Seite 2: Die zentralen Forderungen aus den Positionspapieren

1. Wirt­schaft­liche Über­la­ge­rung des Fuß­ball­sports

Gewinn­ma­xi­mie­rung, Halb­zeitshows, TV-Abos – die Aus­wüchse der Kom­mer­zia­li­sie­rung sind bekannt. Doch dann wird der DFB an seine eigenen Sta­tuten erin­nert. In der Prä­ambel der Sat­zung heißt es: Der DFB han­delt in sozialer und gesell­schafts­po­li­ti­scher Ver­ant­wor­tung und fühlt sich in hohem Maße dem Gedanken des Fair Play ver­bunden.“ Um dieser Ver­ant­wor­tung gerecht zu werden, müsse die wirt­schaft­liche Über­la­ge­rung des Sports begrenzt werden.

Des­halb for­dern die Fan­szenen unter anderem den lang­fris­tigen Erhalt der 50+1‑Regel und eine Begren­zung der Ein­fluss­nahme von Inves­toren“. Mehr­fach­be­tei­li­gungen an Ver­einen sollen ver­boten werden. Außerdem sollen Inves­toren, die bereits Anteile an aus­län­di­schen Ver­einen halten, ver­boten werden.

2. Sta­di­on­ver­bote

Sta­di­on­ver­bote werden laut Richt­linie des DFB als prä­ven­tive Maß­nahme zur Gefah­ren­ab­wehr“ aus­ge­spro­chen, wenn sich eine Person in einer die Men­schen­würde ver­let­zenden Art und Weise“ ver­hält oder das Ver­halten im Zusam­men­hang mit dem Fuß­ball­sport“ als sicher­heits­be­ein­träch­ti­gend“ ange­sehen wird.

Die Fan­szenen kri­ti­sieren, dass Sta­di­on­ver­bote als Ersatz­straf­recht“ sei­tens des DFB ange­wendet werden. Sie argu­men­tieren, dass Fuß­ball­fans neben dem eigent­li­chen Straf­recht zusätz­lich bestraft und Men­schen ohne erwie­sene Schuld vor­ver­ur­teilt werden“ können.

3. Sport­ge­richts­bar­keit

Gefor­dert wird eine grund­sätz­liche Beschrän­kung der Sport­ge­richts­bar­keit auf Vor­fälle, die im direkten Bezug zum sport­li­chen Wett­be­werb stehen. Für alle anderen ver­meint­li­chen Vor­fälle rund um ein Spiel ist der Rechts­staat in der Pflicht eine Bewer­tung vor­zu­nehmen und ggf. Sank­tionen zu ver­hängen“. Außerdem wird die Trans­pa­renz der Sport­ge­richt­bar­keit kri­ti­siert.

4. Fan­rechte

Die Bun­des­liga ist welt­weit bekannt für ihre stim­mungs­vollen Fan­kurven. Die Fan­szenen beschreiben es so: Bedin­gungs­loser Sup­port, bunte Fah­nen­meere, beein­dru­ckende Cho­reo­gra­fien – die Kurven lie­fern die Kulisse für den Sport, den wir alle so lieben.“ Doch in der Ver­gan­gen­heit seien die Mög­lich­keiten für Fans zuneh­mend ein­ge­schränkt worden.

Mit Bezug auf die Mei­nungs­frei­heit wird gefor­dert, den Inhalt von Cho­reo­gra­fien und Spruch­bänder nicht anmelden zu müssen. Auch sollen ent­wür­di­gende Ein­lass­kon­trollen“ ver­mieden werden und der Gäs­te­block so weit wie mög­lich als Frei­raum zur Ver­fü­gung stehen“.