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Dieses Inter­view und noch vieles mehr findet ihr im neuen 11FREUNDE SPE­ZIAL Die andere Geschichte der EURO“. Das Heft gibt es bei uns im Shop oder am Kiosk eurer Wahl.

Tom Theunissen, gleich zu Beginn die Frage, die sich wohl die meisten Zuschauer gestellt haben dürften, nachdem sie Beck­manns Sport­schule“ gesehen haben: Was zur Hölle war denn das?
Es war das Ergebnis eines grup­pen­dy­na­mi­schen Pro­zesses. Wir wollten eine Sen­dung aus einer Situa­tion heraus, wie sie eine Mann­schaft wäh­rend eines großen Tur­niers erlebt. Also sind Rein­hold Beck­mann, Nico Pat­schinski und Tim Wiese in die Sport­schule Malente gezogen und haben dort Gäste emp­fangen. Schulz war ja im echten Leben auch Poli­zist, Pat­schinski Bestatter – das passt zu einer Euro, wo ständig irgendwer seine Hoff­nungen begräbt. Der Ansatz war: Wir können ja auch mal Unsinn machen. Infor­ma­tiven Unsinn mit unter­hal­tendem Cha­rakter.

Waren Sie mit dem Ergebnis zufrieden?
Es hätte etwas ganz Tolles werden können. Und in Teilen war es das sogar auch.

Die Kri­tiken hin­gegen waren ver­nich­tend.
Wir sind schon nach der ersten Sen­dung in der Luft zer­rissen worden. Dabei waren die Beschimp­fungen in ihrer Wort­wahl teil­weise sehr ori­gi­nell. Bekifftes Spi­ri­tistik-Spek­takel“ hat einer geschrieben. Das fand ich super.

Wir haben einen Nerv getroffen“

Tom Theunissen

Wie sind Sie mit dem Shit­s­torm umge­gangen?
Ich lasse das nicht an mich heran. Aber natür­lich haben wir uns inhalt­lich damit aus­ein­an­der­ge­setzt. Es wurde viel hin­ter­fragt, es gab Miss­sti­mungen und Ver­söh­nungen und auch einen kleinen Lager­koller. Rück­bli­ckend haben wir uns von alldem zu sehr beein­flussen lassen.

Inwie­fern?
Wenn man eine Idee hat und die kon­se­quent durch­ziehen will, darf man sich nicht von den ersten Kri­tiken ver­un­si­chern lassen. Zumal die Hef­tig­keit des Feed­backs in meinen Augen auch gezeigt hat, dass wir einen Nerv getroffen haben.

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In der Sen­dung wim­melte es nur so von Skur­ri­li­täten. Was war Ihr High­light?
Defi­nitiv die Aus­lo­sung der ersten DFB-Pokal­runde – übli­cher­weise eine hoch­amt­liche Ver­an­stal­tung. Wir sind mit einer Mar­ching Band über das schicke neue Logo mar­schiert, Pat­sche“ hat dazu einen weih­rauchum­wehten Break­dance auf­ge­führt und wir haben Tim Wiese neben den DFB-Notar gestellt – als Auf­passer für den Auf­passer. Herr Grindel war auch da und hat das alles brav über sich ergehen lassen. Im Nach­hinein wurde es aber dar­ge­stellt, als hätten wir eine Hos­ti­en­schän­dung begangen.

Was würden Sie aus heu­tiger Sicht an der Sen­dung ändern?
Ich würde noch kon­se­quenter bei der Linie bleiben. Alles, was an regu­läre Tal­k­ele­mente erin­nert, würde ich ver­bannen. Ich würde kom­plett auf Mode­ra­tion ver­zichten, um die Anarcho-Filme und das Fuß­ball­ge­quat­sche besser mit­ein­ander zu ver­zahnen. Aber das ist natür­lich hypo­the­tisch. So etwas wird es wohl nie wieder geben.