Sommer 2018. In Deutsch­land pur­zeln die Hit­ze­re­korde. Und auch in Ita­lien werden neue Rekorde auf­ge­stellt: Nie gab ein Verein mehr Geld für einen Spieler aus als Juventus Turin für Cris­tiano Ronaldo von Real Madrid. Es sollte der letze Bau­stein für die Erfül­lung des großen Traumes sein: End­lich sollte der Cham­pions-League-Pokal wieder nach Turin geholt werden.

Seit 1996 hat der ita­lie­ni­sche Rekord­meister das wich­tigste Klub-Tur­nier Europas nicht mehr gewonnen. 2015 und 2017 schei­terte die Alte Dame im Finale, gegen den FC Bar­ce­lona und Real Madrid. Nach Ronaldos Wechsel schaffte es die Mann­schaft nicht einmal mehr ins Halb­fi­nale. Statt­dessen flog sie 2019 im Vier­tel­fi­nale gegen Ajax Ams­terdam, 2020 im Ach­tel­fi­nale gegen Olym­pique Lyon und nun auch im Ach­tel­fi­nale gegen den FC Porto raus. Ist die Ver­pflich­tung eines der welt­besten Spieler also viel­leicht eher Fluch als Segen gewesen?

Teurer Spaß

Dass der Por­tu­giese die Ita­liener viel kosten würde, war zu erwarten. Laut Berichten ver­dient der 36-Jäh­rige jähr­lich etwa 30 Mil­lionen Euro pro Jahr. Selbst bei einem rei­chen Verein wie Juventus hin­ter­lässt das Spuren. Der Klub war gezwungen, seine besten Spieler abzu­geben. Dabei war eigent­lich der Plan, die vielen älteren Spieler wie Sami Khe­dira, Gon­zalo Higuain, Blaise Matuidi und Mario Man­dzukic zu ver­kaufen.

Doch ältere Spieler mit hohen Gehalts­vor­stel­lungen sind nicht überall begehrt. Statt Khe­dira & Co musste der Klub jün­gere Spieler am Beginn viel­ver­spre­chender Kar­rieren ziehen lassen. 2019 wech­selte der viel­seitig ein­setz­bare Außen­ver­tei­diger Joao Can­celo für satte 65 Mil­lionen Euro zu Man­chester City. Mitt­ler­weile ist er ein wich­tiger Bestand­teil von Pep Guar­diolas erfolg­rei­cher Mann­schaft. Im selben Sommer war Juventus sogar kurz davor, den viel­leicht besten Offen­siv­spieler hinter Ronaldo, Paulo Dybala, an Tot­tenham zu ver­kaufen. Der Deal platzte aber in letzter Sekunde auf­grund von Unstim­mig­keiten hin­sicht­lich Dybalas Bil­der­rechten.