1.
Cam­ping­ur­laub in Mexiko

Wie wäre es mit einer Reise in die jün­gere Fuß­ball­zeit­ge­schichte? Begeben Sie sich unter der Füh­rung von Abwehr­ve­teran Hans-Peter Briegel auf die Spuren unserer 86er-Vize­welt­meis­ter­helden nach Mexiko. Was macht die Hand Gottes eigent­lich heute? Wo ent­schwand Felix Magath der fet­tigen Umar­mung von Helmut Kohl? Und wo kaufte Uli Stein eigent­lich sein Son­nenöl? Zum Abschluss gibt es dann den großen WM-Test unter Real­be­din­gungen: Nach wie viel Dosen­bier lässt sich in der segenden Hitze von Mexiko-Stadt noch gere­gelt Fuß­ball spielen? Erleben Sie zwei traum­hafte Wochen in den kargen Kasernen Mit­tel­ame­rikas. Ein unver­gess­li­ches Erlebnis für den ganzen Freun­des­kreis. Also: Kutte an, Fahne bügeln, Stimm­bänder ölen und los geht es. Briegel wartet.

2.
Rund­reise zu allen Bun­des­li­ga­sta­dien

Fährt man wäh­rend der Saison zu Aus­wärts­spielen, gibt es Haupt- und Neben­sa­chen: Das Spiel an sich und das ganze Drum­herum. Dosen­bier im Zug bei­spiels­weise. Oder Her­um­grölen im geg­ne­ri­schen Haupt­bahnhof. Jetzt gibt es keine Spiele. Daran können wir nichts ändern. Aber warum lassen wir uns das Drum­herum nehmen? Fahren wir nach Augsburg/​Berlin/​Dortmund/​Freiburg, packen unsere Flaggen aus dem Ruck­sack, über­ra­schen die Polizei, fallen in Horden in deut­sche Klein- und Groß­städte ein, bringen die Stra­ßen­bahnen zum Ent­gleisen und die Anwohner zum Ver­zwei­feln, essen Würste vor ver­las­senen Sta­dien, trinken Bier zum Früh­stück. Und bald gilt dann wieder: Haupt­sache Fuss­ball.

3.
Absei­tige Sport­arten gucken

Wenn es kein Bun­des­li­ga­fuß­ball gibt, dann gibt es immer noch Tennis, Rad­fahren, Segeln, Tisch­tennis, Hand­ball – absei­tige Sport­arten eben. Diese Sport­arten, so komisch es klingen mag, werden auch im Fern­sehen über­tragen. Irgendwo. Mann muss nur lang genug suchen. Nehmen wir Tennis: Da stehen sich zwei Men­schen gegen­über, zwi­schen ihnen ein hüft­hohes Netz, in ihren Händen git­ter­be­spannte Schläger und dre­schen einen Filz­ball hin und her, der nicht größer ist als der achte Teil eines echten Balls. Oder Rad­fahren: Da fahren erwach­sene Men­schen Fahrrad. Ganz ohne Ball. Es lohnt sich mal rein­zu­gu­cken. Nur einige Minuten. Dann weiß man, was man hat – an echtem Sport.

4.
Die Ver­eins­mu­seen betouren
Jeder Bun­des­li­gist, der etwas auf und von sich hält, betreibt mitt­ler­weile ein Ver­eins­mu­seum. Unter grellem Neon­leuchten werden hier die Relikte alter, manchmal auch bes­serer Zeiten prä­sen­tiert: fast ver­ges­sene Pokale, Meis­ter­schalen, Leder­schuhe aus den Zwan­zi­gern, päpst­liche Ehren­mit­glied­schafts­ur­kunden (Schalke 04) und alte Plas­tik­stühle (Ein­tracht Frank­furt). Gele­gen­heit genug für den Fuß­ballfan, end­lich mal sein Kli­schee vom Kul­tur­muffel zu kor­ri­gieren, ohne sich aber gleich mit unend­lich tief­sin­nigen Kunst­ex­po­naten zu über­for­dern. In den Fuß­ball­mu­seen darf der Fan auch Fan bleiben, Kutte erlaubt. Eine Fahrt nach Sins­heim muss aller­dings von der Muse­ums­karte gestri­chen werden. Die TSG 1899 Hof­fen­heim hat trotz mehr als hun­dert­jäh­riger Geschichte keine Räum­lich­keiten, in der diese prä­sen­tiert werden kann. Merk­würdig.

5.
Die Saison an der Kon­sole vor­spielen

Sich das aktu­elle Bun­des­liga-Mana­ger­spiel kaufen, für den PC oder alter­nativ natür­lich auch die Kon­solen dieser Welt, und schon mal die neue Saison durch­spielen – ein Tipp, so geheim wie Rats­ecken: beru­higt die eigene Ner­vo­sität unge­mein. Bei diesem Zeit­ver­treib offen­baren sich übri­gens in der Regel zwei unter­schied­liche Spieler- respek­tive Mana­ger­typen: Typ A klebt ganz kor­rekt am realen Tages­ge­schäft und aktua­li­siert nur Wechsel, die tat­säch­lich Vollzug gemeldet wurden. Er will ein Echt­heits­er­lebnis. Wun­dert sich dann viel­leicht, wenn das eigene Team plötz­lich gegen den Abstieg kämpft. Typ B beflei­ßigt indes abso­lute Fan­ta­sie­trans­fers aus der Sen­sa­ti­ons­ka­te­gorie, pimpt den Kader in allen Belangen an das Maximum der Leiste und rauscht zu Meis­ter­schaft und Pokal. Wun­dert sich dann viel­leicht, wenn das reale Team nach Sai­son­be­ginn nicht Schritt halten kann mit der durch den vir­tu­ellen Höhen­flug ent­stan­denen Erwar­tungs­hal­tung.

