Seite 2: Mal wieder mehr als die halbe Liga im Abstiegskampf

Welche Kicker berei­chern die Liga?

Wenn man ein wenig über den Tel­ler­rand blickt, ist der inter­es­san­teste Zugang der Schwede John Gui­detti bei Han­nover 96, eine Art Wes­ten­ta­schen-Ibra­hi­movic mit einer schil­lernden Vita, die ihn unter anderem zu Feye­noord Rot­terdam, Celtic (Glasgow) und Celta (Vigo) führte. Außerdem dürfte er der erste Zweit­li­ga­spieler sein, zu dessen Ehren es einen Song gibt, der die Spitze der Charts stürmte, wenn auch nur der schwe­di­schen. Der Gui­detti-Song“ der Band Bad­po­jken mit der Titel­zeile Johnny G., Johnny G., will you marry me?“ wurde allein bei You­tube mehr als fünf Mil­lionen Mal geklickt. 

Wei­tere span­nende Trans­fers im Unter­haus: Philipp Heise, der aus der Pre­mier League von Nor­wich City nach Nürn­berg geeilt kommt, um der porösen Club-Abwehr ein wenig mehr Sta­bi­lität zu geben. Josef Hus­bauer, der immerhin 21 Län­der­spiele für Tsche­chien absol­viert und in der Cham­pions League für Slavia Prag gespielt hat, und nun Dynamo Dresden beim ver­zwei­felten Klas­sen­kampf helfen soll. Und der Däne Jacob Ras­mussen, den es aus Flo­renz nach Aue ver­schlagen hat. Wer braucht schon die Tos­kana, wenn er das Erz­ge­birge haben kann.

Und wer könnte am Ende ins Gras beißen?

Okay, das ist jetzt ein biss­chen wie Wür­feln. Alle Teams unter­halb von Platz sechs sollten sich besser nicht in Sicher­heit wiegen. Die Würz­burger Kickers hatten in der Saison 2016/17 nach der Hin­runde 13 (!) Punkte Vor­sprung auf den Rele­ga­ti­ons­platz und stiegen den­noch ab – und zwar direkt. Ver­gli­chen damit ist das Sechs-Punkte-Polster der Mann­schaften aus Osna­brück und Regens­burg ein Flie­gen­schiss im Raum-Zeit-Kon­ti­nuum. Die wahr­schein­lichsten Abstiegs­kan­di­daten finden sich gleich­wohl am süd­li­chen Ende der Tabelle: Dynamo Dresden, das mit nur 13 Punkten aus 18 Spielen bereits ein biss­chen den Anschluss ver­loren hat. Der SV Wehen Wies­baden, bei dem es zuerst so aussah, als sei die Liga zwei Num­mern zu groß für ihn (zuletzt aber höchs­tens noch eine halbe). Die Gefah­ren­su­cher aus Han­nover und Nürn­berg. Die Schieß­bude aus Karls­ruhe. Und nicht zuletzt der FC St. Pauli, der sich vom leichten 3:0 gegen Bie­le­feld kurz vor Weih­nachten nicht blenden lassen sollte. Nach dem Abgang von Mats Möller Daehli ist der Klub zwar um drei Mil­lionen Euro rei­cher, aber so paradox es klingt: Das könnte noch teuer werden.

11FREUNDE-Tipp:

Auf­steiger: Ham­burger SV, Arminia Bie­le­feld, Auf­stiegs-Rele­ga­tion: 1.FC Hei­den­heim

Absteiger: Dynamo Dresden, FC St. Pauli, Abstiegs-Rele­ga­tion: SV Wehen Wies­baden