Mats Hummels/​Roman Wei­den­feller
Nach dem 0:1 gegen Augs­burg vor die schäu­menden Fans zu treten, muss in etwa so ver­lo­ckend gewesen sein, wie sich die Fuß­nägel mit dem Bol­zen­schuss­gerät zu schneiden. Umso größer ist der Respekt, den wir Mats Hum­mels und Roman Wei­den­feller ent­ge­gen­bringen, die nach der elften Pleite des BVB in dieser Saison genau das getan haben. Tat­säch­lich werden in Dort­mund zur Zeit derart wenig Punkte gesam­melt, dass selbst die ört­li­chen Super­markt­ketten ihre Payback-Sys­teme ein­stampfen. An der Dort­munder Gra­bes­stim­mung hat Hum­mels und Wei­den­fel­lers Gang in die Kurve frei­lich nicht son­der­lich viel geän­dert, bei einer wei­teren Pleite sollten die beiden viel­leicht lieber auf den Weg in die Kurve ver­zichten. Oder even­tuell ein Selbst­ver­tei­di­gungs-Bol­zen­schuss­gerät bei sich tragen. Was natür­lich blöd ist, das gab es näm­lich gerade bei Rewe als Payback-Prämie.

Jürgen Klopp
Kon­do­lieren wollen wir an dieser Stelle Dort­munds Trainer Jürgen Klopp. Der Mann, der ansonsten fröh­li­cher drein­schaut als Lothar Mat­thäus auf einer Abi-Party, wirkt nach dem ver­patzten Rück­run­den­start seines Teams in etwa so ratlos wie Andy Möller vor einer Ita­lien-Karte. In diesem Sinne wollen wir Kloppo Mut zuspre­chen: Schließ­lich ist die Zweite Bun­des­liga auch eine Bun­des­liga und als Cham­pions League-Sieger kann man durchaus mit breiter Brust nach Sand­hausen fahren, um dem direkten Kon­kur­renten um den Auf­stieg ein Remis abzu­trotzen.

Stefan Kieß­ling
Gerne möchten wir Stefan Kieß­ling an dieser Stelle die 11FREUNDE-Häss­lette“ aus Schorf ver­leihen, schließ­lich schoss Kieß­ling beim 1:0 gegen die Hertha das wahr­schein­lich häss­lichste Tor seiner Kar­riere. Einen Pass von Wen­dell rum­pelte Kieß­ling derart unan­sehn­lich über Keeper Thomas Kraft hinweg ins Netz, dass er anschlie­ßend zum Tor­jubel an die Eck­fahne lief und sich dort übergab. Außerdem sind wir uns sicher, dass der Ball noch im Flug Bitte tötet mich“ gerö­chelt hat. Wozu sich aber nie­mand durch­ringen konnte. Leider, denn dem eher unter­durch­schnitt­li­chen Spiel hätte das sicher­lich gut getan

Eric-Maxim Choupo-Moting
Gerüchten zufolge war der Elfer von Schalkes Eric-Maxim Choupo-Moting gegen die Bayern derart schwach geschossen, dass der Schalker Mann­schafts­arzt dem Ball noch auf dem Weg in Manuel Neuers Arme eine Infu­sion legen musste, weil der Ball sonst ver­hun­gert wäre. Der­zeit lieg der Ball auf der Inten­siv­sta­tion des Gel­sen­kir­chener Kran­ken­hauses, es geht ihm den Umständen ent­spre­chend. Choupo-Moting wollte ihn auch schon am Kran­ken­bett besu­chen, ist mit seinen schwäch­li­chen Ober­schen­keln aber nicht die Treppen hoch­ge­kommen. Bitter.

Bene­dikt Höwedes
Dass Schalke trotz Choupo-Motings Fehl­schuss noch einen Punkt aus Mün­chen mit­nahm, liegt an Bene­dikt Höwedes und seinem fast schon lächer­lich schul­buch­haften Kopf­balltor. Nach einer Ecke von Sidney Sam stand Höwedes wie auf einer unsicht­baren Treppe in der Luft und nickte den Ball mit der Kör­per­span­nung einer zuschnap­penden Bären­falle unhaltbar ins Eck. Ein Kopf­balltor, so per­fekt, dass in Horst Hru­beschs Wiki­pedia-Artikel nun ein Bild von Höwedes prangt.

