgen Kohler. Die als Ersatz ver­pflich­teten Spieler taten sich schwer. Nach einem Heim­sieg am dritten Spieltag, dau­erte es sieben Monate bis erneut im hei­mi­schen Sta­dion geju­belt werden durfte. Trainer Günter Sebert, der die Mann­schaft am 15. Spieltag über­nahm, ret­tete den Klub in jener Saison, bewies aber Weit­sicht: Einmal erwischt’s uns, und dann in das Kapitel Bun­des­liga für Waldhof end­gültig vorbei.“ In der Saison darauf war es soweit, Waldhof stieg ab und kam nie wieder.

Borussia Mön­chen­glad­bach, 1989/90 (Platz 15)

Im Oktober 1989 ver­pflich­tete die Borussia mit Igor Belanow den ersten sowje­ti­schen Natio­nal­spieler der Bun­des­li­ga­ge­schichte. Europas Fuß­baller des Jahres 1986 wurde jedoch von Ver­let­zungen geplagt und machte zunächst nur Schlag­zeilen, da seine Frau in Düs­sel­dorf beim Dieb­stahl erwischt wurde. Doch den wirk­li­chen Auf­reger lie­ferten die Glad­ba­cher am letzten Spieltag. Die Borussen lagen zwei Punkte vor dem Rele­ga­ti­ons­platz, ebenso wie ihr Gegner aus Uer­dingen. Stefan Effen­berg kün­digte mit Blick auf den VfL Bochum, der den 16. Platz inne­hatte, an: Wir werden auf Sieg spielen“. Doch von wegen: Nach einem 0:0 zur Halb­zeit, schoben sich beide Mann­schaften 45 Minuten den Ball und damit den ret­tenden Punkt zu. Gijon lag in Uer­dingen und Bochum musste in die Rele­ga­tion. 

SG Wat­ten­scheid 09, 1991/92 (Platz 16)

Die Truppe von Hannes Bon­gartz machte es besser als viele ihrer Vor­gänger: Sie sparte sich ihre Siege nicht für die letzten vier Spiel­tage auf, son­dern legte gleich nach der Win­ter­pause los wie die Feu­er­wehr. Nach fünf Siegen aus den ersten neun Spielen im neuen Jahr hatten sich die Wat­ten­scheider von den Abstiegs­rängen kata­pul­tiert. Und das war in dieser Saison beson­ders schwer, denn erst- und ein­malig spielten 20 Mann­schaften in der Liga, vier mussten direkt absteigen. Im Mit­tel­feld der kleinen Bochumer zogen Markus Schupp und Thorsten Fink die Fäden. Beide schossen je acht Tore und bedienten zudem die tor­ge­fähr­li­chen Stürmer Sou­ley­mane Sané und Uwe Tschis­kale. Markus Schupp wech­selte im Sommer zu den Bayern, Thorsten Fink blieb noch ein wei­teres Jahr und lan­dete erst über den Umweg Karls­ruhe in Mün­chen.

FC Schalke 04,
1993/94 (Platz 14)

Beim Win­ter­pausen-Tabel­len­letzten war die Zeit des Son­nen­kö­nigs Günter Eich­berg abge­laufen. Seine finan­zi­ellen Hin­ter­las­sen­schaften bedrohten Schalkes Lizenz. Manager Rudi Assauer lief Gefahr sich an seiner Cohiba zu ver­schlu­cken: Wir ste­cken ganz tief im Sumpf. Die Sünden der Ver­gan­gen­heit haben uns ein­ge­holt.“ Unter dem neuen Prä­si­denten, dem Fleisch­fa­bri­kanten Cle­mens Tön­nies („taz“: Schalke ver­wurstet“) wurde es etwas seriöser, wenn auch nicht weniger selbst­herr­lich. Trainer Jörg Berger wurde von Tön­nies abge­mahnt, weil er es gewagt hatte, in einem Inter­view zu sagen: Ich weiß nicht, wie es auf Schalke wei­ter­geht. Hier ist alles mög­lich.“ Doch Berger, der Nummer-Eins-Feu­er­wehr­mann, ließ sich von all dem nicht beein­dru­cken. Am 30. Spieltag führte Schalke die Rück­run­den­ta­belle an und hatte sich aller Abstiegs­sorgen ent­le­digt.

For­tuna Düs­sel­dorf, 1995/96 (Platz 13)

In der Ham­burger Mor­gen­post“ wurde gespöttet: Der Sinn des Fuß­balls besteht für For­tuna Düs­sel­dorf aus­schließ­lich in einer funk­tio­nie­renden Abseits­falle. Dazu noch drei tak­ti­sche Aus­wechs­lungen zwi­schen der 81. und 89. Minute, bis zum tor­losen Ende. Das ist Düs­sel­dorf pur. Und Trainer Ristic, der aktu­elle Bau­meister dieses Un-Fuß­balls, wird sich später in der Pres­se­kon­fe­renz rühmen, die Räume beson­ders eng gemacht zu haben.“ Nie­manden ver­wun­derte es, dass Düs­sel­dorf mit seiner Alt­her­ren­truppe, in der sich viele Spieler an ihren 30. Geburtstag nur noch vage erin­nern konnten“ („kicker“), nach 17 Spiel­tagen mit mageren 13 Punkten am Tabel­len­ende stand. Doch der Verein ver­traute Trainer Ristic, in der Gewiß­heit, dass kein anderer mit der Mann­schaft mehr her­aus­holen kann“ (Vize Paul Jäger) und Ristic ver­traute fortan jungen Nach­wuchs­spie­lern wie Raf­fael Tonello, Markus Anfang oder Jörg Bach. In der Rück­runde sam­melten die For­tunen in den ersten 15 Par­tien 25 Punkte und lan­deten schluss­end­lich auf Platz 13. Aus einer Mischung von zu alten, zu schlechten, zu uner­fah­renen und zu unbe­gabten Spie­lern“ formte Ristic eine Mann­schaft, die nicht zu ver­achten ist“ („kicker“).

