Am elften Spieltag der bel­gi­schen Pro League treffen der FC Brügge und Royal Ant­werp FC auf­ein­ander. Der Erste gegen den Dritten. Neun Punkte Abstand in der Tabelle. Das Ergebnis: unspek­ta­kulär. 1:0 steht es am Ende. Die Stim­mung im Sta­dion ist dafür um so besser und beson­ders auf­ge­hitzt. Traum-Atmo­sphäre. Genauso wie man sich einen per­fekten Sta­di­on­be­such vor­stellt. Doch am Ende ist das alles neben­säch­lich.

Denn nach dem Spiel kommt es zu hef­tigen Aus­ein­an­der­set­zungen zwi­schen der Polizei und Hoo­li­gans im Gis­tels­te­enweg in Sint-Andries, einem Orts­teil von Brügge. Hier hat der Schuster Peter Depover sein Geschäft. Bei den Kra­wallen wird seine Vespa Ape“ erst umge­worfen, dann die Straße ent­lang geschoben und anschlie­ßend sogar in Brand gesteckt. Ein schwerer Schlag für Peter Depover, denn er sitzt im Roll­stuhl und der Wagen ist enorm wichtig für ihn. Er bedeutet Frei­heit und Mobi­lität.

Aus rot wird schwarz

Als der FC Brügge am Fol­getag von dem Vor­fall erfährt, startet der Klub eine Crowd­fun­ding-Aktion. Gemeinsam mit dem Shop Xclu­sive Bike“ wollen sie ein neues Dreirad für Peter Depover orga­ni­sieren. Der Shop steuert dafür eine große Summe bei, die feh­lenden 4000 Euro werden gesam­melt. In kür­zester Zeit kommt die gesamte Summe zusammen. Aus dem roten Dreirad, wird ein schwarzes, pas­send zu den Ver­eins­farben des Klubs.

Noch am selben Tag klopft es an der Tür des Schus­t­er­la­dens. Davor steht nicht irgendwer, sonder Brandon Mechele, Ver­tei­diger des FC Brügge. Im Gepäck: Das neue Dreirad. Peter Depover ist absolut über­wäl­tigt (Seine Reak­tion seht ihr hier im Video »>). So viele fremde Leute sollen ihm geholfen haben? Er würde am liebsten jedem Ein­zelnen per­sön­lich dafür danken.

Mit der schwarzen Farbe ist er zwar nicht ganz zufrieden, da er für sein rotes Dreirad bekannt war, aber trotzdem ist er dem Club und dessen Fans unend­lich dankbar. Peter Depover war schon lange nicht mehr im Jan-Breydel-Sta­dion“, doch nach soviel Her­zens­wärme denkt er jetzt mal wieder über einen Besuch nach. Dann kann er die traum­hafte Atmo­sphäre mit den Fans, die ihm geholfen haben, zusammen genießen.