Ges­tern hatte ich den viel­leicht männ­lichsten Tag des Jahres. Nach dem Ende meines Arbeits­tages in einer Fuß­ball-Redak­tion, fuhr ich mit dem Kol­legen zum nahe gele­genen Geträn­ke­markt und kaufte einen Kasten Bier. Den schleppte ich auf dem Fahrrad (leider ein Damenrad) zum eben­falls nahe gele­genen Fuß­ball­platz, wuch­tete sie mit äußerst männ­li­cher Geste auf den Platz und zog mich um. Nach dem Trai­ning ver­teilte ich gön­ner­haft Pils, es han­delte sich schließ­lich um meine Ein­stands­kiste. Selbst­ver­ständ­lich wurden diese Fla­schen unter der Dusche getrunken. Ama­teur­fuß­baller wissen: Besser kann ein Bier nicht schme­cken.

Mach mal ›Best of Andy Möller‹ bei You­tube an!“

Mein zutiefst männ­li­cher Fei­er­abend ging weiter. Ich fuhr nach Hause, wo bereits mein Mit­be­wohner plus zwei Freunde auf meiner Couch saßen und DFB-Pokal schauten. Diese Couch­gar­nitur, um die Geschichte abzu­runden, gehörte einst meinem Kol­legen. Bis ihm seine Frau ein neues, äußerst geschmack­volles Sofa unter­ju­belte und ich es ihm für ein Six­pack abkaufen konnte. Diese dun­kel­braunen Unge­tüme werden ver­mut­lich von keiner Frau der Welt geduldet, eignen sich aber her­vor­ra­gend für eine WG zweier männ­li­cher Sin­gles. Darauf saßen wir nun, schauten Fuß­ball und tranken Bier.

Solche Abende können ja gar nicht mies werden, die Grund­vor­aus­set­zungen dafür sind ein­fach zu gut. Doch die nächste Schlach­tung von den Metz­ger­meis­tern aus Mün­chen lang­weilte und frus­trierte uns. Als die Partie beendet war, befanden wir uns irgendwie in einem luft­leeren Raum. Der Abend konnte noch nicht vorbei sein, das war allen klar. Die Kon­sole blieb aus, dem ewigen Krach zwi­schen PES und Fifa-Befür­wor­tern sei Dank. Bis end­lich einer die erlö­senden Worte sprach: Mach mal ›Best of Andy Möller‹ bei You­tube an!“

Möller, ein Gott!

Wir schauten uns Best of Andreas Möller – Foot­ball Legend“ an. Staunten über ein sagen­haftes Turbo-Solo gegen den VfL Bochum und Frei­stoß­tore für Juventus Turin. Man kann ja über Möller sagen, was man will“, sprach einer, aber der Mann war eine Waffe!“ Am Ende des 3:49 Minuten Clips lagen wir Andy Möller zu Füßen, hielten Lobes­hymnen auf seine Schnel­lig­keit, seine Technik, sein Talent. Das Video Schwalben-Möller – Andreas Möller Schwalbe“ sparten wir uns.