Bas Dost
Auf dem langen, wirren Ein­kaufs­zettel von Felix Magath stand einst irgendwo zwi­schen Hrvoje Cale, Mateuz Klich, Medi­zin­bällen, Gio­vanni Sio, ver­schluss­si­cheren Trink­fla­schen, Mager­quark und Soti­rios Kyr­giakos in hek­ti­scher Schrift der Name Bas Dost. Im Zuge seiner VW-Spieler-Flat­rate holte Magath den Stürmer 2012 aus Hee­ren­veen nach Wolfs­burg, um ihn dann, na klar, nicht spielen zu lassen. Dass Bas Dost aber durchaus ein guter Kicker ist und nicht etwa nur, wie es sein kernig-explo­siver Super­name ver­muten ließe, ein kan­tiger, Bälle aufs Tri­bü­nen­dach prü­gelnder, tech­nisch limi­tierter Sturm­tank ist, bewies er am Freitag gegen den FC Bayern. Den Münch­nern schenkte er nicht nur zwei Tore ein, son­dern hatte vor dem 2:0 auch noch die Zeit, den Ball auf­zu­heben, zu fran­kieren und die Adresse der Sport­schau“ drauf­zu­schreiben, um sich per Vol­ley­schuss umweglos für das Tor des Monats“ zu bewerben. Sein Fan­ta­sie­treffer lan­dete so derart genau im Winkel, dass sämt­liche Schreib­wa­ren­her­steller des Landes das Tor fortan als Maß­stab für ihre Geo­drei­ecke nehmen. Bas Dost selber weilt der­zeit übri­gens beim Wolfs­burger Bür­geramt, um seinen Namen zu ändern, damit dieser seiner ent­schlos­senen Vor­stel­lung vom Freitag gerecht wird: Bas! Dost!

Kevin de Bruyne
Eben­falls jemand, bei dem man irgendwie das Gefühl hat, er hätte schon mal Fuß­ball gespielt, ist Dosts! Team­kol­lege Kevin de Bruyne. Wie der junge Bel­gier im Spiel gegen die Münchner durch die Reihen des Rekord­meis­ters wie­selte, war in Sachen Geschwin­dig­keit und Wen­dig­keit derart beein­dru­ckend, dass der auto­bau­ende VfL-Sponsor nun dem­nächst den VW de Bruyne“ auf den Markt bringen will, ein glei­cher­maßen ele­ganter wie robuster Sport­wagen mit 258 Zylin­dern und mehr PS als ein han­dels­üb­li­cher Learjet. De Bruyne soll der­weil beim VfL bis 2020 ver­län­gern. Er dürfe auch wei­terhin von Bel­gien nach Wolfs­burg pen­deln, die Strecke sprintet er in der Geschwin­dig­keit von Freitag ja ohnehin in einer Vier­tel­stunde.

Manuel Neuer
Prin­zi­piell kas­siert Manuel Neuer ja weniger als eine defekte Super­markt­kasse. Umso erstaun­li­cher ist es, dass er im Spiel gegen Wolfs­burg gleich vier Gegen­treffer schlu­cken musste. Vier Gegen­tore, das bedeutet, dass Neuer im Spiel gegen den VfL exakt genauso viele Treffer kas­siert hat wie in der gesamten Hin­runde. Eine skur­rile Bilanz, die ihre volle Wir­kung erst ent­faltet, wenn man sie auf andere Teams über­trägt. Der SV Werder Bremen etwa hätte für dieses Kunst­stück am Samstag mit 39 Gegen­toren ver­lieren müssen. Im nächsten Spiel kann Neuer die Scharte übri­gens nicht aus­wetzen. Nachdem er das Wochen­ende kopf­schüt­telnd in seiner Woh­nung ver­bracht hat, fällt er nun mit einem chro­ni­schen Schleu­der­trauma für das Spiel gegen Schalke aus.

Klaas-Jan Hun­telaar
Wir sind ja große Fans von schä­bigen Fouls. Bein stellen, Griffe in den Unter­leib, Grät­schen auf Knie­höhe, gerne von hinten – ein ganz nor­maler Tag auf den Fluren der Redak­tion. Wes­halb wir wäh­rend des Spiels zwi­schen Schalke und Han­nover auch fröh­lich von der Couch auf­sprangen und uns eupho­risch mit Kopf­nüssen beglück­wünschten, ob des wun­der­schönen Fouls von Klaas-Jan Hun­telaar. Im Zwei­kampf mit Han­no­vers Manuel Schmie­de­bach war dem Hunter kur­zer­hand der Reifen geplatzt und ohne die geringste Aus­sicht auf den Ball, trat Hun­telaar Schmie­de­bach von hinten um. Ansatz‑, grund- und kopflos. Rot war die Folge, die anschlie­ßenden Szenen waren dabei ein Pot­pourri der Pein­lich­keiten: Rudel­bil­dung, Vogel zeigen, hämi­scher Hand­schlag samt belei­digtem Abgang – auch dies ein ganz nor­maler Tag auf den Fluren der Redak­tion.

Roberto di Matteo
Schöner als Hun­telaars Frust-Tritt war eigent­lich nur Roberto di Matteos Ver­harm­lo­sungs-Mara­thon, den der Schalke-Coach im Inter­view nach dem Spiel los­ließ. Eine Gelbe hätte es auch getan, sprach di Matteo in die Sport­schau-Kamera und es hätte nicht ver­wun­dert, wenn di Matteo anschlie­ßend in schal­lendes Gelächter aus­ge­bro­chen wäre oder seinen Sermon sou­verän in einen Pro­gramm­hin­weis für Ver­stehen Sie Spaß?“ ummo­de­riert hätte. Hat er leider nicht, in Ver­stehen Sie Spaß?“ tauchte er dann auch nicht auf, was blieb, war das eigen­ar­tige Gefühl, dass der Mann das Ernst gemeint haben könnte.