Das Erfreu­liche vorweg: Mani­pu­liert hat höchst­wahr­schein­lich nie­mand. Der SV Babels­berg hat sein Heim­spiel gegen Ger­mania Hal­ber­stadt am zurück­lie­genden Spieltag der Regio­nal­liga-Nordost mit 3:1 gewonnen. So weit, so unauf­fällig, denn Babels­berg ran­giert im gesi­cherten Mit­tel­feld, wäh­rend Hal­ber­stadt gegen den Abstieg kämpft. Den­noch beschäf­tigen die Partie und ihre dubiosen Begleit­um­stände seit Tagen ganz Fuß­ball-Deutsch­land. Die Frage lautet: Hat Hal­ber­stadts Sport­di­rektor Andreas Petersen ver­sucht, den Aus­gang zugunsten seines Klubs zu beein­flussen, indem er meh­rere Spieler des Geg­ners tele­fo­nisch kon­tak­tierte und bat, sie mögen ein biss­chen die Füße hoch­legen“? Genau das behauptet der SV Babels­berg. Und sogar noch mehr.

Alles nur ein Jux?

Andreas Petersen, dessen Sohn Nils beim Bun­des­li­gisten SC Frei­burg unter Ver­trag steht und zwei A‑Länderspiele auf dem Konto hat, bestreitet die Anrufe nicht einmal. Gleich zwei Babels­berger hatte er im Vor­feld der Partie auf deren Handy ange­rufen. Doch Petersen ver­wehrt sich gegen jeden Vor­wurf der ver­suchten Spiel­ma­ni­pu­la­tion: Das war ein Jux“, erklärte der 58-Jäh­rige gegen­über der Zei­tung Pots­damer Neu­este Nach­richten“ (PNN), man will etwas ver­un­si­chern, die Spieler locken“. Dass er die Babels­berger Kicker, die einst unter ihm in Hal­ber­stadt unter Ver­trag waren, bestechen wollte, sei Riesen-Blöd­sinn und an den Haaren her­bei­ge­zogen“.

In Wahr­heit sei es in den Gesprä­chen um mög­liche Win­ter­trans­fers gegangen, ver­si­cherte Petersen, der wäh­rend seiner Zeit als Hal­ber­städter Trainer (bis ver­gan­genen Sommer) aller­dings wenig von den sport­li­chen Qua­li­täten der Ange­ru­fenen hielt. Auf die Frage, warum sie ihm nun ver­suchte Mani­pu­la­tion unter­stellen würden, erklärte Petersen: Da sei eben noch Wut bei den Spie­lern, die bei mir nicht oder wenig gespielt haben“. 

Oder wurde Geld geboten?

Schon am Frei­tag­abend hatte Babels­berg-Coach Almedin Civa (46) in der Pres­se­kon­fe­renz nach dem Spiel hef­tige Anschul­di­gungen erhoben. Es könne nicht angehen, dass zwei Spieler ange­rufen werden und ihnen Geld ange­boten wird, damit sie die Füße hoch­legen. Diese Situa­tion habe ich noch nie erlebt“, sagte der gebür­tige Bos­nier, ein Spieler rief mich vor der Partie an und berich­tete von etwas, wodurch ich den Glauben an den Fuß­ball ver­liere. Für die Spieler ist es eine sehr schwie­rige Situa­tion. Ich bin jetzt seit 1990 im Män­ner­fuß­ball tätig und so etwas ist mir noch nie pas­siert. Ich glaube, dass die nächsten Tage sehr tur­bu­lent sein werden – für Hal­ber­stadt und auch für unsere Spieler.“