Helge Leon­hardt saß auf dem Podest der Pres­se­kon­fe­renz und wippte nervös mit den Beinen. Eine unge­wöhn­liche Gefühls­re­gung für den sonst so strammen Prä­si­denten beim FC Erz­ge­birge Aue. Aber es geht ja auch ums Über­leben.

Seit Sonntag steht der Verein aus dem tiefsten Osten Deutsch­lands mit einem Bein in der 3. Liga. In einem ver­rückten Abstiegs­krimi zog Erz­ge­birge Aue den Kür­zeren, steht auf dem Rele­ga­ti­ons­rang und spielt an diesem Wochen­ende gegen den Karls­ruher SC um Wohl und Weh. Und das nur, weil am Sonntag alles Unglück zusammen kam. Erst übersah das Schieds­rich­ter­ge­spann, dass der Ball in der ersten Halb­zeit die Linie über­quert hatte. Dann wurden Aue zwei mög­liche oder gar fäl­lige Straf­stöße nicht gegeben und am Ende traf auch noch Darm­stadt das Tor. Aue war plötz­lich Sech­zehnter der Zweiten Liga.

Sauerei und Frech­heit

Skandal schrien die Fans, die Spieler und allen voran Prä­si­dent Helge Leon­hardt. Der dem DFB sogleich noch emp­fahl, die Konten der betei­ligten Schieds­richter zu über­prüfen, derart ver­schau­kelt fühle er sich. Das ist eine boden­lose Sauerei und Frech­heit“, schimpfte er noch auf dem Weg in die Kabine.

Zuge­geben: Wer das Spiel in Darm­stadt und die zahl­rei­chen fal­schen Ent­schei­dungen sah, kann den unge­bremsten Ärger zumin­dest nach­voll­ziehen. Und auch, dass der Verein sofort Ein­spruch gegen das Ergebnis ein­legte. Doch die Sym­pa­thie für den Underdog erstickte, als Prä­si­dent Leon­hardt auf der Pres­se­kon­fe­renz nervös wurde.

Ist das pein­lich?

Am Mitt­woch hatte der DFB den ersten Ein­spruch abge­lehnt. Wes­halb sich Helge Leon­hardt öffent­lich an den letzten Stroh­halm klam­merte: Viel­leicht können wir uns auf diesen Deal einigen. Aue bleibt in der zweiten Bun­des­liga, und der Karls­ruher SC steigt auf. Das wäre ein salo­mo­ni­sches Urteil.“ Ein Ver­eins­prä­si­dent, der nach einem juris­ti­schen Urteil einen Deal vor­schlägt, obwohl er eigent­lich gar nichts mehr zu bieten hat. Eine Ligen­auf­sto­ckung, nur weil ein ein­ziges Tor nicht gegeben wurde. Allein der Vor­schlag ist pein­lich!