4. Juni 1961
Am vierten Juni 1961 beginnt, was für die Män­ner­welt heilig werden sollte und bis heute ver­ant­wort­lich, für den ein oder anderen häus­li­chen Ehe­krach ist. Die Sport­schau“ öffnet ihre Pforten, auf ARD 2 (das zweite Pro­gramm der ARD wurde von 1961 bis 1963 aus­ge­strahlt) wird zunächst über mas­sen­taug­liche Themen wie die Hand­ball­län­der­spiele der Frauen, Ama­teur­stra­ßen­rennen und die Euro­pa­meis­ter­schaft der Sand­bahn­fahrer berichtet. Die Bun­des­liga findet aller­dings noch keine Beach­tung. Es gibt sie schließ­lich auch noch nicht.

24. August 1963
Das Aktu­elle Sport­studio“ im ZDF beginnt am 24. August 1963 mit Mode­rator Heri­bert Meisel, der ledig­lich fünf Sen­dungen mode­riert. Im selben Jahr wird die Bun­des­liga gegründet.

3. April 1965
Die seit zwei Jahren bestehende Bun­des­liga findet erst­mals in der Sport­schau“ Beach­tung, Mr. Sport­schau“ Ernst Huberty erlöst die Zuschauer und berichtet über aus­ge­wählte Spiele. Bisher intakte Bezie­hungen werden auf die Probe gestellt und sams­täg­liche Aus­flüge enden zwangs­läufig um 17.45 Uhr vor dem Fern­seher. Wer das nicht akzep­tieren wollte, konnte mög­li­cher­weise Pro­bleme bekommen. Über­lie­fert, nicht bestä­tigt und trotzdem für erwäh­nens­wert befunden: Der Sportschau“-Mörder. Ein Mann erdros­selte seine Frau, weil sie es gewagt hatte, wäh­rend der Sport­schau“ neben dem Fern­seh­gerät mit dem Staub­sauger zu han­tieren. Bezeich­nen­der­weise mit dem Staub­sauger­schlauch. Zusammen lassen sich die ARD und das ZDF die Über­tra­gung der Bun­des­liga 650.000 DM kosten.

13. Februar 1988
Bis zum Jahr 1988 kom­bi­nieren sich die beiden Sen­dungen durch die Bun­des­liga. Die Fern­seh­gelder steigen in mehr als 20 Jahren auf zehn Mil­lionen DM. Die Sport­schau“ führt bereits 1971 das Tor des Monats ein. Gerd Fal­ter­meier wird erster Preis­träger, durch einen Frei­stoß in den Winkel, der so schön ist, dass der Ball im Giebel ste­cken bleibt. Auf die Tor­wand des Aktu­ellen Sport­stu­dios“ wird bereits seit 1964 gena­gelt. Rekord­halter mit fünf Tref­fern sind, mal mehr, mal weniger über­ra­schend, u.a. Günter Netzer, Rudi Völler, Frank Rost, Frank Pagels­dorf. Mit der Ein­füh­rung des Pri­vat­fern­se­hens bre­chen bei den Fern­seh­gel­dern alle Dämme. RTL sichert sich 1988 für 135 Mil­lionen DM drei Jahre lang die TV-Rechte der Bun­des­liga. Anpfiff – Die Fuß­ball­show“ soll die Sport­schau“ ersetzen oder wie es Mode­rator Uli Potofski in der ersten Sen­dung for­mu­liert: Herz­lich will­kommen zu Anpfiff. Beginnt jetzt eine neue Fuß­ball­epoche? Ich weiß es nicht.“
 

14. August 1992
Die neue Epoche beginnt erst am 14. August 1992 mit der ersten Aus­strah­lung der Sen­dung ran“ auf Sat.1. ISPR, eine Kirch-Springer-Tochter, erwirbt für 700 Mil­lionen DM die TV-Rechte für die kom­menden fünf Jahre. Es beginnt die Zeit der Slow-Motions, Ecken­sta­tis­tiken und Gewinn­spiele. Die Kom­mer­zia­li­sie­rung erhält end­gültig Einzug in die Bun­des­liga, Rein­hold Beck­mann mode­riert in roter Jeans­jacke.

