Bundesliga-Check: SC Freiburg

Langeweile als Trumpf

Wenn alles seinen gewohnten Gang geht, wird auch die kommende Saison des SC Freiburg alles andere als aufregend. Was das beste ist, das dem Klub passieren kann.

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Rückblick 

Die letzte Saison verlief weitgehend langweilig, was für einen Klub mit den finanziellen Möglichkeiten des SC Freiburg ein toller Erfolg ist. Zu den Abstiegsplätzen hielt die Mannschaft von Beginn an einen gepflegten Sicherheitsabstand, andererseits geriet sie auch nie wirklich in den Verdacht, zum Überraschungsteam der Saison zu werden. Dem stand auch eine schwache Rückrunde entgegen, in der auch aufgrund vieler Verletzungen nur 15 Punkte geholt wurden.

Transfers

Eine Schlussfolgerung aus dem dann doch eher unterwältigenden Ende der Vorsaison war, dass es Streichs Mannschaft an Tempo fehlte, vor allem auf den Außenpositionen. Damit waren auch die beiden entscheidenden Suchbegriffe bei den Transfers vorgegeben. Tempo über Außen bringt einerseits Heimkehrer Jonathan Schmid mit, der nach Jahren in Hoffenheim und Augsburg auch aus sentimentalen Gründen wieder da ist: »Freiburg war immer mein Verein. Wenn ich gegen den SC gespielt habe, war es schwer, ich war immer etwas blockiert.« Dazu kommen das schon länger hochgehandelte Talent Luca Itter aus Wolfsburg und zwei Koreaner. Chanh-hun Kwon kam aus dem französischen Dijon und als teuerster Einkauf der 19-Jährige Woo-yeong Jeong aus dem Nachwuchs des FC Bayern. Insgesamt vier Spieler, die schnell auf Außen unterwegs sind. Richtig vermissen werden sie in Freiburg den Ballstreichler und Freistoßkünstler Vincenzo Grifo, der aus Hoffenheim nur ausgeliehen war. Der Abgang von Florian Niederlechner zum FC Augsburg tut weniger weh, denn der ganz große Durchbruch gelang dem Bayern in Baden nicht.

Boss-Level

Auch in dieser Saison geht der Titelgewinner der Kontinuitätsmeisterschaft wieder an die Ausdauernden von der Schwarzwaldstraße. Christian Streich steht vor seiner 24. Saison als Trainer beim SC Freiburg und seiner achten als Cheftrainer der Profimannschaft. Sportvorstand Jochen Saier und Sportdirektor Klemens Hartenbach gehen als sportliche Leitung in die siebten Saison. Fritz Keller ist seit 2010 Vereinspräsident. Finanzvorstand Oliver Leki ist als New Kid on the Block erst seit sechs Jahren im Amt.