Daniel Schulz, Glück­wunsch zum Zweit­li­ga­auf­stieg mit dem SV Sand­hausen. Damit geht es in der nächsten Saison gegen Ihren Ex-Klub Union Berlin. Freuen Sie sich schon auf die Duelle?
Daniel Schulz: Ich freue mich sehr auf die Rück­kehr nach Berlin, auch wenn der Kon­takt zu Union mehr oder weniger abge­bro­chen ist.

Als gebür­tiger Ber­liner könnten Sie dann auch auf Hertha BSC treffen. Waren Sie schon mal im Olym­pia­sta­dion?
Daniel Schulz: Zum Zuschauen, ja, aber selbst spielen durfte ich da noch nicht. Das wäre natür­lich eine Super­sache.

In der ver­gan­genen Saison schafften Sie mit dem SV Sand­hausen gerade so den Klas­sen­er­halt in der dritten Liga, nun sind Sie auf­ge­stiegen. Was hat sich in Sand­hausen geän­dert?
Daniel Schulz: Die schwie­rige Situa­tion im ver­gan­genen Jahr hat uns eines bewusst gemacht: nur als Mann­schaft kannst du Erfolg haben. Vor allem in einer so aus­ge­gli­chenen Liga. Das hat uns richtig zusammen geschweißt. Ganz ent­schei­dend war auch der Trai­ner­wechsel von Pavel Dot­chev zu Gerd Dais. Er hat ein defen­si­veres System spielen lassen mit einem zusätz­li­chen Sechser. Das liegt uns. Das passt ein­fach zu unserer Mann­schaft.

Auf­ge­wachsen sind Sie in den Ost-Ber­liner Kiezen Fried­richs­hain und Köpe­nick. War Sand­hausen da erstmal ein Kul­tur­schock?
Daniel Schulz: Keine Frage, die Umstel­lung war groß. In Berlin ist ja alles vier Num­mern größer, dort brauchst du eine Stunde, um von einem Ende der Stadt zum anderen zu kommen. Von der Lebens­qua­lität her gibt es aber keinen Unter­schied. Und zur Not gibt es noch Hei­del­berg in der Nähe. Eine wun­der­schöne Stadt.

Sie spielten von 2001 bis 2010 bei Union Berlin. Ver­missen Sie diese Zeit?
Daniel Schulz: Auf jeden Fall, Union ist ja kein gewöhn­li­cher Klub. Das Umfeld, die her­aus­ra­genden Fans und dieses fan­tas­ti­sche Sta­dion, ein­fach ein­malig. Ich kann es nur jedem emp­fehlen, dort mal zu spielen.

Sie galten als viel­ver­spre­chendes Talent und Uwe Neu­haus machte Sie gar mit 21 Jahren zum Kapitän bei Union. Schluckt man da erstmal?
Daniel Schulz: Na klar, zumal wir ein Team mit gestan­denen Spie­lern hatten. Marco Geb­hardt und Nico Pat­schinski waren zum Bei­spiel erfah­renen Hau­degen mit Bun­des­li­ga­er­fah­rung. Das mir Uwe Neu­haus dieses Amt anver­traute, hat mich geehrt.

Wie hat er Ihre Wahl denn begründet?
Daniel Schulz: (lacht) Es muss wohl an meinen Cha­rak­ter­ei­gen­schaften gelegen haben. Ich war schon immer sehr ehr­geizig, hab im jedem Trai­ning Gas gegeben. Außerdem war ich schon lange bei Union und mit dem Verein tief ver­wur­zelt.

Das Amt hat Sie nicht unter Druck gesetzt?
Daniel Schulz: Ich habe mir zwar meine Gedanken gemacht, ob die älteren Spieler mich auch respek­tieren, doch die Jungs sind mit der Sache sehr gut umge­gangen und haben mich unter­stützt. So kam Druck gar nicht erst auf.

Sie haben auch zwei Län­der­spiele für die deut­sche U21-Natio­nal­mann­schaft gemacht.
Daniel Schulz: Richtig, eine tolle Erfah­rung. Das Team war ziem­lich gut. Andreas Beck, Kevin-Prince Boateng und Askhan Dejagah sind Natio­nal­spieler geworden, Kevin-Prince Boateng sogar ein Welt­star. Boateng und Dejagah kannte ich bereits aus den Ber­liner Aus­wahl­mann­schaften. Die zwei waren schon spe­zi­elle Typen mit Ecken und Kanten, aber sie sind ihren Weg gegangen und das sehr erfolg­reich.

Ärgern Sie sich, dass es diese Spieler soweit nach oben geschafft haben, wäh­rend Sie noch in der dritten Liga kicken?
Daniel Schulz: Ich habe mich schon mal gefragt, warum das bei mir nicht so gelaufen ist. Doch im Fuß­ball gibt es soviel Unwäg­bar­keiten wie schwere Ver­let­zungen, die bei mir halt auf­traten. Nach­trauern bringt doch nichts.

Mit Union gelang dann der Auf­stieg in die zweite Bun­des­liga, wo Sie aller­dings nur fünf Spiele absol­vierten. Warum lief es nicht mehr?
Daniel Schulz: Da kam vieles zusammen. Die Auf­stiegs­saison war schon nicht so gut, weil ich durch eine Menis­kus­ver­let­zung lange aus­ge­fallen bin. In der Vor­be­rei­tung auf die Zweit­li­ga­saison konnte ich nicht über­zeugen und dann ver­loren wir auch noch in der ersten DFB-Pokal­runde mit 0:5 gegen Werder Bremen, wo ich keine gute Leis­tung zeigte. Uwe Neu­haus hat mich dann aus dem Team genommen, was ich sehr schade fand. Anschlie­ßend spielte die Mann­schaft erfolg­rei­cher und das war’s dann für mich.

Viel­leicht läuft es mit Sand­hausen für Sie in der zweiten Liga besser.
Daniel Schulz: (lacht) Das hoffe ich sehr.