Ein­tracht Frank­furt, 1999/2000 (Platz 14)

Ein­tracht Frank­furt han­delte bran­chen­üb­lich und ent­ließ kurz vor Weih­nachten Trainer Jörg Berger. Sein Nach­folger wurde der nicht minder begabte Feu­er­wehr­mann Felix Magath. Zehn Punkte Rück­stand hatten sich nach den ersten 17 spielen ange­häuft und Magath wusste: Frank­furt ist mein schwie­rigster Job.“ Um den zu bewerk­stel­ligen han­delte er Magath-üblich und ver­pflichtet für sechs Mil­lionen Mark Thomas Sobotzik, Dirk Heinen und Thomas Rei­chen­berger. Doch hinter den Kulissen tobte das Chaos, der Verein drohte im Finanz­sumpf zu ver­sinken. Dass Unruhe im Verein aber keine Aus­wir­kungen auf die Leis­tung der Mann­schaft haben muss, zeigten die fol­genden 17 Spiele. Die Ein­tracht gewann neun Mal und und wurde dritter der Rück­run­den­ta­belle. Durch den großen Punk­te­rück­stand nach der Hin­runde musste den­noch bis zum letzten Spieltag gezit­tert werden, ehe der Nicht­ab­stieg gefeiert werden konnte.

FC Energie Cottbus, 2000/01 (Platz 14)

Die Hin­runde lief für den Auf­steiger aus Cottbus eher bescheiden, also schaute man sich nach Ver­stär­kungen um. Energie wit­terte den großen Coup und hoffte auf eine Ver­pflich­tung des rumä­ni­schen Natio­nal­spie­lers Adrian Ilie. Doch auf dem Trai­nings­platz in der Lau­sitz erschien sein Bruder Sabin Ilie. Er erhielt einen Ver­trag, stellte sich aber schnell als Fehl­ein­kauf dar. Nach einigen glück­losen Kurz­auf­tritten machte Ilie in einem Heim­spiel gegen Kai­sers­lau­tern den Tevez und ver­wei­gerte seine Ein­wechs­lung. Das Team ret­tete ihn vor dem Raus­wurf. Kapitän Chris­tian Beeck: Wir werden ihn so erziehen und hin­biegen, dass er begreift, dass es bei uns nur über den Zusam­men­halt geht.“ Tat­säch­lich gelang einer kämp­fenden Energie-Truppe nicht nur ein Sieg über den FC Bayern, son­dern letzt­end­lich auch die Ret­tung.

Borussia Mön­chen­glad­bach, 2008/09 (Platz 15)

Nach dem achten Spieltag über­nahm Hans Meyer die Borussia, die zu dem Zeit­punkt ganze vier Punkte auf ihrem Konto hatte. Meyer griff durch, sor­tierte Sascha Rösler, Sou­maila Couli­baly und Sharbel Touma aus und holte bis zur Win­ter­pause den­noch nur magere sieben Pünkt­chen. Des­wegen wurden über den Jah­res­wechsel wei­tere sieben Spieler aus dem Kader gestri­chen. Die Rest-Mann­schaft rebel­lierte und schrieb einen Beschwer­de­brief an den den Klub-Prä­si­denten. Wir wollten mit diesem Brief unsere Soli­da­rität mit den betrof­fenen Spie­lern zeigen“, sagte Kapitän Filip Daems. Meyer reagierte gelassen und stellte fest: Die aus­sor­tierten Spieler bekommen übri­gens weiter ihr Gehalt, Monat für Monat, ohne dass sie dafür arbeiten müssen. Es gibt Schlim­meres.“ Meyers Taktik kon­zen­triert mit einer kleinen Mann­schaft zu arbeiten“ ging auf: Am 31. Spieltag ver­ließ das Team erst­mals die Abstiegs­ränge. der Klas­sen­er­halt gelang mit nur 31 Punkten — so wenig wie nie zuvor.

Borussia Mön­chen­glad­bach, 2010/11 (Platz 16, Rele­ga­ti­ons­sieger)

Mön­chen­glad­bach kann es nicht lassen. Auch in der ver­gan­genen Saison trugen sie zum Jah­res­wechsel die rote Laterne. Sie hatten 47 Gegen­tore kas­siert, gerade einmal zehn Punkte geholt. Die Ver­ant­wort­li­chen hielten den­noch die Füße still — bis zum 22. Spieltag. Nach einer 1:3‑Niederlage bei St. Pauli lagen die Borussen bereits sieben Punkte hinter dem ret­tenden Ufer, Trainer Michael Front­zeck musste gehen. Und dann kam Lucien Favre. Im Hand­um­drehen formte er eine sta­bile Mann­schaft, die im Ver­lauf der Saison nur noch neun Gegen­tore kas­sieren sollte, sich auf Rele­ga­ti­ons­platz 16 hoch­kämpfte und in zwei Rele­ga­ti­ons­spielen den Abstieg ver­hin­dern konnte.