Seite 2: „Verantwortliche anderer Klubs redeten Spielern ins Gewissen, ob sie wirklich zum FCK wollen“

Sie sagen, es war eine schwie­rige Trans­fer­pe­riode. Lag auch die dro­hende Pleite wie ein Schatten über den Gesprä­chen mit mög­li­chen Neu­ver­pflich­tungen?
Es war zumin­dest spürbar, dass Spieler auf­grund der Gesamt­si­tua­tion des Klubs unsi­cher waren und dann auch des­wegen abge­sagt haben. Ver­hand­lungen zogen sich auch mal länger hin. Über Berater bekommt man auch mal mit, dass Ver­ant­wort­liche anderer Klubs man­chen Spie­lern ins Gewissen redeten, ob sie wirk­lich zum FCK wollen. Ob ihnen nicht klar sei, dass man selbst wirt­schaft­lich mehr Sicher­heit bieten würde.

Starker Tobak.
Das ist schon okay, so ist wohl das Geschäft. Wir haben mit einigen Profis über Wochen gefühlt täg­lich tele­fo­niert – und sie am Ende leider nicht oder am Ende dann doch bekommen. Wir sind froh über jeden ein­zelnen Neu­zu­gang diesen Sommer und inner­halb der Mann­schaft gibt es einen großen Zusam­men­halt.

Wie sehr wirkt sich die wirt­schaft­liche Situa­tion und der stän­dige Trubel auf die Mann­schaft aus?
Fuß­ball­spieler sind eben auch nur Men­schen. Die ver­folgen die Vor­gänge genau. Und natür­lich schlägt es sich nieder, wenn der Arbeit­geber in stän­diger Unruhe ist. Was soll ein Spieler denken, wenn ein Bou­le­vard­blatt titelt: Macht der Investor aus Dubai jetzt die Auf­stel­lung?“ Fak­tisch ist das voll­kom­mener Quatsch, aber natür­lich denken sich einige: Was soll das jetzt? Hinzu kommen die sozialen Netz­werke, die sind für junge Men­schen ein wich­tiger Teil ihrer Lebens­welt. Dort lesen die Spieler auch einiges, werden zum Teil auch sehr per­sön­lich ange­gangen. Dies darf keine Aus­rede sein und es wird sicher­lich auch schnell wieder ver­gessen, aber es ist nun mal Thema. Aktuell ist es ruhig im Verein und die Mann­schaft kann und soll sich nur auf den sport­li­chen Erfolg kon­zen­trieren.

Doch das nächste Pro­blem dräut bereits wieder: Die Mann­schaft düm­pelt am Tabel­len­ende der 3. Liga, dabei ist der Auf­stieg drin­gend not­wendig, wenn der FCK schwarzen Zahlen schreiben will. Wie können Sie den exis­ten­zi­ellen Druck vom Team weg­halten?
Das ist unter anderem ein Grund, warum wir uns für Jeff Sai­bene als Trainer ent­schieden haben. Er arbeitet schon lange im Fuß­ball, hat eine sehr ruhige Art, mit Spie­lern umzu­gehen, und er hat in Bie­le­feld bewiesen, dass er Druck­si­tua­tionen hän­deln kann.

Wie können Sie in dieser Lage als Sport­di­rektor helfen?
Ruhe bewahren und positiv unter­stützen. Aber auch ich kann mal unge­müt­lich werden, wenn es aus meiner Sicht ange­bracht ist. Zudem immer wieder an die Geschlos­sen­heit nach Außen appel­lieren. Wenn das funk­tio­niert, können wir innen den Druck besser ver­ar­beiten.

Wird es funk­tio­nieren?
Ja, es wird funk­tio­nieren!