Es war nicht das Jahr der Laptop-Trainer. Dome­nico Tedesco? Ent­lassen auf Schalke. Julian Nagels­mann? Mit Hof­fen­heim nur Neunter. Hannes Wolf? Geschei­tert in Ham­burg. Die jungen Trainer, deren Namen man mit modernen Fuß­ball und Taktik ver­bindet, haben in diesem Jahr Rück­schläge erlitten. Ihre Ideen bleiben aber wei­terhin modern. Fakt ist: Die Kon­kur­renz hat auf­ge­holt – und die jungen Trainer teils sogar über­holt, was Match­pläne und inno­va­tive Ideen angeht. Wir beleuchten die fünf tak­ti­schen Trends der Saison.

1. Ohne Match­plan geht es nicht mehr
Thomas Tuchel prägte vor einigen Jahren den Begriff Match­plan“. In Mainz erar­bei­tete er vor jedem Spiel eine Idee, die indi­vi­duell auf den Gegner abge­stimmt war. Woche für Woche ver­än­derte er For­ma­tion und Spiel­weise. Das war damals keine Selbst­ver­ständ­lich­keit.

Heute ist es das. Jeder Trainer über­legt sich genau, wie er in das kom­mende Spiel gehen will. Das betrifft nicht nur Nagels­mann, son­dern auch Trainer wie Chris­tian Streich oder Fried­helm Funkel. Düs­sel­dorf und Frei­burg, Mainz und Wolfs­burg, Leipzig und Augs­burg, Han­nover und Nürn­berg: Erfolg­reiche wie erfolg­lose Teams passten ihr Spiel ständig an den Gegner an.

2. For­ma­ti­ons­wechsel sind hip
Zum auf den Gegner abge­stimmten Match­plan gehört in den meisten Fällen eine Anpas­sung der For­ma­tion. Die meisten Teams beherr­schen es mitt­ler­weile, inner­halb eines oder zwi­schen zwei Spielen ihre For­ma­tion anzu­passen. Eine Umstel­lung von Dreier- auf Vie­rer­kette? Ein Sechser wech­selt plötz­lich auf die Zehn? Oder gleich drei oder vier Spieler tau­schen die Posi­tionen? Alles mög­lich.

Tat­säch­lich waren die anpas­sungs­freu­digsten Trainer – neben den Jung­spunden Nagels­mann und Bre­mens Flo­rian Koh­feldt – die alten Hasen: Funkel setzte bei seiner For­tuna durch­ge­hend auf schnellen Kon­ter­fuß­ball, wech­selte dabei aber häufig die For­ma­tion. Streich wie­derum passt sein gesamtes System an den Gegner an, stellt teils mehr­fach in einem Spiel um. Kein Team hat derart häufig die For­ma­tion gewech­selt wie die Frei­burger. Dass aus­ge­rechnet die alten Hasen in den Kate­go­rien Match­plan und For­ma­ti­ons­wechsel punkten, zeigt: Der Trend ist längst in der Mitte der Bun­des­liga ange­kommen.