Seite 2: Eine Möhre extra

6. Politik im Kleinen
Weil Vogts sich jah­re­lang im Wahl­kampf für die CDU enga­gierte, bekam er von auf­ge­brachten Fuß­ball­fans gar Mord­dro­hungen. Den dicksten Denk­zettel hin­gegen kas­sierter er von den Rats­herren Mön­chen­glad­bachs. Als Vogts im Bökel­berg sein Abschieds­spiel orga­ni­sierte, musste er eine Sta­di­onmiete von 30.000 Mark berappen. Auf eine nicht unüb­liche Schen­kung der Miete für einen der besten Fuß­baller der Stadt ver­zich­teten die Rats­herren von SPD und FDP allzu gern.

7. Günter bis zum Schluss
Aus seiner Bewun­de­rung für den Fuß­ball­schön­ling Günter Netzer machte Berti Vogts nie einen Hehl. Schon zu aktiven Zeit soll Vogts allzu oft davon geträumt haben, einmal den Ball so ele­gant zu spielen wie der lange Blonde. Statt­dessen blieb dem kleinen Grät­sch­au­to­maten ledig­lich die Rolle des treuen Was­ser­trä­gers. Noch 1990 sagte Vogts in einem Inter­view mit der Zeit: Auch heute würde ich noch für Günter rennen, bis ich tot umfalle.“

8. Eine Möhre extra
Mehr als legendär ist Berti Vogts Aus­flug in die Welt der Fern­seh­krimis. Vor­hang auf für eine Tatort-Szene der Extra­klasse:

9. Zukunfts­per­spek­tive in Ham­burg
Seit jeher gilt Ditt­sche als Mann mit Weit­blick. So machte er sich auch einst Gedanken über die Zukunft von Berti Vogts. Gerade im Bezug auf dessen Ver­mark­tungs­po­ten­ziale hat der Ham­burger Bade­man­tel­träger inno­va­tive Ideen, die er auch gleich seine Imbiss­kumpel Ingo ver­kaufte: Man könnte ihm zu Ehren ein­fach ein kleines TV-Total-Turm­springen orga­ni­sieren, bei dem die Leute ein­fach vom Becken­rand springen.“ Böse.

10. Lyri­sche Geh­ver­suche
Als der deut­sche Natio­nal­trainer Vogts nach einem durch­wach­senen Län­der­spiel­reise seiner Jungs von kri­ti­schen Jour­na­listen zum Feind­bild sti­li­siert wurde, ver­suchte er mit einem eigenen Gedicht die Wogen zu glätten. So schrieb er in Rich­tung läs­tiger Jour­naille:
Ein biss­chen mehr Freunde und weniger Streit,
ein biss­chen mehr Güte und weniger Leid,
ein biss­chen mehr Lieben und weniger Hass,
ein biss­chen mehr Wahr­heit – das wäre doch was.“
Die Medien gingen nicht auf Vogts Frie­dens­an­gebot ein, statt­dessen ent­tarnte der Kölner Express den vogtschen Vers als plumpe Fäl­schung, bei der er ledig­lich einige Worte des Ori­gi­nal­ge­dichts von Peter Rosegger geän­dert hatte.