Fünf­ein­halb Stunden Auto­fahrt sollten Anhänger des Burnley Foot­ball Clubs nächste Woche durchaus ein­planen, wenn sie sich auf den Weg nach London machen, um der Aus­wärts­partie bei Crystal Palace bei­zu­wohnen. Alter­nativ müssten acht Tage und um die 60.000 Kalo­rien geop­fert werden, wenn man die 338-Kilo­meter-Strecke lieber rennen möchte. Aber so bescheuert kann doch nie­mand sein! Oder?

Doch! Der Brite und Burnley-Fan Scott Cun­liffe beab­sich­tigt genau das zu tun. Die spinnen, die Briten. Tat­säch­lich ist Cun­liffe in dieser Saison bereits zu jedem der sieben Aus­wärts­spiele seines Her­zens­ver­eins gerannt, was unge­fähr einem Auf­wand von 45 Mara­thon­läufen gleich­kommt. Cun­liffes Schritte-Zähler zeigt dieser Tage eine Marke jen­seits der zwei Mil­lionen an. Aber noch ist er seinem eigent­li­chen Ziel – wort­wört­lich geschrieben – mei­len­weit hin­terher. Der 44-Jäh­rige hat die Vision, alle 19 Aus­wärts­ter­mine des Burnley FC in dieser Saison fuß­läufig zu errei­chen. Was all­mäh­lich die Frage auf­wirft: Was soll der Quatsch über­haupt?

Die ver­rück­testen Ideen sorgen für Auf­merk­sam­keit“

In erster Linie nutzt Scott Cun­liffe das Laufen zu The­ra­pie­zwe­cken. Für sich per­sön­lich. Die ver­gan­genen beiden Jahr­zehnte enga­gierte sich der Eng­länder in Süd­ost­asien für ver­schie­dene Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­tionen. Wäh­rend der Zeit in Indo­ne­sien und Ost­timor wurde Cun­liffe immer wieder unfrei­willig Zeuge von Gewalt­de­likten in den von Armut geplagten Umge­bungen, was bei ihm eine post­trau­ma­ti­schen Stress­stö­rung ent­wi­ckelte, gefolgt von einer schweren Depres­sion. Als Scott Cun­liffe Anfang des Jahres nach Eng­land zurück­kehrte, ent­schied er sich, seine Liebe zu Burnley mit seiner Lei­den­schaft für das Mara­thon­laufen zu ver­binden.

Die RunAway Chal­lenge“ ist eine ver­rückte“ Idee, von der er auf den Inseln oft träumte. Er erhofft sich, durch die schräge Aktion auf ähn­liche Fälle von psy­chisch geschä­digten Men­schen auf­merksam zu machen und dabei Geld für ver­schie­dene Cha­rity-Orga­ni­sa­tionen der Pre­mier-League-Ver­eine zu sam­meln. Im Ide­al­fall kommt Cun­liffe an den Spiel­orten mit aus­rei­chend Zeit in petto an, um Ange­bote und Pro­jekte der jewei­ligen Klubs ken­nen­zu­lernen. Am Ende der Saison plant er, die gesam­melten Mittel unter allen 20 Ver­einen und deren Pro­jekten gerecht auf­zu­teilen.