Warum findet der Afrika Cup 2017 über­haupt in Gabun statt? Eigent­lich sollte Süd­afrika die dies­jäh­rige Aus­gabe der Kon­ti­nen­tal­meis­ter­schaft aus­richten. Eben­falls eigent­lich sollte 2013 in Libyen gespielt werden. Auf­grund der poli­ti­schen Lage im Land einigten sich die beiden Nationen damals auf einen Tausch, 2013 wurde in Süd­afrika gespielt.

Wegen anhal­tender Unruhen entzog die Afri­ka­ni­sche Fuß­ball­kon­fö­de­ra­tion (CAF) Libyen dann im August 2014 das Gast­ge­ber­recht kom­plett. Bei der anschlie­ßenden Neu­ver­gabe für das Tur­nier 2017 zählten laut CAF vor allem die vor­han­dene Infra­struktur und bereits exis­tie­rende Anlagen – wegen der kurzen Vor­be­rei­tungs­zeit für die End­runde. Gabun, Co-Aus­richter 2012 (zusammen mit Äqua­to­ri­al­guinea), bewarb sich auf die erneute Aus­schrei­bung und setzte sich gegen Ghana und Alge­rien durch. 

Dabei hätte das Land heute ver­mut­lich schlechte Chancen. Seitdem sich Ali-Ben Bongo Ond­imba letzten Sommer mit zwei­fel­haften Wahl­er­geb­nissen erneut zum Prä­si­denten wählen ließ, kommt Gabun nicht zur Ruhe. Bei den lan­des­weiten Pro­testen kamen nach Oppo­si­ti­ons­an­gaben min­des­tens 500 Men­schen ums Leben, wei­tere 1100 wurden ver­haftet. Ganz nach dem Motto von Bongos Vor­gänger und Vater Omar Bongo: In Afrika orga­ni­siert man keine Wahlen, um zu ver­lieren.“

Jähr­lich 50 Mil­lionen vom Haupt­sponsor

Die Bongo-Familie regiert Gabun seit dem Ende der 60er Jahre – und hat in der Zwi­schen­zeit immense Reich­tümer ange­häuft. So berich­teten kame­ru­ni­sche Medien von min­des­tens 39 Anwesen in Frank­reich. Schät­zungen spre­chen von 25 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts, die auf ver­schie­denste Konten der Familie fließen.

Nicht zuletzt erhielt Ali-Ben Bongo einer Recherche fran­zö­si­scher Medien zu Folge pro Jahr rund 50 Mil­lionen Euro vom Mine­ralöl-Kon­zern Elf Aqui­taine, der mitt­ler­weile TOTAL heißt. Und ganz nebenbei als Haupt­sponsor des Afrika Cups auf­tritt.

Das befeuert Gerüchte, nach denen bei der Ver­gabe nicht alles kor­rekt ablief. Was im Welt­fuß­ball ja sowieso nicht abwegig wäre. Und auch bei der Wahl zu Afrikas Fuß­baller des Jahres 2014 spra­chen Indi­zien dafür, dass Bongo, selbst großer Fuß­ballfan, der Ent­schei­dung pro Pierre-Eme­rick Aub­ameyang nach­ge­holfen habe. Der Dort­munder Stürmer und Natio­nal­mann­schafts­ka­pitän Gabuns bedankte sich wäh­rend seiner Rede brav beim Prä­si­denten.