Saison 2000/2001
Der Bezahl­sender Pre­miere führt die Bun­des­liga-Kon­fe­renz ein. Alle 306 Spiele werden kom­plett über­tragen. Ein­zelne Spiele wurden bereits seit 1991 bei Pre­miere aus­ge­strahlt. Am zweiten März 1991 gewann Ein­tracht Frank­furt 4:3 gegen den 1. FC Kai­sers­lau­tern und ging gleich­zeitig als erstes Live­spiel des Bezahl­fern­se­hens in die Geschichte ein. Mitt­ler­weile erreicht der Preis für die Über­tra­gung der Bun­des­liga ihren vor­läu­figen Höhe­punkt. 355 Mil­lionen DM kostet allein die Über­tra­gung der Saison 2000/2001.

Mai 2002
Im April 2002 platzt die Blase, die Kirch­Media AG meldet ihre Insol­venz an. Die Unter­neh­mens­gruppe wird zer­schlagen, Pre­miere ent­geht knapp der eigenen Insol­venz. Für die Bun­des­liga hat die Kirch-Pleite weit­rei­chende Kon­se­quenzen. Erst­mals seit der Ein­füh­rung der Bun­des­liga sinken die TV-Gelder zur neuen Saison.

2. August 2003
Ab dem Jahr 2003 muss sich auch Sat.1 von der Bericht­erstat­tung der Bun­des­liga ver­ab­schieden. ran“ gehört von nun an der Ver­gan­gen­heit an, die Sport­schau“ erlebt ihre Auf­er­ste­hung. Inhalt­lich hat sich die Sport­schau“ mitt­ler­weile den Gege­ben­heiten ange­passt und erin­nert eher an das ran“-Format, als an die sach­liche Bericht­erstat­tung frü­herer Tage. Mode­rator Rein­hold Beck­mann frot­zelt in der ersten Sen­dung: Wenn Kahns Freundin zur Begrü­ßung den Kaiser bus­selt, sehen Sie das womög­lich auch bei uns. Aber nicht zehnmal und in Super-Zeit­lupe.“

9. Juli 2009
Nach einem drei­jäh­rigen Inter­mezzo, in dem Arena Pre­miere erst­mals von der Live-Über­tra­gung der Bun­des­liga aus­booten konnte, bekommt Pre­miere zur Saison 2007/2008 wieder einen Fuß in die Tür. Arena, eine Toch­ter­firma des Kabel­netz­be­trei­bers unity­media, kann aus­ge­rechnet die Über­tra­gung per Kabel nicht durch­setzen, da sich der Sender mit dem größten Kon­kur­renten Kabel Deutsch­land nicht auf eine Ver­brei­tung einigen kann. Pre­miere über­nimmt per Sub­li­zenz die Über­tra­gung und heißt ab sofort Sky.

17. April 2012
Am 17. April 2012 schließt die DFL den größten Ver­trag in der Geschichte der Bun­des­liga ab. Sky und ARD sind bereit, pro Saison durch­schnitt­lich 628 Mil­lionen Euro für die Über­tra­gungs­rechte zu bezahlen. Die deut­sche Telekom hatte bis zuletzt im Poker um die Rechte mit­ge­boten und somit ein Wett­bieten aus­ge­löst. Der Betrag über­trifft selbst die Erwar­tungen der DFL-Ver­ant­wort­li­chen. Die Bun­des­liga holt mit diesem Ver­trag im Ver­gleich zu den euro­päi­schen Top­ligen enorm auf: Die Ver­mark­tung der eng­li­schen Pre­mier League ist den Ver­ant­wort­li­chen 770 Mil­lionen Euro wert. Es ist der vor­läu­fige Höhe­punkt in der medialen Kom­mer­zia­li­sie­rung des deut­schen Klub­fuß­balls.