Seite 3: „Was glauben die Leute denn, was ich verdiene?“

Sie haben jetzt von einem Kün­di­gungs­recht Gebrauch gemacht, das in ihrem Ver­trag fest­ge­schrieben ist. Dieses Recht besagt, Sie könnten zurück­treten, wenn der Auf­sichtsrat Ihnen als Vor­stands­boss keine Trans­fers mehr geneh­migt.
Was in meinem Ver­trag von 2008 steht ist ver­trau­lich. Der aktu­elle Auf­sichtsrat und ich haben aber fest­ge­stellt, dass wir zwei unter­schied­liche Stra­te­gien fahren möchten Der Auf­sichtsrat wollte in seiner Pla­nung grund­sätz­lich vom schlech­testen anzu­neh­menden Fall aus­gehen, was die Ein­nah­me­si­tua­tion anbe­trifft. Fritz Grü­ne­walt und ich sind dagegen immer von einem Mit­tel­fall aus­ge­gangen. Wir haben in der Ver­gan­gen­heit auch bewiesen, dass wir diese Erwar­tungen erfüllen können. Diesen Weg wollte der Auf­sichtsrat so nicht mehr mit­gehen.

Und Sie haben sich ent­täuscht zurück­ge­zogen.
Nicht ent­täuscht, eher kon­se­quent. Die Loya­lität und das Ver­trauen zwi­schen Auf­sichtsrat und Vor­stand ist Stück für Stück gebrö­ckelt – beson­ders seit das Gre­mium neu auf­ge­stellt wurde. Als man mir mit­teilte, dass wir den Wunsch­kan­di­daten des Chef­trai­ners und des sport­li­chen Bera­tungs­gre­miums nicht holen dürfen, weil der Auf­sichtsrat seiner Ver­pflich­tung aus sport­li­chen Gründen nicht zustimmen wird, war klar, dass es auf eine Tren­nung hin­aus­laufen könnte.

Es wurde im Umfeld auch über Ihr Gehalts spe­ku­liert. Angeb­lich sei es viel zu hoch.
Was glauben die Leute denn, was ich ver­diene? Da standen teil­weise Mil­lio­nen­summen im Raum. Voll­kommen absurd. Wir befinden uns hier in der zweiten Liga.

Es gab auch immer wieder Gerüchte, Sie hätten sich bei anderen Klubs beworben, bei Han­nover 96, beim 1.FC Nürn­berg…
…der DFB und die DFL werden auch gerne genannt.

Stimmt. Was ist da dran?
Nichts. Auch ein schönes Bei­spiel dafür, wie sich solche Gerüchte ver­selbst­stän­digen. In den sozialen Netz­werken werden Gerüchte auf­ge­stellt, die völlig an den Haaren herbei gezogen sind und oft weit ins Per­sön­liche ragen. Und an den Stamm­ti­schen ver­breiten sie sich, bis sich keiner mehr vor­stellen kann, dass sie reine Erfin­dung sind.

Aha.
Nach dem Rück­tritt von Trainer Kosta Run­jaic hat ein Jour­na­list mich auf der Pres­se­kon­fe­renz öffent­lich gefragt, ob ich mich in Nürn­berg beworben habe. Warum tut er das? Damit es alle anderen Medien im Raum auf­greifen. Dass Jour­na­listen anschlie­ßend bei Nürn­berg ange­fragt haben und der Club“ wahr­heits­gemäß mit­teilt, dass an diesem Gerücht rein gar nichts dran ist, wird natür­lich nicht ver­meldet. So ent­steht dann ein Bild zu meiner Person.

Und das ver­selbst­stän­digt sich?
Dann lesen bestimmte Leute, dass mir nie­mand rein­reden kann und ich alles selbst bestimme. Kom­pletter Quatsch. Der Auf­sichtsrat ist u.a. für die Auf­sicht der wirt­schaft­li­chen Situa­tion des Ver­eins ver­ant­wort­lich, natür­lich kann er inter­ve­nieren.

Wie sehen Sie es?
Ich kann nur sagen: Ich habe hier immer nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne des Ver­eins gehan­delt. Ich habe immer mein Bestes gegeben! Und wenn ich den Ver­gleich anstelle zwi­schen den guten und den nicht opti­malen Ent­schei­dungen, stelle ich mit viel Stolz fest, dass die guten Ent­schei­dungen für den FCK absolut über­wiegen und die Außen­dar­stel­lung des FCK seit 2008 stark ver­bes­sert ist.

Den­noch herrscht bei vielen im Anhang das Gefühl vor: Wir hier unten, die da oben auf dem Betze“.
All denen, die denken, ich sei ein Allein­herr­scher gewesen, ent­gegne ich: Es ging mir bei allem, was ich getan habe, nicht um mich, son­dern um den Verein. Wenn man die Ver­ant­wor­tung trägt, sollte man aber auch bei der Ent­schei­dung maß­geb­lich betei­ligt sein.