Als wäre das Europa-League-Aus gegen Olym­piakos Piräus vor zwei Wochen nicht schon Klat­sche genug für den FC Arsenal gewesen, kommt jetzt die ver­spä­tete Zweit­klat­sche: Piräus’ Prä­si­dent Evan­gelos Mari­nakis ist nach­weis­lich mit dem Coro­na­virus infi­ziert. Und weil einige Arse­n­al­spieler und Teile des Mit­ar­bei­ter­stabs nach dem Spiel mit ihm in Kon­takt gekommen waren, befindet sich der halbe Verein nun in häus­li­cher Qua­ran­täne.

Dabei hätten die Gun­ners heute Abend zum Nach­hol­spiel bei Man­chester City antreten müssen. Das Spiel im Etihad Sta­dium wurde auf­grund der aktu­ellen Lage abge­sagt und wird ver­schoben.

Auf der Web­site der Gun­ners nimmt der Verein Stel­lung zur Situa­tion. Es sei zwar nicht wahr­schein­lich, dass sich Betrof­fene ange­steckt hätten, trotzdem folge man strikt den Anwei­sungen der Regie­rung. Und die lässt ver­lauten: Gerät jemand in direkten Kon­takt mit einer infi­zierten Person, sollte er sich ab Berüh­rungs­zeit­punkt für 14 Tage iso­lieren und zu Hause bleiben.

Absage oder Geis­ter­spiel?

Bereits am Diens­tag­abend hatte sich City-Coach Pep Guar­diola zur aktu­ellen Situa­tion rund um das Coro­na­virus geäu­ßert und dafür plä­diert, Spiele lieber abzu­sagen als sie vor leeren Kulissen aus­zu­tragen. Funk­tio­niert Fuß­ball ohne Zuschauer?“, fragte er auf der Pres­se­kon­fe­renz und gab die Ant­wort gleich mit: Der Grund, warum wir unseren Job machen, sind die Men­schen. Wenn die Men­schen nicht da sind, macht es keinen Sinn.“ Und wenn selbst die Spieler, wie in diesem Fall, nicht da sind, wird das Ganze eben noch schwie­riger.

Plan­mäßig sollen die betrof­fenen Akteure am Freitag wieder ihre Arbeit auf­nehmen können, um in die Vor­be­rei­tung für das Spiel gegen Brighton & Hove Albion tags­drauf zu starten. Ein Nach­hol­termin für das Spiel gegen City steht der­weil noch nicht fest.

Ein Gedan­ken­spiel

Und auch der FC Liver­pool ist von der Spiel­ab­sage zwi­schen City und Arsenal betroffen. So können die Reds frü­hes­tens am 21. März im Heim­spiel gegen Crystal Palace Meister werden. Bei einem etwaigen Sieg von Arsenal bei Man­City heute Abend, hätte Klopps Mann­schaft die 19. Meis­ter­schaft schon am Mon­tag­abend im Derby beim FC Everton ein­tüten können.

Das ist bitter für die Reds, wenn man ein Gedan­ken­spiel betreibt: Denn ein gere­gelter Abbruch der Pre­mier-League-Saison ist zwar noch nicht wahr­schein­lich, aber zumin­dest denkbar. Wird der Liga­be­trieb vor­zeitig ein­ge­stellt, könnte es in Eng­lands höchster Spiel­klasse theo­re­tisch erst­mals keinen Meister geben.

Völlig aus der Luft gegriffen ist das nicht. Gerade ges­tern in der Deut­schen Eis­ho­ckey Liga so geschehen. Dort wurden die Play­offs wegen der Corona-Gefahr vor­zeitig beendet, einen Deut­schen Meister wird es 2020 nicht geben.

Der FC Liver­pool wartet seit 30 Jahren auf eine Meis­ter­schaft und könnte langsam ein biss­chen nervös werden. Lieber heute als morgen würden sie den Titel gerne nach Anfield holen, den ihnen dann auch keine Qua­ran­tä­ne­maß­nahme der Welt mehr nehmen kann.