Chris Webber, Ihre Fan­gruppe spielt im Sta­dion des eng­li­schen Siebt­li­gisten Sutton Cold­field den Song Tequila“ und sorgt mit Trom­peten für Stim­mung. Warum?
Vor einigen Jahren bin ich mit Freunden zum ersten Mal zum Ama­teur­fuß­ball gegangen, ein­fach weil wir mal etwas anderes sehen wollten. Das war auch eine tolle Erfah­rung, aber leider war am Spiel­feld­rand noch weniger Stim­mung als in der ersten Liga. Eines Tages hatten wir dann die Idee, bei einem Spiel in unserem Viertel bei Sutton Cold­field eine Trommel mit­zu­bringen. Das kam bei den anderen Zuschauern so gut an, dass immer mehr Leute Trom­meln mit­ge­bracht haben, und eines Tages kam dann ein Kerl mit einer Trom­pete an. Von da an haben wir neunzig Minuten lang Party gemacht.

Ein Fan hat sogar ein Kin­der­spiel­zeug mit­ge­bracht.
(Lacht.) Ja, das ist ein Mit­glied unserer Gruppe. Im Spiel gegen Alfreton Town hat er damit geras­selt. Eine Woche später hatte dann ein anderer Fan eine Tri­angel im Gepäck. Unser Motto lautet: Bringt ein­fach alles mit, was Krach macht. 

Wie reagieren die Spieler beider Mann­schaften?
In der Regel stellen wir uns hinter den Tor­hüter des Geg­ners, um ihn zu ver­un­si­chern. Manchmal sind die Gegner dann genervt und sehen sich in ihrem Spiel gestört, aber das ist schließ­lich gut für unser Team! Und unsere Jungs haben sich mitt­ler­weile an die ver­rückten Fans gewöhnt und spielen bei Heim­spielen beflü­gelt auf.

Begleiten Sie die Mann­schaft auch zu Aus­wärts­spielen?
Natür­lich, als wahrer Fan hat man da keine Wahl! Auch wenn die Distanz zu den anderen Sport­plätzen in unserer Liga in der Regel ein Kat­zen­sprung ist, haben wir auf Aus­wärts­fahrten viel Spaß. Einige Ver­eine haben uns aller­dings ver­boten, unsere Instru­mente mit ins Sta­dion zu bringen. Der abso­lute Groß­teil der Gegner mag uns.

Sie wurden durch Videos im Netz berühmt. Wie wirkt sich das auf die Zuschau­er­zahl von Sutton aus?
Wir sind zwar erst seit einigen Wochen bekannt, aber mir haben schon einige Zuschauer erzählt, dass sie nur wegen uns gekommen sind. Sie wollten sich das Spek­takel mal mit eigenen Augen anschauen. Jeder ist herz­lich will­kommen, mit uns beim nächsten Heim­spiel Trom­pete zu spielen und das eine oder andere Pint zu trinken!