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3. Liga

Türk­gücü Mün­chen (Platz: 20, Note: 6)
Eigent­lich gibt es gar nicht viel zu sagen. Eigent­lich machte Türk­gücü-Investor Hasan Kivran nur wahr, was er zuvor ange­kün­digt hatte: den Geld­hahn zu. Ohne den Mäzen ging nichts mehr, das Kon­strukt brach gna­denlos in sich zusammen – Türk­gücü has fallen. Über­raschte natür­lich nie­manden. Man ist es doch längst gewohnt in Liga 3: Über­am­bi­tio­nierte Pro­jekte, haar­sträu­bendes Wirt­schaften. Hey, DFB, wofür war noch gleich das Lizen­zie­rungs­ver­fahren gut?
Zeugnis: Schon vor dem Aus und der Annul­lie­rung aller Spiele lief Türk­gücü seinen ambi­tio­nierten Zielen mei­len­weit hin­terher. Kom­bi­niert mit Kivrans Spiel­chen und der ama­teur­haften Infra­struktur bleibt nur eines: glatte Sechs.

The Last Dance Türkgücüs Abschied aus der 3. Liga

Statt um den Auf­stieg mit­zu­spielen, treffen sich Spieler von Türk­gücü beim Arbeitsamt. Der Inves­to­ren­klub ist pleite. Wie konnte das pas­sieren?

TSV Havelse (Platz: 19, Note: 4)
Türk­gücüs Pleite ließ Winter-Schluss­licht Havelse um einen Platz klet­tern. Am Ergebnis änderte das nichts. Dass der Abstieg wahr­schein­lich ist, wusste beim TSV jeder – und zwar schon zum Sai­son­start. Und also funk­tio­nieren die Flos­keln: Havelse mühte sich nach Kräften. Doch es reichte halt nicht.
Zeugnis: Gemessen an der Punkt­aus­beute, hielt der TSV das Niveau: zwölf Zähler in der Hin­runde, elf in der Rück­runde. Das Arbeits­ver­halten ent­sprach ebenso den Erwar­tungen. Abstieg mit erho­benem Haupt? Nicht ganz. Die abschlie­ßende 0:7‑Pleite in Mann­heim schlug ins Kontor.

Würz­burger Kickers (Platz: 18, Note: 6)
Drei Trainer in nur einer Saison? Da ist klar, was die Uhr geschlagen hat. Zweit­li­ga­ab­steiger Würz­burg kam von Beginn an nicht aus den Lat­schen, offen­barte ekla­tante Mängel im spie­le­ri­schen Bereich. Dabei waren die Kickers nur ein Jahr oben gewesen, hätten die Spiel­klasse eigent­lich noch kennen müssen. Doch weder Torsten Zie­gner oder Danny Schwarz – beide mit reich­lich Dritt­liga-Exper­tise aus­ge­stattet –, noch Ralf San­telli brachten die Mann­schaft in die Spur. Das kra­chende Ende: 0:7 in Zwi­ckau, zehn Punkte Abstand zu den Nicht­ab­stiegs­plätzen.
Zeugnis: Wie Havelse fand sich auch der FWK früh am Tabel­len­ende ein – um sich von dort nicht mehr ver­treiben zu lassen. Doch waren die Ansprüche in Würz­burg völlig andere. Nicht zuletzt die per­so­nellen Fehl­ent­schei­dungen auf der Trai­ner­bank ließen den Fahr­stuhl in Rich­tung Regio­nal­liga rau­schen. Und die Noten? Im Winter man­gel­haft, jetzt unge­nü­gend. Künftig geht’s nach Aub­stadt und Eich­stätt.

Vik­toria Berlin (Platz: 17, Note: 5)
Talen­tiert, domi­nant, furios: Zu Sai­son­be­ginn flogen der Ber­liner Vik­toria die Super­la­tive nur so um die Ohren. Der Auf­steiger star­tete direkt auf der linken Spur, kan­zelte die Tra­di­ti­ons­ver­eine aus Braun­schweig und Kai­sers­lau­tern mit zwei 4:0‑Siegen ab und setzte sich an die Tabel­len­spitze. Aus​ru​fe​zei​chen​.So ging es nicht weiter. Doch hätte der Auf­steiger in der End­ab­rech­nung bes­tens mit dem 12. Platz leben können, auf dem er sich zur Win­ter­pause ein­fand. Hätte. Statt­dessen der Absturz, als Sinn­bild die Rück­spiele gegen die alten Hasen: 0:6 gegen Braun­schweig, 0:2 gegen Lau­tern.
Zeugnis: Dass die Ber­liner am Ende kein Dritt­li­ga­mär­chen pro­du­zierten, liegt an Mecha­nismen, vor denen die Ver­ant­wort­li­chen eines jeden Auf­stei­gers warnen – und die doch immer wieder greifen. Zer­knirschte Profis reden dann von Abwärts­spi­rale. Trainer Bene­detto Muz­zi­cato, zu Sai­son­be­ginn als Mas­ter­mind gefeiert, bekam das am eigenen Leib zu spüren und hatte im Februar aus­ge­dient. Farat Toku brachte auch keine neuen Impulse. Und so ist Berlin wieder ange­kommen, wo es sich als Klub mit der größten Fuß­ball­ab­tei­lung Deutsch­lands am wohlsten fühlt: im Ama­teur­be­reich.

„Wir haben den Alex!“ Viktoria Berlin in der 3. Liga

Vik­toria Berlin ist der nächste Inves­to­ren­klub in der Dritten Liga. Es besteht aber die zarte Hoff­nung, dass er nicht die nächste depri­mie­rende Geschichte schreiben wird.

SC Verl (Platz: 16, Note: 2)
Das war’s dann mit dem Pro­fi­ge­schäft in Verl, dürfte sich manch knur­riger Ost­west­fale Mitte Februar gedacht haben. Nicht weil Verl zu diesem Zeit­punkt einen Abstiegs­platz belegte, son­dern weil Erfolgs­coach Gue­rino Capretti soeben die Kün­di­gung erhalten hatte. Zum Sai­son­ende wollte er zwar eh gehen. Doch wie bitte sollte der SC ohne Capretti über­haupt exis­tieren? Fünf gemein­same Jahre lagen hinter dem Coach und dem kleinen Verein. Fünf Jahre, in denen Verl das Wunder vom Dritt­li­ga­auf­stieg und das noch grö­ßere Wunder vom Klas­sen­er­halt fer­tig­ge­bracht hatte. Und nun? Na, ein wei­teres Wunder halt. Der neue Trainer Michél Kniat führte Verl zurück zu alten Tugenden – und zum erneuten Liga­ver­bleib.
Zeugnis: Verl war lange Zeit so etwas wie der Lieb­ling der Lehrer. Nicht über­mäßig talen­tiert, aber extrem fleißig. Dann jedoch der erste Lie­bes­kummer. Die Leis­tungen bra­chen ein, die Lehrer sorgten sich. Die Lösung des Pro­blems kam uner­wartet: Tren­nung von der alten Liebe. Seit Capretti nicht mehr in Verl, son­dern in Dresden coacht, läuft es bei den Ost­west­falen wieder. Leis­tungen, die auch auf dem Zeugnis Aner­ken­nung finden sollen: Statt der Vier aus dem Winter gibt’s zum Abschluss die Zwei.