Der FC Bayern Mün­chen beginnt heute unter dem strah­lend blauen Himmel von Doha den dritten Trai­ningstag. Ange­nehme 22 Grad, leichter Wind – ideales Fuß­ball­wetter. Nicht zuletzt einer der Gründe, warum der FCB sich hier seit Jahren auf die Rück­runde vor­be­reitet. Im Sommer kommt der deut­sche Rekord­meister nie für die Sai­son­vor­be­rei­tung, denn dann ist Katar ein Schmelz­tiegel von über 40 Grad. Die 800.000 aus­län­di­schen Arbeiter aller­dings, die in dem kleinen Emirat für den Bau der WM-Sta­dien, Hotels, Shop­ping-Malls, Zug­stre­cken etc. ein­ge­setzt werden, arbeiten seit 2011 auf der ara­bi­schen Halb­insel.

Allein in 2012 starben 520 Arbeiter aus Ban­gla­desch, Indien und Nepal, größ­ten­teils unter unge­klärten Umständen. Eine genaue Unter­su­chung dieser Fälle gab es nicht. Seitdem gibt Katar nur noch spo­ra­disch Todes­zahlen und ‑ursa­chen bekannt, die Behörden spre­chen meist von uner­war­tetem Herz­still­stand. Eine Aut­opsie bleibt aus.

Hat Rum­me­nigge recht?

Karl-Heinz Rum­me­nigge, Vor­stands­vor­sit­zender der FC Bayern Mün­chen AG, ver­tei­digte die Ent­schei­dung seines Ver­eins vor der Abreise: Die Situa­tion in Katar wäre besser geworden durch den Fuß­ball. Das Ver­trauen auf beiden Seiten würde mit jedem Gespräch wachsen. Das Kafala-System würde schritt­weise abge­baut werden. Und auf den ersten Blick hat die Situa­tion sich ver­bes­sert. Zumin­dest für die 1,5 Pro­zent der aus­län­di­schen Arbeiter, die WM-Sta­dien bauen, bei denen inter­na­tio­nale Unter­nehmen die Teile lie­fern.

Sie dürfen im Schatten arbeiten, wenn auf der Bau­stelle eine bestimmte Tem­pe­ratur über­schritten wird. Zudem haben sie Anspruch auf Trink­wasser und es gibt zwei Wochen im August, in denen in der Mit­tags­hitze nicht gear­beitet werden darf. Dies geschah nicht zuletzt durch Druck der Arbeits­or­ga­ni­sa­tion der Ver­einten Nationen (ILO) und des Inter­na­tio­nalen Gewerk­schafts­bundes (IGB). Hat also Karl-Heinz Rum­me­nigge recht? Ermittler der ILO haben die Unter­su­chungen zur Arbeits- und Lebens­si­tua­tion aus­län­di­scher Arbeiter in Katar wieder ein­ge­stellt. Auch der inter­na­tio­nale Gewerk­schafts­bund arbeitet nun enger mit der FIFA zusammen. Rum­me­nigge und Andere spre­chen von einer posi­tiven Ent­wick­lung“, welche nicht zuletzt auf die anste­henden Reformen anspielt.