Im Alter von neun Jahren zog der kleine Diogo Dalot aus in die große Fuß­ball­welt. Von der Fuß­ball­schule Fintas“ wech­selte er in die Jugend­ab­tei­lung des FC Porto. Im ver­gan­genen Sommer, zehn Jahre später, sicherte sich Man­chester United für 22 Mil­lionen Euro die Dienste des Außen­ver­tei­di­gers. Eine Aus­bil­dungs­ent­schä­di­gung für seine Fuß­ball­schule gab es aller­dings nicht – die FIFA sieht diese Betei­li­gung an Trans­fer­summen nur für Ver­eine vor, für die Spieler ab einem Alter von zwölf Jahren auf­laufen.

Des­halb ent­schloss sich Dalot nun, die Sache selbst in die Hand zu nehmen: Als der 19-Jäh­rige mit Man­chester United unter­wegs zu einem Spiel war, rief er per Skype bei seinem Hei­mat­verein an und bat die Ver­ant­wort­li­chen, einmal vor die Tür zu gehen. Was sie dort vor­fanden, ver­schlug ihnen die Sprache: Von seinem ersten Gehalt bei Man­chester United hatte Dalot etwas zur Seite gelegt und der Fuß­ball­schule einen nagel­neuen Mann­schaftsbus spen­diert.

Alles, was wir an Hilfe bekommen, ist wun­der­voll“

Wir waren geschockt“, sagte Luís Travassos, der Koor­di­nator der Schule der Zei­tung A Bola. Er hat alles heim­lich orga­ni­siert. Für uns als Ein­rich­tung mit so vielen finan­zi­ellen Pro­blemen und so wenigen Mit­teln war das ein enorm großes Geschenk. Alles, was wir an Hilfe bekommen, ist wun­der­voll.“

Ver­är­gert zeigt sich Travassos hin­gegen dar­über, dass der FC Porto selbst der Ein­rich­tung kei­nerlei finan­zi­elle Unter­stüt­zung zukommen lasse. Dabei würden dort noch zehn wei­tere seiner ehe­ma­ligen Schütz­linge spielen. Wenn die sich aller­dings später einmal ähn­lich dankbar zeigen wie Diogo Dalot, sollte zumin­dest der Fuhr­park kein Anlass zur Sorge mehr sein.