Wenn man unsi­cher ist, greift man erst einmal zum Bewährten. Des­halb kann sich Frank­reich auf eine eher destruktiv ein­ge­stellte eng­li­sche Mann­schaft gefasst machen. Das hat jeden­falls Ashley Young schon ange­kün­digt, der Defen­sivstil unter dem neuen Natio­nal­trainer Roy Hodgson habe sich bewährt. Hodgson ist erst seit zwei Spielen (zwei 1:0‑Siegen gegen Nor­wegen und Bel­gien) im Amt, viel Zeit, etwas ein­zu­stu­dieren, war ohnehin nicht da.

Hinzu kommen die vielen Ver­letzten, jetzt hat auch noch James Milner Blasen an den Füßen. Die Taktik steht im Gegen­satz zur Auf­stel­lung aber wohl fest, sie ist auch nicht so kom­pli­ziert ein­zu­stu­dieren. Die Eng­länder ziehen sich grund­sätz­lich weit zurück und ver­trauen ihrer tra­di­tio­nellen Zwei­kampf­stärke. Wenn der Gegner den Ball hat, ver­tei­digen zwei eng bei­ein­ander ste­hende Vie­rer­ketten nahe des eigenen Tors, die den Angrei­fern keinen Raum lassen.

Wer sich so weit zurück­zieht, hat es nach einem Ball­ge­winn weit bis zum geg­ne­ri­schen Tor und braucht ent­spre­chend viel Zeit. Den­noch ist das Offen­siv­spiel auf schnelle Gegen­stöße aus­ge­richtet, die Mit­tel­feld­spieler – außer dem vor­nehm­lich ver­tei­di­genden Scott Parker – sollen den Ball umge­hend zu den beiden Offen­siv­spie­lern beför­dern. Diese Auf­gabe wird vor allem dem schnellen Theo Wal­cott zukommen.

Der zen­trale Stürmer – wen auch immer Hodgson mit dieser Auf­gabe betraut – muss Lücken für die von hinten nach­rü­ckenden Kol­legen und den anderen, etwas zurück­hän­genden Offen­siv­spieler frei­laufen. Auf der etwas zurück­hän­genden Posi­tion wird Ashley Young den für die ersten beiden Spiele gesperrten Wayne Rooney zumin­dest bis zu dessen Rück­kehr ersetzen. Das Bewe­gungs­ta­lent Young wird der zen­trale Spieler sein bei dem Bemühen, aus dem Spiel heraus mit wenigen Angrei­fern ein Tor zu erzielen.