Lek­tion 1: Immer feste drauf!

Machen wir uns nichts vor: Als Lei­se­treter stehen Sie in den sozialen Netz­werken schnell auf ver­lo­renem Posten. Nur mit ordent­li­cher Laut­stärke errei­chen Sie auch die schwer­hö­rigsten Ohren hart­nä­ckiger Tra­di­tio­na­listen. Hasan Ismaik, seines Zei­chens Investor beim TSV 1860 Mün­chen, zeigt Ihnen wie es geht. Auf seiner Face­book-Prä­senz keilt der Jor­da­nier munter gegen all jene aus, die er ver­däch­tigt, seinem großen Traum von den Löwen in der Cham­pions League im Weg zu stehen. Folgen Sie seinem Bei­spiel und sparen Sie nicht an Dif­fa­mie­rungen, wenn es darum geht, Ihre Gegner bloß­zu­stellen. Die Roman­tiker der Initia­tive Pro1860“? Hin­ter­hältig“ und feige“! Die Ver­eins­füh­rung will lieber Boden­stän­dig­keit im Grün­walder Sta­dion als Luft­schlösser inklu­sive Löwenzoo in Mün­chen-Riem? Scheuen Sie sich nicht vor popu­lis­ti­schen Ver­glei­chen, spre­chen Sie es ruhig aus: Eigent­lich sollten Fuß­ball­ver­eine wie Wirt­schafts­un­ter­nehmen geleitet werden, von Profis. Bei 1860 dagegen wird der Verein wie eine Würst­chen­bude geführt.“

Lek­tion 2: Die Mit­leids­schiene

Nun, da Sie Auf­merk­sam­keit für Ihr Anliegen erregt haben, ist es an der Zeit, öffent­lich zu ent­hüllen, wem hier eigent­lich wirk­lich übel mit­ge­spielt wird. Dass Ihr Verein gerade in die Viert­klas­sig­keit abge­stürzt ist, liegt näm­lich mit­nichten an jah­re­langer Miss­wirt­schaft und sport­li­cher Fehl­pla­nung, son­dern in erster Linie an dieser ver­ma­le­deiten 50+1‑Regel, die es nun mit allen Mit­teln zu bekämpfen gilt. Halten Sie mit Ihrer Ent­täu­schung über die Dop­pel­moral dieser DFB-Heinis nicht hinter dem Berg. Berichten Sie statt­dessen dar­über, wie oft Sie auf Ihren Reisen durch die weite Welt danach gefragt werden, warum die Bun­des­liga auf Men­schen, die helfen wollen, so negativ reagiert“. Ordnen Sie Ihr Schicksal dabei ruhig ins große Ganze ein. Drü­cken Sie Ihr Bedauern aus über die trau­rigen Ent­wick­lungen im deut­schen Fuß­ball, oder besser gesagt die Hetz­jagd auf Men­schen, die ihren Ver­einen Gutes tun wollen“. 

Und ver­passen Sie an dieser Stelle nicht die Gele­gen­heit, die Ver­dienste ihrer tap­feren Mit­streiter zu wür­digen, ohne die es im Fuß­ball hier­zu­lande zap­pen­duster aus­sähe. Denn: Ohne Leute wie Kind oder Hopp würde die Bun­des­liga nur halb so viel wert sein. Sie sind genauso wichtig wie die Fan­kurve.“