Dass die Fuß­ball­kultur die Umwelt belastet, ist mitt­ler­weile so klar wie die Tat­sache, dass es kaum einen inter­es­siert. Kaum einen der Fans zumin­dest. Und ob nun wirk­lich eine gut­her­zige Welten-Retter-Moral dahin­ter­steckt oder nur die Hoff­nung, dem eigenen Verein ein wenig PR ein­heimsen zu können – Umwelt­schutz­kri­te­rien eta­blieren sich langsam im Regel­werk. Bewegt sich der Fuß­ball also in die rich­tige Rich­tung?
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Wenn es für den Verein mal nicht so gut läuft, wie in der letzten Bun­des­liga Saison für den FSV Mainz 05, dann beruft man sich gerne auf andere Dinge, wie zum Bei­spiel, dass die Mainzer Deutsch­lands erster kli­ma­neu­traler Bun­des­li­gist“ seien. Dafür gibt es zwar keinen Pokal, aber ganz viel Lob. Die Umstel­lung auf 100 Pro­zent erneu­er­bare Ener­gien und die Ernen­nung eines Kli­ma­warts, der sich extra darum küm­mert, dass der Mainz 05 energieeffizient(er) ist, haben dem Verein zu diesem schi­cken Titel ver­holfen.

Umwelt-Unding Fuß­ball

Und das freut nicht nur den ein oder anderen sel­tenen Fan, dem es nicht zu pein­lich ist, sich unmänn­li­cher­weise für den Kli­ma­schutz zu inter­es­sieren, son­dern auch den DFB. Denn der hat in letzter Zeit immer mehr Auf­merk­sam­keit auf Umwelt­schutz­kri­te­rien gelenkt.

Unter Anderem mit einem Leit­faden, der die Ursa­chen des gigan­ti­schen CO2-Fuß­ball­ab­drucks erklärt: Haupt­schul­diger sind Abgase des Wett­kampf-bedingten Ver­kehrs, es folgt der Ener­gie­ver­brauch durch Hotels und Gastro, weiter hinten Emis­sionen durch den Bau der Sta­dien, Was­ser­ver­brauch durch Sprinkler etc., Abfall­berge und strom­schlin­gende Flucht­lichter. 

20 Mil­li­arden Kilo­watt­stunden gespart?

Natür­lich werden auch gleich ein paar Tipps mit­ge­geben, wie man sich als Verein umwelt­be­wusster ver­halten kann. Da wird zum Bei­spiel emp­fohlen, das Wasser für die Mann­schafts­du­schen mit Hilfe von Solar­thermie-Anlagen zu erwärmen, oder die meist uralten, reno­vie­rungs­be­dürf­tigen Sport­an­lagen durch die Instal­la­tion moderne Dämm­sys­temen vor Ener­gie­ver­lust zu schützen.

Maß­nahmen, die im ersten Moment unbe­zahlbar für klei­nere Ver­eine erscheinen, aber auf lange Sicht die Ver­eins­kasse erleich­tern sollen, weil kein Geld mehr für Strom-fres­sende Elek­tro­hei­zungen, zugige Fenster und unge­dämmte Dächer ver­heizt“ werden müsse.

Laut DFB ließen sich allein durch die Auf­rüs­tung von Sport­stätten mit moderner Technik, wie Bewe­gungs­mel­dern zur Licht­steue­rung oder neuen, intel­li­genten Mess­zäh­lern, und grund­le­gende Sanie­rungs­maß­nahmen bereits 20 Mil­li­arden Kilo­watt­stunden Strom sparen – das ist mehr als Berlin und Köln zusammen in einem Jahr ver­brau­chen.