Mar­cell Jansen
Noch am vorigen Spieltag unkten wir, dass Schnecke“ ein viel bes­serer Spitz­name für Mar­cell Jansen wäre als Scor­pion“. Nun müssen wir uns ent­schul­digen, denn im Spiel gegen Pader­born war Jansen bereits nach acht Sekunden zur Stelle und holte den Elf­meter zum 1:0 für den HSV heraus. Jansen ist damit derart schnell zum Abschluss gekommen, dass ihn nun schä­bige Pick-Up-Artists als Gast­do­zent zu ihren fischigen Semi­naren ein­laden. Was Jansen natür­lich nicht macht, schließ­lich hat der Mann Stil, wie sein schönes Tor zum 2:0 bewies.

Stefan Aigner
4:1 gegen die Bayern, ein anschlie­ßender Sen­sa­ti­ons­transfer für geschätzte 32 Finan­cial­fair­play­istnur­ein­wor­til­lionen – der VfL Wolfs­burg schien derart ent­schlossen auf dem Weg an die inter­na­tio­nale Spitze, dass man selbst bei der Quatar Sports Foun­da­tion nei­di­sche Blicke gen Auto­stadt rich­tete. Aber so ist das eben mit dem Hype, dem man nicht glauben soll: Mit­unter reicht ein ker­niger Bayer, der mit einem humor­losen Schuss ins lange Eck sämt­liche Traum­tän­ze­reien erstmal wieder dämpft und mit einem tro­ckenen 1:1 in Frank­furt Wolfs­burg eben nur Wolfs­burg sein lässt.

André Schürrle
Wolfs­burgs Super­neu­zu­gang André Schürrle mag beim 1:1 in Frank­furt noch gar nicht gespielt haben, für unsere 11 des Spiel­tags reicht es aber den­noch. Warum? Weil nach andert­halb Jahren im Mut­ter­land des Fuß­balls, nach tra­di­ti­ons­rei­chen Stadt­derbys in London, Spielen in 120 Jahre alten Sta­dien und gegen Klubs, die mehr Legenden in ihrer Hall of Fame haben als in Wolfs­burg Schicht­ar­beiter am Band stehen, Schürrles erste Bun­des­li­ga­partie nun am Samstag Wolfs­burg gegen Hof­fen­heim heißen wird. Ein­hel­lige Redak­ti­ons­mei­nung dazu: Tihi­hi­hi­hi­hi­hiihi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hi­hihi

Gon­zalo Jara
Die Kom­bi­na­tion aus Grät­sche von hinten, Tex­til­ver­gehen und anschlie­ßender Back­pfeife kennen wir so eigent­lich nur vom Grab­bel­tisch-Samstag beim Wurst-Son­der­pos­ten­markt. Umso erfreuter waren wir, diesen Klas­siker der Schä­big­keit in form­voll­endeter Aus­füh­rung vom Mainzer Gon­zalo Jara prä­sen­tiert zu bekommen. Im Spiel gegen Han­nover senste der Chi­lene zuerst mit Verve 96-Kapitän Stindl von den Beinen, um ihn anschlie­ßend per Tri­kot­ziehen zum Auf­stehen zu ani­mieren. Als das nicht klappte, run­dete Jara seinen Asi-Move stil­si­cher mit einer Watschn ab, derent­wegen Stindl dann doch auf­sprang. Zur zünf­tigen Schub­serei kam es aber nicht, auch weil der Schieds­richter schnell zur Stelle war. Viel­leicht auch eine Idee für den Wurst-Son­der­pos­ten­markt.

Patrick Herr­mann
Glad­bachs Patrick Herr­mann ist zur Zeit besser in Form als Arnold Schwar­zen­egger zu besten Ter­mi­nator-Zeiten. Schon gegen Stutt­gart traf Herr­mann zum Sieg, nun legte er gegen Frei­burg nach und erzielte den Sieg­treffer zum 1:0. Wir hoffen der­weil inständig, dass er Glad­bach damit nicht noch in die Cham­pions League führt. Im Sommer sollen doch die Dreh­ar­beiten zu dem neuen Ter­mi­nator-Sequel beginnen, mit Herr­mann in der Haupt­rolle. Arbeits­titel: Herr­mi­nator – Auf­stand der Tor­ma­schinen“