Held: Carlos Tevez
 
Im diesem Sommer kehrte Carlo Tevez nach über zehn Jahren im Aus­land zu Boca Juniors zurück. Bei Man­chester City hatte der Argen­ti­nier in 148 Spielen 73 Tore geschossen, wurde Meister und FA-Cup-Sieger, mit Man­chester United holte er die Cham­pions League, und auch bei Juventus Turin war seine Quote pas­sabel: In 66 Spielen traf er 39 Mal. Umso erstaun­li­cher war es, dass ihn Natio­nal­trainer Ale­jandro Sabella 2014 nicht für die WM nomi­nierte.

Nun, im Alter von 31 Jahren, also die Heim­kehr zu Boca, der alten Liebe, mit der er 2003 die Copa Libertadores und den Welt­pokal holte. Wo er sich mit 13 Jahren zum ersten Mal das blau­gelbe Trikot über­streifte.
 
Als er im Juli vor­ge­stellt wurde, erlebte er einen der fest­lichsten Emp­fänge, die es je in Buenos Aires gegeben hat. 50.000 Fans waren in die Bom­bonera“ gekommen, und selbst Diego Mara­dona wedelte mit einem Lei­nen­tuch, auf dem stand: Gra­cias Car­litos por volver“ – Danke, Car­litos, dass du zurück­ge­kommen bist.

Mit Geld kann man das Glück nicht kaufen“
 
Sie lieben ihn in Buenos Aires nicht nur für sein Spiel, son­dern auch für seine Art. Sie trieft manchmal vor Pathos, das man aus süd­ame­ri­ka­ni­scher Lyrik und Filmen kennt, und sie spielt ganz for­mi­dabel die Kla­viatur der Fan-Emo­tionen. Sie sagt: Ich war immer einer von euch. Einer, der es von ganz unten nach ganz oben geschafft hatte.

Vor seiner Rück­kehr sagte er auf die Frage, warum er nicht zu einem euro­päi­schen Top­klub wech­sele: Mit Geld kann man das Glück nicht kaufen.“ Außerdem ließ er die Fans vor der Begrü­ßung in der Bom­bonera“ wissen, dass sie alle etwas zu Essen mit­bringen sollten. Er wollte die Lebens­mittel danach an Bedürf­tige ver­teilen. Geschichten, aus denen Legenden ent­stehen.

Und natür­lich durfte an jenem Tag auch dieser Satz nicht fehlen: So lange ich da bin, werden wir immer gegen River gewinnen.“
 
El Apache“ behielt bis­lang Recht. Zumin­dest was die Liga­spiele angeht. Da gewann Boca im Sep­tember 1:0 beim ver­hassten Lokal­ri­valen. Und am Wochen­ende holte Boca erst­mals seit vier Jahren wieder die Meis­ter­schaft. River Plate steht einen Spieltag vor Ablauf der Saison nur auf Platz sieben.

Natür­lich gab es auch dazu ordent­lich Fuß­ball­ro­mantik und Herz­schmerz von Tevez zu hören. Ich habe schon viele Meis­ter­schaften mit vielen Klubs gewonnen“, sagte er. Aber diese Mei­ter­schaft über­trifft alles.“ Und natür­lich glaubt man ihm und ver­gisst ganz schnell den Titel, den er 2012 mit Man­chester City gewann, als die Citi­zens“ nach 44 Jahren wieder Meister wurden. Am letzten Spieltag. Durch ein Tor in der 94. Minute.