Mister Doorn­kaat ist schuld, da sind sich alle im Museum einig. Sonst wäre im Juni 1979 die SpVgg Bay­reuth in die Bun­desli-ga auf­ge­stiegen. Mr. Doorn­kaat“, so nennen die Bay­reu­ther Fans noch heute den Schieds­richter, der („im Schnaps­rausch!“) im Auf­stiegs­spiel gegen Bayer Uer­dingen ein regu­läres Tor nicht gab und so den Verein aus dem Frän­ki­schen auf Jahre rui­nier-te. Am Ende kickte die SpVgg in der düs­teren Unter­welt der Lan-des­liga Nord gegen den 1. FC Strul­len­dorf und den VfL Frohn-lach. An all das wird erin­nert im ersten deut­schen Fan­mu­seum. Jürgen Rank, 32, und Chris­tian Höreth, 33, haben es vor zwei­ein­halb Jahren gegründet: Wir wollten einen nost­al­gi­schen Treff­punkt.“ Und so taten sie sich mit 30 anderen Fans der SpVgg Bay­reuth zusammen, zahlten jeder 22 Euro im Monat und mie­teten einen ehe­ma­ligen Feu­er­lö­scherladen. Oldschdod-Kult“, so heißt auf Frän­kisch ihr Fan­klub, benannt nach dem Stadt­teil Alt­stadt, wo früher die SpVgg kickte. Von dort stammt auch eines der ersten Expo­nate: Sitz­platz­latten und ein Glas Hei­liger Rasen“. Denn das Sta­dion auf der Jakobs­höhe wurde im Jahr 2000 abge­rissen, heute steht dort ein Super­markt. Doch der Kult lebt: Alf hat Ori­gi­nal­gras aus dem Sta­dion auf seinem Balkon und nennt es Manne“, nach der Spiel­er­le­gende Manne Größler („Unser Becken­bauer, nur besser“). Das Fan­mu­seum ist eine Mischung aus auto­nomem Jugend­zen­trum und heili-ger Kult­stätte. Mit Knei­pen­raum, Kicker­au­tomat und hun­derten von Aus­stel­lungs­ge­gen­ständen: Im Eck-Eck“ wird Armin Eck gedacht, dem ehe­ma­ligen Bun­des­li­ga­profi und jet­zigen Trainer der SpVgg. Der gelb-schwarze Bay­reuth-Wimpel aus dem 1978er Yps-Heft ist ebenso zu sehen wie das Ori­gi­nal­trikot von Uwe Som­merer, mit dem der Tor­jäger im Januar 1980 den FC Bayern aus dem DFB-Pokal schoss. Ins­ge­samt 50 Tri­kots haben ehe­ma­lige Spieler den Fans gestiftet. Viele Expo­nate lassen tief bli­cken in die ver­wun­dete Seele von Fans, etwa aus­ge­stellte T‑Shirts mit Durch­hal­te­pa­rolen wie Ajax ist zwar die beste Mann­schaft der Welt, hat aber noch nie gegen Lai­neck gewonnen. Wir schon!“ Oder Aus­schnitte aus der Bild-Zei­tung über den Ex-Libero Thomas Renner, der im Mai 1995 von der Polizei aus dem Mann­schaftsbus geholt wurde: Er hatte gleich zweimal die Kreis­spar­kasse Mis­tel­bach über­fallen. Einer der wich­tigsten Objekte ist der linke Schuh, mit dem Roy Sta­pel­feld vor zwei Jahren das Siegtor in Aub­stadt erzielte und Bay­reuth zurück in die Bay­ern­liga schoss. Dort wurde man diese Saison Vierter, was die Muse­ums­wärter freute, vor allem, weil man die ver­hassten Rivalen von Bayern Hof schlug. Ihre Gedanken gehen aber schon viel weiter: Sie planen ihr Pro­jekt Platz­be­ge­hung“. Zusammen mit den Bay­ern­li­ga­spie­lern wollen sie im Herbst nach Man­chester fahren und sich den Rasen von Old Traf­ford anschauen: Damit man schon mal weiß, was im Cham­pions League Halb­fi­nale 2008 auf uns zukommt“, sagt Chris­tian Höreth. Wir planen jetzt schon einen Son­derzug mit eigenem Brat­wurst­waggon.“

Infos im Netz:www.altstadt-kult.de