Ges­tern Nach­mittag trafen sich meh­rere hun­dert Fans des eng­li­schen Tra­di­ti­ons­ver­eins FC Bury im Sta­dion an der Gigg Lane. Seit sage und schreibe 1885 trägt der Klub seine Par­tien hier aus, womit die Spiel­stätte eine der ältesten auf der ganzen Welt ist, die kon­ti­nu­ier­lich genutzt wird. Damit das so bleibt, hatten sich die Fans frei­willig gemeldet, um die Gigg Lane für das Spiel am kom­menden Samstag gegen Don­caster Rovers her­zu­richten. Nie­mand sonst konnte es tun, denn Bury hatte so gut wie keine Ange­stellten mehr. Schon seit langer Zeit plagen finan­zi­elle Pro­bleme den Verein, kaum jemand kann bezahlt werden. Vor einer Woche kün­digte sogar die Sekre­tärin Jill Neville. Ja, das ist die Mutter von Phil und Gary.

Trotzdem waren die Fans guter Dinge, schließ­lich war ihr Klub gerade dem Tod von der Schippe gesprungen. Am Freitag um 23:59 Uhr war ein Ulti­matum der Liga (EFL) abge­laufen. Bis zu diesem Zeit­punkt musste Bury irgendwie schlüssig erklären, woher man die Finanz­mittel nehmen wollte, um die Saison in der dritten Liga zu Ende zu spielen, sonst drohte ein Lizenz­entzug. Um 23:05 Uhr sagte Steve Dale, der Besitzer des Klubs, dem Radio­sender BBC Man­chester, dass er einen Käufer gefunden habe, der Bury retten würde. Kurz vor dem Ablauf des Ulti­ma­tums akzep­tierte die EFL diesen Kauf­in­ter­es­senten, ein Unter­nehmen mit dem Namen C&N Spor­ting Risk, und gab den Par­teien bis Dienstag, 17 Uhr, um den Kauf abzu­wi­ckeln.

2002 ret­teten die Fans den Klub

Man kann ver­stehen, dass die Fans erleich­tert waren. Noch nie hatte die EFL einem Klub aus den obersten drei Ligen die Lizenz ent­zogen, aber es gab natür­lich ein paar Prä­ze­denz­fälle, die ahnen ließen, wohin dann die Reise gehen würde. Im August 1992 bekam der finan­ziell ange­schla­gene Viert­li­gist Maid­stone United ein ähn­li­ches Ulti­matum. Da der Klub keinen Ausweg sah, gab er frei­wi­lilig seine Lizenz zurück, ging in Kon­kurs und wurde auf­ge­löst. 

Auch der 1885 gegrün­dete FC Bury stand schon einige Male vor diesem Schicksal. Da war zum einen die eng­li­sche Ver­sion der Kirch-Krise: Im März 2002 ging der Fern­seh­sender ITV Digital pleite, der die Spiele unter­halb der Pre­mier League über­trug, und plötz­lich ver­siegte die für viele Ver­eine ent­schei­dende Ein­nah­me­quelle. Bury über­lebte nur, weil seine Fans Geld sam­melten und dem Klub spen­deten.