Seite 2: Schlüsselspieler Toprak

3. Toprak als Schlüs­sel­spieler

Ein Mit­glied der Abwehr­kette ist aktuell der Schlüs­sel­spieler der Bremer: Ömer Toprak. Der ver­let­zungs­an­fäl­lige Ver­tei­diger blieb in dieser Saison von Bles­suren wei­test­ge­hend ver­schont. Das kommt seiner Form zugute: Toprak wirkt durch­trai­niert, kör­per­lich kann er mit jedem Stürmer der Liga mit­halten.

Auch im Spiel­aufbau ist er zen­traler Akteur der Bremer, im wahrsten Sinne des Wortes: In der Spiel­feld­mitte rückt er aus der Abwehr immer wieder ins Mit­tel­feld vor. Hier macht er sich für seine Kol­legen anspielbar und trägt den Ball ins zweite Drittel. Auch im Ball­be­sitz bringt seine Prä­senz dem Team die nötige Sta­bi­lität.

Unnö­tige Ball­ver­luste – ein häu­figer Gast im Bremer Spiel der ver­gan­genen Saison – sind rar geworden. Umso mehr ärgerte sich Koh­feldt über den Ball­ver­lust vor dem Wolfs­burger 2:0, als Bremen einen Abstoß flach aus­spielen wollte.

4. Ver­bin­dung gesucht

Dass Toprak im Sech­ser­raum aus­hilft, sagt indes viel über die spie­le­ri­schen Fähig­keiten der Bremer. Seit dem Abgang von Davy Klaassen klafft im Mit­tel­feld der Bremer eine Lücke. Die Ver­bin­dung von Abwehr und Angriff ist das große Manko. Wer­ders Angriffe ver­sanden meist im Nichts.

Diese man­gel­hafte Ver­bin­dung liegt nicht zuletzt an den Stür­mern. Koh­feldt setzte zuletzt auf einen Dop­pel­sturm aus Joshua Sar­gent und Milot Rashica. Beide bieten viel Tempo, Sar­gent arbeitet zudem extrem fleißig gegen den Ball. Ihnen fehlt jedoch die Fähig­keit, Bälle fest­zu­ma­chen oder lange Bälle zu erobern.

Werder hat also weder Prä­senz in den Zwi­schen­räumen noch einen Spieler in vor­derster Linie, der hoch ange­spielt werden könnte. Hoff­nungs­träger Niclas Füll­krug musste gegen Wolfs­burg auf­grund feh­lender Spiel­praxis aber­mals auf der Bank Platz nehmen. Davie Selke wie­derum läuft seit seiner Rück­kehr nach Bremen seiner Form hin­terher. Mit 31 Tref­fern stellt Werder die sechst­schwächste Offen­sive der Liga.

5. Bist du zu stark, sind sie zu schwach

Wer­ders Stil ist schnell beschrieben: Sie über­lassen dem Gegner den Ball, ziehen sich weit zurück und lauern auf Konter, ohne diese auf höchstem Niveau aus­zu­spielen.

Werder hat damit eine Markt­lücke ent­deckt: Sie punkten vor allem gegen Teams, die in der Tabelle ganz unten stehen. 21 ihrer 30 Punkte haben sie gegen jene sechs Mann­schaften geholt, die in der Tabelle hinter ihnen stehen. Noch inter­es­santer: Durch­schnitt­lich hatten sie in diesen Par­tien 44 Pro­zent Ball­be­sitz – weniger also, als sie in den Par­tien gegen die Teams aus der oberen Tabel­len­hälfte hatten.

Wer­ders pas­siver Stil funk­tio­niert umso besser, je schlechter das Offen­siv­spiel des Geg­ners ist. Gegen Top-Teams wie Wolfs­burg oder Bayern Mün­chen sind sie hin­gegen meist chan­cenlos. Die Bremer pro­fi­tieren davon, dass es in dieser Saison Teams gibt, die so schlecht agieren wie sie selbst in der ver­gan­genen Spiel­zeit. Koh­feldt ver­schafft sich damit Zeit für den not­wen­digen Umbau. Denn eins ist klar: Auf ewig können sich die Bremer nicht einzig darauf ver­lassen, dass die Gegner ihre Defen­sive nicht bezwingen.

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