Meis­tens weiß man gar nicht mehr, wer eigent­lich damit ange­fangen, wenn sich neue Begriffe plötz­lich rasend schnell ver­breiten. Rest­ver­tei­di­gung“ ist so ein Wort, das eben noch zur Insi­der­sprache abge­schlos­sener Klein­gruppen gehörte und nun in aller Munde ist. Das gleiche gilt für Spiel­glück“, das inzwi­schen jedes Wochen­ende aller­orten beschworen wird, ob es sich nun gerade rar gemacht hat oder ob eine Mann­schaft üppig davon pro­fi­tierte. Ver­schwipp­schwä­gert mit dem Spiel­glück ist die Effi­zienz vor dem Tor“. Die gibt es auch schon länger, über sie ist immer mal gespro­chen worden, aber nie so viel wie in dieser Saison.

Am letzten Samstag etwa wurde dem FC Bayern nach dem Spit­zen­spiel bei RB Leipzig von fast allen Seiten bru­tale Effi­zienz“ beschei­nigt. Der Rekord­meister hatte im Spit­zen­spiel mit 1:0 gewonnen und dabei so wenige Tor­chancen her­aus­ge­spielt wie kaum sonst in dieser Saison. Vier Tage später stellte Kylian Mbappé fest: Vor allem die Effi­zienz hat den Aus­schlag gegeben.“ Diesmal aber zu Ungunsten des FC Bayern, denn Paris St. Ger­main gewann mit 3:2.

Bru­tale Wende in nur vier Tagen

Die ganze Effi­zienz des FC Bayern hin­gegen war ver­flogen. 31 Tor­schüsse gaben die Bayern ab, zwölf davon kamen aufs Tor, aber nur zwei lan­deten drin. Auch was die Qua­lität der Tor­chancen betrifft, ermit­telt als Expected Goals, erreichten die Bayern einen Spit­zen­wert. Das eng­li­sche Unter­nehmen Stats­bomb zählte 3,1 Expected Goals der Bayern, und das war der dritt­höchste Wert, der in der gesamten Saison der Cham­pions League ermit­telt wurde

Die Bayern waren also mit der fast iden­ti­schen Mann­schaft inner­halb von vier Tagen in zwei ent­schei­denden Spielen einmal brutal effi­zient und einmal brutal inef­fi­zient. Einmal stimmte das Ver­hältnis von Auf­wand und Ertrag, einmal stimmte es nicht – eine bru­tale Effi­zienz-Wende. Womit wir bei dem Umstand wären, dass Effi­zienz und Spiel­glück ver­schwipp­schwä­gert sind. Gemeinhin wird ange­nommen, dass Welt­klas­se­stürmer effi­zi­enter vor dem Tor sind als ihre etwas beschei­dener talen­tierten Kol­legen. Das ist auch so, aber diverse Unter­su­chungen haben gezeigt, dass selbst die Cris­tiano Ronaldos oder Lionel Messis dieser Welt bei glei­cher Chan­cen­qua­lität nur rund zehn Pro­zent mehr Tore schießen.