Das beste Bun­des­li­ga­spiel an diesem Wochen­ende fand am Sonntag in Liver­pool statt. Zwei Bun­des­li­ga­trainer und acht Bun­des­li­ga­spieler trugen zu einem elek­tri­sie­renden, durch und durch spek­ta­ku­lären 4:3‑Sieg des FC Liver­pool gegen Man­chester City bei. Jürgen Klopps Mann­schaft spielte den gerne ver­spro­chenen Heavy-Metal-Fuß­ball mit bis zum Anschlag auf­ge­drehten Ver­stär­kern, und den­noch gelang es ihr nie, den Zere­bral-Fuß­ball des Teams der Mann­schaft von Pep Guar­diola ganz zu stoppen.

Viel­leicht war der ehe­ma­lige Wolfs­burgher Kevin de Bruyne trotz der Nie­der­lage der beste Spieler auf dem Platz, mit Sicher­heit aber war das Tor des ehe­ma­ligen Schal­kers Leroy Sané die größte Ein­zel­leis­tung. Oder war das der Anschluss­treffer des ehe­ma­ligen Dort­mun­ders Ilkay Gün­dogan? Oder letzt­lich doch der Treffer der ehe­ma­ligen Hof­fen­hei­mers Roberto Firminho? Auch Emre Can spielte wieder mit einer ehernen Klar­heit, die ihn immer mehr zu einem Wie­der­gänger von Sami Khe­dira macht. Und Joel Matip scheint für den eng­li­schen Fuß­ball wie gemacht. Nur beim ehe­ma­ligen Mainzer Loris Karius, dem Tor­wart des FC Liver­pool, ist das nicht so sicher.

Fast 50 ehe­ma­lige Bun­des­li­ga­spieler in der Pre­mier League

Nun soll hier nicht der Ein­druck erweckt werden, dass so groß­ar­tige Spieler wie Salah, Mané, Oxlade-Cham­ber­lain oder Ota­mendi, die nie in der Bun­des­liga spielten, bei einer der auf­re­gendsten Par­tien dieser Saison nur Neben­rollen ein­ge­nommen haben. Aber der Kick an der Anfield Road machte eben deut­lich, wel­chen Brain Drain die Bun­des­liga in den letzten Jahren Rich­tung Eng­land erlebt hat. Nor­ma­ler­weise wird dieser Begriff benutzt, wenn ein Land gut aus­ge­bil­dete Fach­kräfte ver­liert. Aber letzt­lich ist genau das beim fuß­bal­le­ri­schen Brain Drain pas­siert.

Fast 50 ehe­ma­lige Bun­des­li­ga­spieler stehen der­zeit in der Pre­mier League unter Ver­trag, mit fast so vielen unter­schied­li­chen Geschichten. Dar­unter sind Kicker, die sich bei großen Ver­einen in Deutsch­land nicht wirk­lich durch­setzen konnten, wie die Ex-Bayern Shaqiri und Höjb­jerg, die heute bei mit­tel­großen Klubs wie Stoke City bzw. FC Sout­hampton wenig auf­fallen. Oder Oliver Burke, der in Leipzig durch­fiel und es nun bei West Brom­wich Albion ver­sucht. Auf der anderen Seite wurden der Öster­rei­cher Chris­tian Fuchs, der Japaner Shinji Oka­zaki und der deut­sche Ex-Natio­nal­spieler Robert Huth mit Lei­cester City Eng­li­scher Meister. Und der ehe­ma­lige Lever­ku­sener Heung-Min Son gehört bei Tot­tenham zwei­fellos zu den wich­tigen Spie­lern.