6.
Einen Koch­kurs belegen

Schimpfen kann ja jeder, aber selbst ist der Fan. Denn ent­gegen anders lau­tender Mei­nungen ist eine richtig gute Sta­di­on­wurst alles andere als ein Hexen­werk. Also ran an den George-Foreman-Grill, die Fackel­mann-Grill­schürze auf Halb­mast geflaggt und hinein ins Land der Rost­brat­würste. Eben­falls zu emp­fehlen: der Auf­bau­kurs Sieben Minuten sind ein halbes Leben – Bier­zapfen für Groß­gruppen“. Diese Lek­tion in Demut wird sich beim nächsten Sta­di­on­be­such sicher aus­zahlen.

7.
Die Tri­kot­spon­soren ken­nen­lernen

Ein Vor­schlag für Bes­ser­ver­diener: alle Erst­liga-Tri­kot­spon­soren mit­ein­ander kom­bi­nieren – an einem Tag. Los geht’s: Miete Dir mit einem Anruf via Telekom (FC Bayern) einen Volks­wagen (Wolfs­burg) aus Caravan-Leichtbau (Augs­burg), der zur Hälfte mit Gas betrieben wird (Schalke) – und zur anderen Hälfte mit Atom­kraft (Nürn­berg). Das Geld hebst Du bei der Tar­go­bank ab (Werder). Wenn Du dort kein Konto hast, errichte eines! Fahre mit der Bahn (Hertha) zum Wagen­ver­leiher, mit dem Auto hälst Du kurz beim Super­markt (Köln) und deckst Dich ein mit ganz viel Joghurt, halal-zer­ti­fi­ziertem Käse und All­gäuer Lat­schen­kiefer (Frei­burg, Stutt­gart und Kai­sers­lau­tern). An der Kasse fallen Dir Über­ra­schungs­eier auf; Du nimmst zwei Sück (Lever­kusen, Aus­wärts und Heim). Dann fährst Du zum Flug­hafen, buchst bei TUI (Han­nover) einen Flug nach Dubai (HSV). Diesmal holst Du das Geld bei der Post­bank (Mön­chen­glad­bach). Da ein langer Flug bevor­steht, blät­terst Du in der Flug­ha­fen­lobby schon einmal in der Pro­gramm­zeit­schrift (Hof­fen­heim) – und ent­deckst einen Film über die Gefahren des Kli­ma­wan­dels. Du can­celst den Flug und fährst nach Mainz, um dich bei Entega für den Umwelt­schutz zu enga­gieren. Den Wagen, diese Drecks­schleuder, lässt Du den Bet­zen­berg run­ter­rollen. Anschlie­ßend genießt Du die zwei Ü‑Eier. Es sind zwei wert­lose Figuren zum Zusam­men­bas­teln.

8.
Jubeln in freier Wild­bahn
Kommt super: In den Edeka des Ver­trauens gehen, die Fleisch­fach­kraft hinter der Theke fragen, ob die Bou­letten noch im Angebot sind und dann aber Rub­bel­di­katz! Laut schreiend mit geballter Faust durch den Markt rennen, vor dem Regal mit der Baby­nah­rung die Wiege machen oder wahl­weise im roten Läufer ein­rollen bis Carsten Jancker kommt und sich auf einen setzt. Alter­nativ bietet sich die Frage Ent­schul­digen sie, hätten sie mal Feuer für mich?“ im Park an. Ein gut dar­ge­bo­tener Diver auf dem nassen Geläuf oder die Raupe durch den Kin­der­spiel­platz-Sand­kasten werden sicher­lich für die gewünschte Auf­merk­sam­keit sorgen.

9.
Mas­kott­chen-Box­trai­ning
Die Fit­ness auf­recht­erhalten und dabei noch etwas über die Bun­des­liga lernen? Kein Pro­blem, ein­fach ein Bild von allen Bun­des­liga-Mas­kott­chen aus­dru­cken und auf Sand­säcke kleben. Von einem Freund abfragen lassen: Stutt­gart? – Fritzle! Und: Zack! Auf die kro­ko­dils-Zwölf! Bei jeder rich­tigen Ant­wort zuschlagen und Wut ablassen. Am Ende des Tages bist Du Fach­mann – und kannst mit Klitschko mit­halten.

10.
Frau­en­fuß­ball gucken!
Ganz genau. Die spe­ckige Kutte und guten alten Vor­ur­teile zu Hause lassen und ein­fach mal die Frauen-WM genießen. Die ganz Harten kramen sogar die schwarz-rot-gül­dene Fin­ger­farbe aus dem Schrank und bekle­ckern sich mit einem Spritzer Natio­na­lismus, heften die Fahne an Balkon, Fahr­rad­korb und Außen­spiegel, nehmen drei Wochen Urlaub und bauen sich ein hüb­sches Nest vor dem eigenen Fern­seher. Auch gut: Das 11FREUN­DINNEN-WM-Quar­tier in Berlin besu­chen, Gerüchten zu folge wird da sogar die Lin­den­straße“ auf Groß­bild­lein­wand aus­ge­strahlt. Zur inten­siven Vor­be­rei­tung emp­fehlen wir die geballte Fach­kom­pe­tenz unserer Kol­le­ginnen und Kol­legen von www​.11freun​dinnen​.de